Am Abend des 12. Juli 2021 fand im Dillinger Stadtsaal am Kolpingplatz das 42. Rundgespräch der Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D“. e.V. statt, dem zugleich die Funktion als Mitgliederversammlung zukam. Neben 35 Mitgliedern waren auch einige Gäste, wie der scheidende Dillinger Stadtpfarrer Monsignore Wolfgang Schneck oder die Integrationslotsin des Landratsamts Dillingen Alexandra Bronnhuber anwesend.

Nachdem die Gäste in einer Schweigeminute für die verstorbene Frau Dr. Christa Nachtwey-Redl ihrer Trauer über deren Tod Ausdruck verliehen hatten, nahm sich der Dillinger Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU) die Zeit, einige einleitende Sätze an die anwesenden Helfer zu richten.

Kunz

Quelle: Cornelia Kügel-Merkel

Er erwähnte unter anderem die Bemühungen dafür, die Stelle Dieter Kogges als Flüchtlingsberater zu erhalten, da dessen Arbeit ehrenamtlich gar nicht zu bewältigen sei und lobte die Ehrenamtlichen für ihr Engagement sowie ihre Leistungen. Bezüglich des Engagements der  Geflüchteten selbst findet er lobende Worte und stellt fest, „Integration kann keine Einbahnstraße sein“. Er formuliert die Hoffnung, dass sich noch mehr Geflüchtete in den Vereinen oder als ehrenamtliche Flüchtlingshelfer/innen engagieren.

Im Kassenbericht wurde für Dezember 2020 eine deutliche Steigerung des Vereinsvermögens seit Ende 2019 festgestellt, sodass es der Gruppe weiterhin möglich sein wird, die notwendigen Geldsummen aufzuwenden, um ihre Vereinsziele zu verwirklichen. Allerdings, so mahnte der erste Vorsitzende Georg Schrenk an, müssten neue Wege gefunden werden, dieses Geld effektiv im Sinne der Satzung einzusetzen, um die Integration der Geflüchteten in die deutschen Gesellschaft voranzutreiben und zu unterstützen. Außerdem bemängelte er das Fehlen von genügend Helfern, um alle Flüchtlinge adäquat unterstützen und betreuen zu können und die geringe Zahl von Teilnehmern an überregionalen Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem bayerischen Asylgipfel. Auch ist in den Medien das Interesse an gelungener Integrationsarbeit zurückgegangen. Zu oft wird sich in der Berichterstattung auf schlechte Neuigkeiten beschränkt. Er hofft, dass es gelingt, aus dem Kreis jüngerer und geflüchteter Menschen Ehrenamtliche für die Flüchtlingsarbeit zu gewinnen und hob in seinen Ausführungen hervor, dass gute Deutschkenntnisse die Grundvoraussetzung für Ausbildung und Arbeit sind und appellierte dafür, auch Angebote zum Spracherwerb im Internet zu nutzen.

Zudem berichtete Schrenk von der Zusammenarbeit mit den Kirchen, Dieter Kogge als hauptamtlichem Berater und nicht zuletzt den lokalen Behörden. Letztere, so kritisierte er, schöpften, beispielsweise bei Fragen der Passbeschaffung nach seiner Einschätzung oft den Handlungsspielraum nicht aus, den ihnen die Gesetze und die führ ihre Umsetzung zuständige Landesregierung einräume und den es zu nutzen menschlich geboten wäre.

In einiger Hinsicht stand das Rundgespräch auch im Zeichen des Abschieds. So legte Lukas Firnigl aus beruflichen Gründen sein Amt als Schatzmeister nieder, Monsignore Schneck wird Dillingen verlassen und auch der bisherige Medienbeauftragte und zweite stellvertretende Vorsitzende, Jan Doria, wird diese Funktionen zukünftig nicht mehr wahrnehmen.

In seinem Jahresbericht zog Jan Doria Bilanz aus fünf Jahren Medienarbeit - eine Zeit in der er für den Verein so viel Zug gefahren ist, dass seine Gesamtkilometerzahl ungefähr der Luftlinie von Deutschland nach Afghanistan (Kabul) entspricht und eine Zeit, in der er maßgeblich das äußere Auftreten des Vereins mitgeprägt hat. Sein Resümee beinhaltete die jüngste Entwicklung der Website, wie die Entwicklungspotenziale im Bereich Social Media.

Vorstand

Quelle: Horst von Weitershausen, DZ

Gegen Mitte der Veranstaltung wurde außerdem ein neuer Vorstand gewählt. Er setzt sich zusammen aus Georg Schrenk (Koordinator und Vorsitzender), Cornelia Kügel-Merkel (1. stellvertretende Vorsitzende), Barbara Brüning (2. stellvertretende Vorsitzende), Gabriele Holland (Schatzmeisterin), Franz Brichta (Schriftführer). Je 34 Stimmen zu einer Enthaltung gewählt. Es gab keine Gegenkandidaten.

Auch die neuen Beauftragten für Printmedien, beziehungsweise die Betreuung der Internetpräsenz hatten Gelegenheit, sich den versammelten Mitgliedern kurz vorzustellen.

Die gesamte Veranstaltung fand unter Beachtung von Abständen und der Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske statt. Zum Zwecke der Nachverfolgung etwaiger Infektionen hatten sich alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen vorab registriert.

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