Interessierte Zuschauer beim 2. Sprachtreff Syrien

Es war eine bunte Gesellschaft, die sich zum 2. Sprachtreff in Dillingens Kulturkneipe Chili zusammenfand und vom stellvertretenden Koordinator Peter Schromm begrüßt wurde. Syrier, Eritreer, Afghanen, Flüchtlinge aus anderen Staaten und Deutsche fanden sich und tauschten sich aus – auf Deutsch, versteht sich. Im Mittelpunkt stand dabei Syrien. Ashraf Rahhal, 19-jähriger Schüler der Montessori-Fachoberschule Wertingen, stellte sein Heimatland souverän in deutscher Sprache vor. Syrien, ein Land, in dem unterschiedlichste Religionen einst friedlich zusammenlebten. Syrien, ein Land, das heute unter den Augen der Weltgemeinschaft im nicht enden wollenden Bürgerkrieg versinkt. Die Trümmerlandschaften des zerstörten Aleppo, Städte, aus denen viele der hier lebenden Flüchtlinge kommen, beeindruckten die anwesenden Zuhörer tief.

Im Anschluss gab es syrische Speisen, von den Flüchtlingsfamilien liebevoll zubereitet. Ein reichhaltiges Buffet erfreute die über 180 Teilnehmer, die auch dadurch eine neue Seite Syriens kennenlernen durften. Während Flüchtlinge und Einheimische sich austauschten, spielten 30 Kinder aus mehr als fünf verschiedenen Nationen friedlich miteinander. Wer dazu noch einen Beweis brauchte, hier war er: Freundschaft ist eine Sprache, die alle Menschen verstehen.

Trotz des großen Erfolges äußerten Angehörige der Unterstützergruppe Asyl/Migration Dillingen/Donau, so auch deren Koordinator Georg Schrenk, Kritik. Obwohl die Veranstaltung im Voraus mehrfach angekündigt wurde, musste er mit Bedauern feststellen, dass keinerlei Vertreter aus Politik und Medien anwesend waren. Beim Sprachcafé, so Schrenk, hätten sie hautnah erfahren können, wie Integration funktioniert.

Ein besonderes Dankeschön geht an das Team der Kulturkneipe „Chili“ sowie an die zahlreichen Helfer. Aufgrund des Ramadan findet im Juni kein Sprachtreff statt. Die Unterstützergruppe plant vor den Ferien noch ein Fest der Kulturen durchzuführen. Der nächste Sprachtreff wird voraussichtlich am 20.09.2016 stattfinden.

Ein Buffet aus syrischen Speisen beim 2. Sprachtreff

Gäste des 2. Sprachtreffs Syrien

Deutsch lernen ist das A und O für eine gelungene Integration. Das ist eine Binsenweisheit, aber dass Integration auch andersrum funktioniert, ist wohl nicht allzuweit bekannt.

Beispiel Eritrea. Hand ans Herz: was wissen Sie über dieses Land, deren Militärdiktatur seine eigene Bevölkerung knechtet? Die Besucher unseres ersten Sprachtreffs antworten auf diese Frage nun: "Sehr viel!" Über 150 Flüchtlinge und Bürger waren unserer Einladung ins Dillinger Chil! gefolgt. Verständigungssprache war natürlich Deutsch, aber im thematischen Mittelpunkt stand eben: genau, Eritrea. Aber nicht als bürokratische Zahl in der Statistik. Sondern lebendig, aus erster Hand und damit auch durch den Magen. Von der eritreeischen Kaffeebar bis zu selbst gemachten eritreeischen Köstlichkeiten einiger Flüchtlinge, so kann kultureller Austausch gelingen. Eine Veranstaltung, die eindeutig alle Erwartungen übertraf.
Sie wollen beim nächsten Mal auch dabei sein? Dann sind Sie am 31. Mai 2016 um 16:30 Uhr im Chil! wieder genau richtig. Im Zentrum steht dann Syrien - ein Land, das beinahe täglich in den Nachrichten steht, uns aber doch so unbekannt ist.

Danke an das Organisationsteam mit Rebekka Jähnig, Cornelia Kügel-Merkel, Sabine Verron Kleiner und Peter Schromm sowie die Eritreer, die durch die tollen Snack und Fingerfood sowie den landestypischen Kaffee uns ein Stück ihrer Heimat nähergebracht haben.

Childrens welcome: Auch für eine Kinderbetreuung war beim Sprachtreff gesorgt
Childrens welcome: Auch für eine Kinderbetreuung war beim Sprachtreff gesorgt
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