Podiumsdiskussion zu 5 Jahren Wir schaffen das auf dem 41. Rundgespräch

Bei der Podiumsdiskussion mit Ehrenamtlichen, Flüchtlingen und Vertretern aus der Kommunalpolitik wurde deutlich: Fünf Jahre nach Angela Merkels historischem Satz hat Dillingen in der Integration schon viel „geschafft“ – aber noch lange nicht alles. Ein Rundgespräch in Zitaten.

Wie alles begann

Was nur wenige wissen: Die Geschichte der sogenannten „Flüchtlingskrise“ in Dillingen, Deutschland und Europa beginnt bereits vor dem Jahr, das sich in das öffentliche Gedächtnis eingeprägt hat. Der Kern der heutigen Dillinger Unterstützergruppe formierte sich bereits im Herbst 2014. Bis zum 31. August 2015, dem Tag, an dem Angela Merkels so umstrittener Satz fiel, hatten wir bereits in acht Rundgesprächen die Öffentlichkeit informiert und die Lage koordiniert.

Die Arbeit der Ehrenamtlichen

Mittlerweile haben wir das 41. Rundgespräch erreicht. Das bedeutet ein Rundgespräch ca. alle 1,5 Monate, und wenn Corona nicht gewesen wäre, wären es mittlerweile sogar noch mehr. Auf der Podiumsdiskussion waren sich alle Teilnehmer einig: Ohne das Engagement der Ehrenamtlichen wäre die Herausforderung „Flüchtlinge“ nicht zu bewältigen gewesen.

Das "Wir" sind auch die Flüchtlinge...

Am Anfang stand vor allem die akute Krisenbewältigung im Vordergrund: Wo bringen wir die Flüchtlinge unter? Wer bringt ihnen Deutsch bei? Wo gibt es Kleidung, Fahrräder und Möbel? Nach fünf Jahren sind 50 % der männlichen Dillinger Flüchtlinge in Arbeit und auf Seiten der Helfer einige Strukturen gewachsen – nicht nur in unserem Verein, sondern auch auf kommunaler Ebene, bei den halbstaatlichen Trägern von Deutschkursen und im Integrationsbeirat. Immer deutlicher wird aber auch: Integration ist eine Zweibahnstraße. Auch die Flüchtlinge müssen sich engagieren.

...und die Politik

Sorgen bereitet uns immer noch die staatliche Asylbürokratie. In den letzten fünf Jahren ist auch die Zahl der sogenannten Langzeitgeduldeten gestiegen, die zwischen Aussetzung der Abschiebung und Arbeitsverbot festhängt. Aus dieser Perspektivlosigkeit erwächst Frustration und soziale Spaltung – auch bei den Ehrenamtlichen. Die Corona-Pandemie bringt neue Sorgen: Jetzt die Anstrengungen zu verringern würde in fünf Jahren fatale Folgen für den Zusammenhalt der Gesellschaft haben.

Für die nächsten fünf Jahre

Wer ist „wir“ und was ist „das“? „Wir“, das sind wir alle: Ehrenamtliche. Hauptamtliche. Kommunen. Freistaat. Bund. Aber auch, und immer wichtiger: die Flüchtlinge selbst. „Das“, das ist der „Marathonlauf“ Integration, der nach fünf Jahren noch längst nicht ins Ziel eingelaufen ist – aber auf dem besten Weg dorthin. Wenn die Aufgabe Integration von allen Beteiligten angepackt wird, dann profitieren am Ende alle Bürger von diesen Investitionen: in Bus und Bahn für eine bessere Anbindung des ländlichen Raumes. In Kitagärten und Schulen. In effizientere und schnellere Behörden. Und in die Zukunft unseres Landes, dass die vielen Fachkräfte nach wie vor dringend braucht.

Ebenfalls auf dem 41. Rundgespräch vertreten, jedoch hier nicht zitiert, war Michael Künast, Leiter des Dillinger JobCenters.

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