Hauptmann Keith Schütz, Oberst a.D. Georg Schrenk, Hauptmann Fabian Wald beim 39. Rundgespräch [Quelle: DonauZeitung, Autor: Manfred Schiedl]

Beim 39. Rundgespräch am 21. Januar 2020 berichteten Hauptmann Keith Schütz und Hauptmann Fabian Wald der Luitpold-Kaserne in Dillingen in anschaulicher und eindringender Weise von den Einsätzen in Mali und im Irak. Aus beiden Staaten haben wir Flüchtlinge in Dillingen. Die Teilnehmer erhielten Eindrücke, die man sonst aus der Medienlandschaft kaum erfährt. Es stach besonders hervor, dass den Soldaten vor ihren Einsätzen auch die nötige interkulturelle Kompetenz vermittelt wird; eine Kompetenz, die nach unseren Erfahrungen bei den Beschäftigten der Behörden, die mit Flüchtlingen zu tun haben, leider nur selten vorhanden ist. "Dieses Rundgespräch war eines der besten", lobte anschließend unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk, selbst Oberst a.D. der Bundeswehr.

Teilnehmer des 38. Rundgesprächs/3. Mitgliederversammlung

MdL Johann Häusler (FW) und Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU) lobten auf unserer 3. Mitgliederversammlung am 29. November 2019 im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich unser Engagement für Stadt und Landkreis. „Diese Arbeit kann man nicht mit Geld aufwiegen“, sagte Kunz nach der Vorstellung des Jahresberichts durch den Vereinsvorstand, der zeige, „was an Engagement und Herzblut dahintersteckt“.

Einladung zum 38. Rundgespräch

Von Sigmar Gabriel ist, als er noch die harte Oppositionsbank drückte, der Ausspruch überliefert, es könne ja wohl nicht der Gipfel der Volkssouveränität sein, alle vier Jahre zwei Kreuzchen zu machen. An dieses Plädoyer für Volksabstimmungen erinnerte er sich später als Mitglied der Bundesregierung freilich nicht mehr, doch dass es in einer Demokratie auch über Referenden hinaus Möglichkeiten gibt, das Zusammenleben mitzugestalten, das beweisen wir seit fünf Jahren mit unserer Arbeit. Am 29. November um 19:30 Uhr halten wir im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich (Bischof-Hartmann-Ring 1) unsere 3. Mitgliederversammlung ab.

„Gelegentlich entsteht der Eindruck, dass wir der ein oder anderen Behörde lästig geworden sind“, erklärte unser 1. Vorsitzender und Koordinator, Georg Schrenk, vorab. „Viele der Ehrenamtlichen haben sich in jahrelanger Tätigkeit nicht nur Erfahrungen, sondern auch ein profundes Wissen angeeignet“. Damit nimmt die Unterstützergruppe eine wichtige Aufgabe als Teil der Zivilgesellschaft wahr. Das „Eintreten für das Grundrecht auf Menschenwürde und Asyl“ steht auch in unserer Satzung festgeschrieben. „Hilfe an sich ist nicht politisch. Aber Hilfe wird dann politisch, wenn eine Gesellschaft ihre Helfer dazu drängt, eine politische Position einzunehmen, weil beispielsweise Flüchtlinge durch Arbeitsverbote in die Kriminalität abgedrängt werden“, ergänzte Jan Doria, der Medienbeauftragte des Vereins.

Über diese Arbeit wollen wir am 29. November öffentlich Rechenschaft ablegen. Der Jahresbericht werde wie auch in den Jahren zuvor auch im Nachgang der Veranstaltung auf unserer Website öffentlich zugänglich gemacht, kündigte Doria an. Trotzdem "ergeht herzliche Einladung an die interessierte Öffentlichkeit, sich selbst an Bild zu machen“, sagte Schrenk – und sich somit auch vor und nach der Wahl an der Gestaltung unseres Gemeinwesens zu beteiligen.

Die offizielle Einladung zum 38. Rundgespräch finden Sie hier. Unsere Mitglieder haben sie bereits vorab per Post erhalten. Wahlen finden dieses Jahr keine statt, da die Amtszeit des Vorstandes noch bis Ende 2020 dauert.

Zum Thema "Wie politisch darf Flüchtlingshilfe sein?" lesen Sie auch den gleichnamigen Essay.

37. Rundgespräch: Unternehmer aus der Region berichten von erfolgreich ausgebildeten Flüchtlingen, aber auch von den Herausforderungen

Podiumsdiskussion über die Herausforderungen bei der Integration von Geflüchteten in Berufsausbildungen

„Ohne Deutschkenntnisse ist es fast unmöglich, eine Ausbildung zu machen. Dabei hilft es nicht besonders, wenn die Meinung besteht, man könnte auf dem Fußballplatz als ‚Ronaldo‘ Karriere machen. Nur mit harter Arbeit erreicht man den Abschluss“. Das war das Fazit von unserem Vorstandsmitglied, dem ehemaligen Unternehmer Franz Brichta, nach einer Stunde Podiumsdiskussion mit Unternehmern und Berufsschullehrern aus der Region auf dem 37. Rundgespräch am 24. Oktober 2019. „Die Ausbildung in Deutschland ist anspruchsvoller als in den meisten Herkunftsländern“, erklärte Brichta nach der Veranstaltung. „Allein die ‚Fachkunde Metall‘ aus meinem Fachgebiet beispielsweise ist ein 700 Seiten dickes Buch, das ein Industriemechaniker nach 3,5 Jahren im Kopf haben sollte.“ Die Mühe lohne sich aber auch: eine ausgebildete Fachkraft verdiene bis zu 35 % mehr als ein Ungelernter, und in Krisenzeiten verspreche der Berufsabschluss eine höhere Jobsicherheit.

Zeitzeugen berichten beim 36. Rundgespräch in fünf Jahren von ihren multikulturellen Erlebnissen

Jamal Antar, Irmgard Faul, Islam Saiev, Erika Lüters, Louis Omorgbe und Beatrice Wörrle berichteten beim 36. Rundgespräch von ihren Erfahrungen in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe

Einladung zum 35. Rundgespräch

Herzliche Einladung an alle Mitglieder und Unterstützer. Sie können die Einladung durch Klick auf das Bild als PDF herunterladen.

34. Rundgespräch bemängelt Abschreckungspolitik der Staatsregierung / MdB Beate Walter-Rosenheimer (Grüne): „Wenn’s nach uns ginge, würde es anders aussehen!“

Blick in den Saal des Kath. Kirchenzentrums St. Ulrich mit MdL Eva Lettenbauer und MdB Beate Walter-Rosenheimer (beide Bündnis 90/Die Grünen) [Autor: Jan Doria]

Selten war auf einem Rundgespräch so viel geballte politische Prominenz vertreten wie am vergangenen 29. April: mit MdB Beate Walter-Rosenheimer, MdL Eva Lettenbauer und MdL a.D. Christine Kamm (alle Bündnis 90/Die Grünen) konnte unser 1. Vorsitzende und Koordinator der Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D.“ e.V., Georg Schrenk, neben den Honoratioren der Stadt gleich drei Vertreter der Landes- und Bundespolitik begrüßen. Der Bundeswehroberst außer Dienst ließ es sich nicht nehmen, zu Beginn des mittlerweile 34. Rundgesprächs zu scherzen, er wolle „bis zu seiner Pensionierung“ noch auf die Runde Zahl von 40 Veranstaltungen gelangen.

Die Abgeordneten waren nach Dillingen gekommen, um sich vor Ort und persönlich über die Lage der Flüchtlingshelfer „an der Basis“ zu informieren – wofür leider nur Politiker sehr weniger Parteien den Mut aufbrächten, so Schrenk, der sich auf diese Weise gegen den Vorwurf verteidigte, der Verein habe ganz bewusst nur Vertreterinnen der Grünen eingeladen.

33. Rundgespräch Asyl/Migration

Es liegen viele Steine auf dem Weg zur legalen Arbeit für Flüchtlinge in Deutschland. Einer dieser Steine ist die Anerkennung ausländischer Schul- und Berufsabschlüsse. Mostafa Sghir vom Café Tür an Tür Augsburg, das die Migranet-Anerkennungsberatung in Schwaben durchführt, machte den Teilnehmern des 33. Rundgesprächs am 21. März 2019 im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich allerdings Hoffnung und zeigte auf, wie zumindest diese Hürde genommen werden kann.

Zuerst stellte Sghir klar, dass bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen zwischen reglementierten Berufen wie Arzt oder Ingenieur und unreglementierten Berufen zu unterschieden sei, wobei die meisten Berufe in Deutschland in die letztgenannte Kategorie fallen. Für ihre Ausübung ist gar keine Anerkennung eines ausländischen Zeugnisses notwendig. Außerdem sei ein gültiger Aufenthaltsstatus des Flüchtlings keine Voraussetzung für die Anerkennung eines ausländischen Zeugnisses.

Die Antwort auf einen Antrag auf Anerkennung, so Sghir weiter, müsse auch nicht unbedingt nur „ja“ oder „nein“ lauten: es gäbe auch die Möglichkeit einer Anerkennung unter Auflagen, beispielsweise Sprachkenntnisse nachzuholen, welche für einige Berufe notwendig sind. Insgesamt empfahl Sghir den anwesenden ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern, immer auf den Einzelfall zu schauen und die Flüchtlinge zur Anerkennungsberatung in Augsburg weiterzuleiten.

Projekt Jugend und Zukunft unterstützt mit gezielter Nachhilfe

Im Anschluss stellte Christina Mayer vom Landratsamt das Projekt „Jugend und Zukunft“ vor, ergänzt durch die praktischen Erfahrungen der Ehrenamtlichen Franz Brichta und Bernhard Hartmeier. „Jugend und Zukunft“ versucht durch gezielte Nachhilfe, nicht nur jungen Migranten, sondern auch Einheimischen den Weg zu einem guten Bildungsabschluss und einem Ausbildungsplatz zu helfen. Genauso wie bei den Asylhelfern freut sich dieses Projekt über einen weiteren Zuwachs an Helfern.

FW wollen Anfrage an Innenministerium zu Arbeitserlaubnissen stellen

Zu guter Letzt berichtete der 1. Vorsitzende und Koordinator der Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D.“ e.V., Georg Schrenk, von seinem Gespräch mit Landtagsabgeordneten der Freien Wähler in München. Leidiges Thema war einmal mehr der Zugang zu Arbeitserlaubnissen, bei dem die Flüchtlingshelfer seit Jahren Verbesserungen für Asylbewerber und Geduldete fordern. Die teilnehmenden Landtagsabgeordneten der Freien Wähler haben nun zugesagt, im Juni 2019 eine Anfrage an das Innenministerium zu stellen, um herauszufinden, wie viele Flüchtlinge aufgrund einer jüngst erschienen neuen Dienstanweisung zum Umgang mit dem sogenannten „Ermessensspielraum“ bei der Erteilung einer Arbeitserlaubnis tatsächlich leichter eine solche erhielten.

Geburtstagsständchen für Georg Schrenk

Geburtstagsständchen für Georg Schrenk auf dem 32. Rundgespräch

Das 32. Rundgespräch begann mit einer kleinen Überraschung: die anwesenden Flüchtlingshelfer sangen Georg Schrenk, der rund zwei Monate zuvor 70 Jahre alt geworden war, ein Geburtstagsständchen. Schrenk ist seit der Gründung unseres Vereins unser 1. Vorsitzender und Koordinator und war eine der treibenden Kräfte, als sich im Herbst 2014 erstmals ein loser Zusammenschluss der Asyl-Ehrenamtlichen in Dillingen organisierte. Sein Berufsleben verbrachte Schrenk bei der Bundeswehr, unter anderem als Regimentskommandeur der Dillinger Luitpold-Kaserne und in Afghanistan. Der Oberst außer Dienst, der an 13 Standorten in ganz Deutschland eingesetzt war, betonte immer, dass er zu Beginn seiner Karriere einen Eid auf das Grundgesetz geleistet habe, insbesondere auf den Artikel 1: "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Nach dieser Maxime richtet der kritische Katholik sein Engagement für Flüchtlinge aus.

Die anwesenden Ehrenamtlichen dankten ihrem Vorsitzenden für seinen Einsatz und überreichten ihm einen Wellness-Gutschein, den er zusammen mit seiner Frau einlösen darf. Der Gutschein wurde nicht aus Spendengeldern finanziert.

Georg Schrenk überreicht Khadija Alkhatib nach dem 32. Rundgespräch einen Blumenstrauß [author: Heide Terporten]

Der Dialog zwischen Christen und Muslimen ist manchmal einfacher als der zwischen Flüchtlingshelfern und Politik. Das wurde auf dem 32. Rundgespräch deutlich

„Wer satt zu Bett geht, während sein Nachbar hungert, ist nicht von uns!“. So zitierte Khadija Alkhatib den Propheten Mohammed auf dem 32. Rundgespräch. Alkhatib war Englischlehrerin und Moderatorin in Syrien, bis sie 2016 mit ihren drei Kindern ihr Land über die Balkanroute verlassen musste. Seit etwas über einem Jahr lebt sie mit einem sogenannten „subsidiären Schutzstatus“ in Dillingen, seit diesem Monat arbeitet sie  an der Mittelschule Höchstädt. Am Abend des 12. Februar 2019 waren 80 Interessierte aus dem gesamten Landkreis in das Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich gekommen, um zu hören, was eine junge, freiwillig kopftuchtragende Frau zum Thema Islam zu sagen hat.

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