Viele Informationen am 05. November 2016

Es war mal wieder ein vollgefülltes Haus. Rund 60 Flüchtlinge, Unterstützerinnen und Unterstützer waren ins Kath. Kirchzentrum St. Ulrich gekommen, um hilfreiche Informationen zu erhalten: Wie suche und finde ich eine Wohnung? Wie eine Arbeit? Wie verhalte ich mich in der Schule, am Arbeitsplatz, und wo finde ich weitere Informationen? Dabei wurde klar: die Flüchtlinge wollen sich integrieren. Sie wollen, diese Rückmeldung erhalten wir ganz oft, eine Arbeit finden. Doch so einfach ist das nicht. Die Rechtslage ist oft komplex und verworren. Unser 1. Vorsitzender und Koordinator hat sich mittlerweile sehr in die Materie zum Flüchtlingsrecht eingearbeitet und konnte Auskunft geben, auch die Arbeitsagentur war vor Ort und informierte. Doch eines machte Schrenk klar: die Helfer der Unterstützergruppe Asyl/Migration Dillingen/Donau e.V. i.G. sind auch nur Ehrenamtliche, einige von ihnen voll arbeitend, andere Schüler, andere Studenten. Viele Flüchtlinge verstehen das manchmal nicht und meinen, wir seien für sie hauptsächlich zuständig, dabei sind es doch die staatlichen Behörden und Stellen, die beim Thema "Integration" als allererstes gefordert wären! Hier wünschen wir als Verein uns insbesondere von der Stadt Dillingen an der Donau seit Langem eine stärkere und intensivere Unterstützung. Mit gutem Beispiel voran gingen an diesem Samstag das Landratsamt mit seiner Wohnungslotsin und einem seiner Hausmanager sowie der Leiter der Dillinger Arbeitsagentur. Wir danken allen drei für ihre hilfreichen Beiträge!

Der Landtag öffnete seine Türen für die bayerischen Asyhelfer am 01. Oktober 2016. Wir waren dabei.

Dieser Empfang sei für diejenigen gedacht, die sich trotz aller Widrigkeiten und „dummen Sprüche“ dem Wind entgegenstellten und mit anpackten, und heute sei die Gelegenheit, den Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe dafür zu danken. Mit diesen Worten eröffnete Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) den ersten Empfang für Asylehrenamtliche im Bayerischen Landtag am 01. Oktober 2016. Gleich zehn Ehrenamtliche aus unserer Gruppe waren auf Einladung von MdL Johann Häusler (Freie Wähler) und MdL Christine Kamm (Bündnis 90/Die Grünen) angereist. Lesen Sie hier weiter.

Erstes Regenerationsseminar mit Josefine Prinz vom Bistum Augsburg

Regenerationsseminar 2016

Es geht um einen Text, der schon Jahrhunderte alt ist, und dennoch von bleibender Aktualität: das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter. Wer nicht ganz so bibelfest ist, kann es in Lukas 10, 25-37 nachlesen, die Zusammenfassung lautet: ausgerechnet der sozial ausgegrenzte und verachtete Samariter ist der Einzige, der am Ende wirklich Barmherzigkeit zeigt.

Im „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“, das Papst Franziskus ausgerufen hat und das nun bald zu Ende geht, stellt sich diese Frage ganz besonders. Wer sind heute die „barmherzigen Samariter“, und wer sind diejenigen, die an den Armen vorbeilaufen, die Ohren, Augen und den Mund geschlossen wie das berühmte Bild der drei Affen? Und was sind ihre Beweggründe?

Drei Affen

Die Unterstützerinnen und Unterstützer unserer Gruppe hatten am 10. September beim Regenerationsseminar Zeit, darüber einmal nachzudenken. Koordinator Georg Schrenk nannte die Veranstaltung im Anschluss einen „interessanten und fruchtbringenden Meinungsaustausch“, an deren Ende die Überzeugung gestanden hätte: wenn alle Bürgerinnen und Bürger sich einbringen, sich nicht verschließen wie die drei Affen und rechtspopulistischen Parolen hinterherrennten, dann „werden wir die Herausforderungen, die mit Flucht, Asyl und Migration zusammenhängen, meistern!“

Regenerationsseminar 2016

Wir danken Frau Prinz für die Veranstaltung und freuen uns auf eine eventuelle Wiederholung!

Pfarrerin Sabine Verron-Kleiner bei den Projekttagen am Sailer 2016

Getreu dem Motto, dass der persönliche Eindruck der beste Eindruck ist, waren Vertreter unserer Unterstützergruppe am vergangenen Montag, den 25. Juli erneut bei den Projekttagen am Dillinger Johann-Michael-Sailer-Gymnasium zu Gast. Koordinator Georg Schrenk, Pfarrerin Sabine Verron-Kleiner, Gabriele Bächer und Kornelia Kügel-Merkel besuchten zusammen mit ca. 15 Schülerinnen und Schülern die Flüchtlinge in der Rosenstraße 9, die somalischen Frauen in der Kardinal-von-Waldburgstraße 57 und die unbegleiteten Jugendlichen, die bei der Kolpingstiftung untergebracht sind. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, sich über Ereignisse, von denen man sonst nur in den Medien erfährt, direkt vor Ort zu informieren, und stellten am Ende des Projekttags fest, dass man Flüchtlinge als Individuen und Menschen betrachten müsse und pauschale Verallgemeinerungen auch trotz der Ereignisse der letzten Wochen nicht angebracht sind. Wir danken allen Teilnehmern für ihr Interesse und den Flüchtlingen für ihre Offenheit!

Vertreter unserer Gruppe haben bereits im vergangenen Jahr das Sailer an den Projekttagen besucht.

Wir waren überrascht: der Dillinger Stadtsaal war gut besetzt, als unser Koordinator Georg Schrenk die Gäste begrüßte. Da traf man auf Flüchtlinge, auf Helfer und auch auf Einheimische, wissbegierig und gespannt auf ein abwechslungsreiches Programm am „Nachmittag der Kulturen“. „Kultur ist nicht statisch. Unsere Vorfahren hatten noch ein ganz anderes Verständnis von Kultur!“, erinnerte Schrenk bei der Begrüßung. Man dürfe den Begriff „Kultur“ nicht auf Einzelheiten wie den Kopftuchstreit, das Freitagsgebet oder die Verweigerung des Handschlags reduzieren. „Ich amüsiere mich immer über die Kopftuchdiskussion. Meine Großmutter trug vor 55 Jahren immer Kopftuch, wenn sie aus dem Haus ging“. Veränderungen, so Schrenk, brauchten ihre Zeit. Integration als Prozess, bei dem aus unserer Sicht ganz klar die Werte des Grundgesetzes wie die Gleichheit von Mann und Frau, die unveräußerliche und unantastbare Menschenwürde und die Trennung von Staat und Kirche vorne stehen.

So etwas könne man nicht von der Kanzel aus vermitteln, so etwas müsse man vorleben. Zum Beispiel eben beim Nachmittag der Kulturen, eine weitere von uns geschaffene Möglichkeit zur Begegnung und zum Austausch zwischen Bürgern, Helfern und Flüchtlingen. Den Auftakt machte die Gruppe „west-östlicher Divan“ aus Gundelfingen mit ihrer Flötenmusik. Dazu addierte sich der Chor der Begegnung. Ein Beweis dafür, dass Musik eine universale Sprache der Menschheit ist.

Der "west-östliche Divan"

 

Doch aus welchen Ländern kommen eigentlich diese Menschen? Zu wenig erfahren wir über die Tagespresse. Einen lebendigen Eindruck gab Familie Rahimi mit ihrem Kurzfilm „Flucht aus Afghanistan“ sowie Jamal Antar aus Syrien mit seiner Bilddokumentation, die auch auf die Zustände in östlichen EU-Mitgliedsstaaten wie Bulgarien einging. Informationen aus erster Hand, die zeigten, dass in diesen Ländern von „subsidiärem Schutz“ unter Einhaltung der Menschenwürde keine Rede sein kann.
Ergänzt wurden die Informationen aus den Herkunftsländern durch die Fluchtgeschichte des Eritreers Eshetu Momoe und die diversen Infostände der Helfer. Ein besonderes Highlight waren dabei sicher die vielen Speisen aus aller Welt, welche die interessierte Öffentlichkeit begeistert verkostete. Zu unserer eigenen Arbeit standen verschiedene unserer Helfer Rede und Antwort.

Als der Nachmittag der Kulturen zu Klängen von Klaviermusik, meisterhaft gespielt von Beatrice Jonietz zu Ende ging, konnte der Koordinator Georg Schrenk feststellen, dass trotz des reichhaltigen Veranstaltungsangebots des Wochenendes manch Einheimische den Weg in den Stadtsaal gefunden hatten. Denn nur wer sich informiert, kann mitreden, und sich den üblichen Stammtischäußerungen entgegenstellen. Schrenk wünschte sich einzig und allein einmal mehr, dass auch Politiker, Lehrer und Schüler zu der Veranstaltung gekommen wären.

Wir danken an dieser Stelle allen Beteiligten und Engagierten, die diesen Nachmittag möglich gemacht haben. Wir danken Beatrice Jonitez, die spontan für die verhinderte CdB-Leiterin Barbara Flierl-Leiterin eingesprungen ist, und allen Helfern. Unser ganz besonderer Dank gilt dem eigentlichen Kopf hinter dem „Nachmittag der Kulturen“, Rebekka Jähnig, welche die gesamte Veranstaltung inhaltlich und konzeptionell geplant hat.

Wir weisen darauf hin, dass solch ein Nachmittag nur durch das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher, auch der nicht genannten, möglich wird. Wer immer uns dabei unterstützen möchte, ist herzlich willkommen!

Einmal im Monat treffen sich auf Einladung von Kolping Dillingen interessierte Menschen sonntags um 11:00 Uhr im Faustussaal. Ein Referent hält dann einen Vortrag zu einem aktuellen Thema, und die Besucher kommen dann über Fragen oder Anmerkungen mit dem Referenten ins Gespräch. Am 22.05.2016 war unser Koordinator Georg Schrenk als Referent zu Gast, zusammen mit ihm: Ashraf, ein syrischer Flüchtling, der seit 2 ½ Jahren in Deutschland lebt und sich mittlerweile auf dem Weg zum Fachabitur befindet. Insgesamt 30 Personen waren begeistert, fasziniert vor allem von den deutschen Sprachkenntnissen Ashrafs. Information, so wurde einmal mehr deutlich, ist eben zwar nicht alles – aber ohne Information ist alles nichts.

Unter dem Motto „Osterrallye“ haben sich insgesamt 21 Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea mit ihren Paten aus der Unterstützergruppe Asyl/Migration in Dillingen am vergangenen Ostermontag auf die Suche nach dem Osterhasen gemacht. Bei einer zweistündigen Tragtierwanderung entlang der vorher präparierten Eier-Spur zu den Osternestern durften die beteiligten Migranten, erstmals gemeinsam mit Einheimischen, ein deutsches Osterfest erleben und dessen Traditionen kennen lernen. Solche Integrationsprojekte sind natürlich genau im Sinne unseres Leitbildes. Anschließend wurde in der entspannten und familiären Atmosphäre des Ohrenparadieses in Demmingen gegrillt. Gespendet wurden die Osternester durch Mitglieder der Gruppe KOMPASS sowie der Unterstützergruppe Asyl/Migration Dillingen/Donau.

Weitere Veranstaltungen und Informationen finden Sie auch unter www.kompass-mensch-tier.de.

Viele unserer Flüchtlinge haben Talente. Im Sinne einer offenen Gesellschaft wollen wir aktiv dazu ermuntern, diese Talente auch einzubringen. Dadurch entstand die Idee einer Kultur- und Kreativwerkstatt. Um den Bedarf abzufragen, bitten wir unsere Paten, folgenden Fragebogen von ihren Patenkindern ausfüllen zu lassen und an Rebekka Jähnig (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zu senden. Danke und viel Spaß beim kreativen Arbeiten!

Heute, am 23.02.2016 führte Frau Astrid Köhnlein vom Amtsgericht Dillingen mit den Flüchtlingen aus Afghanistan, Eritrea und Somalia die vom Bayr. Justizminister angeregte Rechtsbildung durch.

40 Asylbewerber, darunter auch viele Kinder lauschten ihren Ausführungen. Viele Frage gab es bezüglich der langen Wartezeiten auf die Entscheidungen des BAMF. So warten viele Flüchtlinge aus Afghanistan, Somalia aber auch Eritrea schon länger als neun Monate auf eine Entscheidung.Georg Schrenk sagte ihnen, dass sie beim Verwaltungsgericht eine Klage einlegen können. Allerdings verursacht dies Kosten und wird die Entscheidung nicht besonders beschleunigen.

Diskussionen gab es auch um Ehescheidungen. Letztlich haben die Flüchtlinge einen ersten Eindruck vom Deutschen Recht erfahren, der ihnen helfen wird sich im Alltag zurecht zu finden. Ein besonderes Lob den drei Übersetzern, die es schafften die juristischen Ausführungen in der jeweiligen Landessprache zu präsentieren.

Frau Astrid Köhnlein und Herr Ashraf Rahal bei der Unterrichtung

Der Bayr. Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback hat angeregt, dass Asylbewerber Rechtsbildung erhalten. Diese wird bei uns durch Richter und Rechtspfleger des Amtsgerichts Dillingen freiwilllig erteilt. Die Unterstützergruppe „Asyl/Migration“ hatte in der Großen Kreisstadt die erste Veranstaltung organisiert. Frau Astrid Köhnlein vom Amtsgericht Dillingen, als Übersetzer in Arabisch unterstützt durch Herrn Ashraf Rahal, zurzeit Praktikant in der Unterstützergruppe, vermittelte den teilnehmenden 25 Flüchtlingen aus Syrien einprägsam die wichtigsten Inhalte deutschen Rechts. Die Zuhörer waren sehr interessiert und stellten auch immer wieder Verständnisfragen. Der Koordinator der Unterstützergruppe, Georg Schrenk findet den Ansatz gut und kann aufgrund seiner Eindrücke beim ersten Durchgang feststellen, dass die Teilnehmer dieser Gruppe, die alle syrischer Herkunft waren die Unterrichtung offensichtlich als sehr hilfreich empfanden. In der kommenden Woche werden die Unterrichte fortgesetzt, wobei dann Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia und Afghanistan teilnehmen werden.

Blick in den Zuhörerraum
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