26. Rundgespräch mit Salah Arafat in Dillingen an der Donau

Was so leicht klingt, gestaltet sich in der Praxis aber schwieriger. Die Unterschiede zwischen der deutschen und der arabischen Arbeitswelt sind enorm. Salah Arafat leistete beim 26. Rundgespräch Aufklärung.

Stephan Theo Reichel beim 25. Rundgespräch in Dillingen an der Donau

Ein Abend voller Antworten: das 25. Rundgespräch mit Stephan Theo Reichel

„Das Kirchenasyl ist die Ultima Ratio. Wir machen das nur, wenn es um Gefahr für Leib, Leben, Menschenwürde geht“. Das sagt nicht irgendwer, das sagt Stephan Theo Reichel, der zuerst für die Evangelische Landeskirche in Bayern drei Jahre lang rund 700 Kirchenasyle betreut hat und nun den neugegründeten Verein „matteo – Kirche und Asyl e.V.“ als Geschäftsführer leitet. Und doch klingt es so, als wolle Reichel seinen eigenen Job am liebsten abschaffen: „Jedes Kirchenasyl ist ein Skandal“. Wie kann das sein? Das 25. Rundgespräch am 06. März 2018 im vollgefüllten Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich gab Antworten.

Einladung 25. Rundgespräch am 06. März 2018 mit Stephan Theo Reichel von matteo e.V.

In der Flüchtlingsdebatte gibt es scheinbar nur noch schwarz und weiß. Auf der einen Seite die Flüchtlinge, die hier sind, und die unsere Hilfe benötigen, beim Ankommen, beim Deutschlernen, bei Behördengängen und bei Arbeitserlaubnissen – die ganze Bandbreite dessen, was wir „Integration" nennen. Auf der anderen Seite diejenigen, die meinen, in Deutschland liege das Geld auf der Straße. Sie brauchen ein klares Signal: dass Hilfe zwar selbstverständlich ist, aber selbstverständlich auch auf Seiten der Flüchtlinge Engagement benötigt.

Seit wir Ende 2014 unsere Arbeit aufgenommen haben, hat sich die Lage der Flüchtlinge in Nordschwaben verändert: herrscht anfangs noch eine Aufbruchs- und Willkommensstimmung vor, bestimmten mittlerweile Enttäuschung und Ernüchterung das Bild. An der Basis verteilen sie Flugblätter, an der Spitze lassen sie sich immer wieder neue Möglichkeiten einfallen, Flüchtlingen die Arbeitserlaubnis zu verwehren, sie in Sammelunterkünften zu kasernieren oder sie gleich in Kriegsgebiete wie Afghanistan abzuschieben.

Wo bestehen da noch Chancen für eine christliche Flüchtlingshilfe in Nordschwaben, die nach dem Motto handelt: „Ich bin fremd gewesen und ihr habt mich aufgenommen?" Stephan Theo Reichel, Geschäftsführer des neugegründeten Vereins matteo – Kirche und Asyl wird dazu am 6. März 2018 um 19:30 auf dem 25. Rundgespräch im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich sprechen. In Zusammenarbeit mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde freuen wir uns auf zahlreiche Teilnehmer.

Sie können die Einladung durch Klick auf das Bild als PDF herunterladen. Mehr Informationen zum Verein matteo - Kirche und Asyl e.V. erhalten Sie unter https://matteo-asyl.de/

100 Zuhörer beim 24. Rundgespräch in Dillingen

Friede sei mit dir! Das war eine der Botschaften von Salah Arafat am 1. Februar. Friede zwischen den Kulturen ist Grundvoraussetzung nicht nur für die Lösung internationaler Konflikte, sondern auch für die Integration vor Ort.

Was passiert, wenn zwei verschiedene Kulturen aufeinandertreffen? Eine äußerst spannende Frage. Manchmal kommt es zu Missverständnissen, zu Konflikten gar, doch im Idealfall lernen beide voneinander.
Salah Arafat hat genau dies erlebt. Seit 40 Jahren lebt der gebürtige Palästinenser mit Sohn und Enkeln in Deutschland. Seit einigen Jahren gibt er seine Erfahrungen im Rahmen von Vorträgen weiter. So auch am 1. Februar 2018, als er auf Einladung der Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a. d. D.“ e. V. vor 100 Zuhörern im Kath. Kirchenzentrum sprach. Das Thema: „Sitten und Gebräuche in der islamischen Welt“.

Erste Mitgliederversammlung und 23. Rundgespräch

Blick auf die Teilnehmer des 23. Rundgesprächs

Ein Jahr ist nun seit der Gründung unseres Vereins vergangen. Mit rund 78 Ehrenamtlichen betreuen wir 300 Flüchtlinge von ca. 480 in der Stadt Dillingen. Am 23. November zogen wir in unserer ersten Mitgliederversammlung Bilanz.

Weitere Informationen finden Sie im Jahresbericht für das Rumpfgeschäftsjahr 2016 und das Geschäftsjahr 2017.

Beim bisher geplanten Termin für die Mitgliederversammlung gab es leider eine Terminkollision. Der Vorstand legte daher einen neuen Termin für die 1. Mitgliederversammlung fest:

23. November 2017, 19:30 Uhr
im
Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich, Dillingen an der Donau

Dort werden alle Vorstands- und Beiratsmitglieder einen kurzen Bericht über ihren Aufgabenbereich abgeben. Eine Neuwahl der Vorstandschaft ist nicht notwendig, da der Vorstand gem. § 9 Abs. 1 der Satzung für zwei Jahre gewählt ist. Die offizielle Einladung samt Tagesordnung finden Sie hier. Unsere Mitglieder melden Beschlussanträge bitte bis zum 17. November 2017 bei unserem 1. Vorsitzenden und Koordinator Georg Schrenk (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) an.
Neben den Berichten der einzelnen Vorstandsmitgliedern und dem Kassenprüfungsbericht ist der wichtigste Tagesordnungspunkt eine Änderung der Kassenordnung. Die Kassenordnung regelt die Verwendung unserer Spendengelder. Der Vorstand beantragt, dass künftig der Schatzmeister über Beträge bis zu 100 Euro alleine entscheiden darf. Außerdem sollen Darlehen an Flüchtlinge aus dem Spendenkonto jetzt auch für Rechtsanwaltskosten gewährt werden können. Die einzelnen Anträge finden Sie ebenfalls in der Einladung.
Die Versammlung wird mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.

Da die Mitgliederversammlung ein wichtiges Instrument der demokratischen Kontrolle und Transparenz ist, hoffen wir auf zahlreiches Erscheinen unserer Mitglieder.

22. Rundgespräch debattiert über Gebührenbescheide und Identitätsklärung

Die Dillinger Flüchtlingshelfer bewerten die aktuell erhobenen Unterkunftsgebühren als „unfair“. Beim 22. Rundgespräch am 17. Oktober im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich forderten sie daher eine Neuregelung.

Die von ihrem 1. Vorsitzenden und Koordinator Georg Schrenk vorgestellte Petition mit 150 Unterschriften fordert, die Höhe der Unterkunftsgebühren für arbeitende Flüchtlinge an die ortsüblichen Vergleichsmieten anzupassen. Bisher verlangt der Freistaat Bayern von einem Flüchtling, der ein eigenes Einkommen oder Vermögen vorzuweisen hat, eine pauschale Gebühr in Höhe von 278 Euro pro Monat für den Haushaltsvorstand und 97 Euro für jede weitere Person. Hinzu kommt eine monatliche Gebühr für Haushaltsenergie in Höhe von 33 Euro für den Haushaltsvorstand plus 25 Euro pro weiterem Erwachsenen. Das ergibt einen Quadratmeterpreis von mindestens 18,53 Euro. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Dillingen an der Donau beträgt aber nur neun Euro, in Sozialwohnungen sechs.

Noch dazu erhebt der Freistaat die genannten Gebühren auch rückwirkend ab Einzugsdatum, ohne dass die Flüchtlinge aber beim Einzug darüber informiert worden sind. Die Helfer bezeichnen diesen Zustand als „treuwidrig“ und fordern seine Abschaffung.

Sie können die Petition im Wortlaut hier einsehen. Die Veröffentlichung zog außerdem ein breites Medienecho nach sich, welches Sie im Pressespiegel dokumentiert finden.

Auf dem 21. Rundgespräch war auch Andreas Weber zu Gast, der den neuen Gebrauchtwarenladen "Vielerlei" für Flüchtlinge und Bedürftige vorstellte. Der Gebrauchtwarenladung in der Herzogin-Anna-Straße ist der Nachfolger des von uns betriebenen Möbellagers. Weitere Informationen, auch zu Öffnungszeiten, finden sich bei der DonauZeitung.

Zum 21. Mal trafen sich die Dillinger Flüchtlingshelfer im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich zum Rundgespräch. Die wichtigsten Themen: Arbeit, Ausbildung, der Mietwucher bei Unterkunftsgebühren und der angekündigte Besuch von Notker Wolf.

Wir feierten unser Jubiläums-Rundgespräch mit dem Film „Asyland“

Der Film führte den zahlreichen Besuchern im Katholischen Kirchenzentrum St. Ulrich am 25. April 2017 deutlich vor Augen, dass Integration mehr ist als Formulare ausfüllen und sich als Flüchtling möglichst ruhig zu verhalten. Eindringlich stellten vier Asylbewerber, untergebracht in Mönchengladbach, Stuttgart und Berlin ihr Leben mit all den täglichen Herausforderungen dar. Immer wieder war zu erkennen, dass die Suche nach Arbeit im Mittelpunkt steht. Deutlich wurde aber auch, wie die Wartezeiten auf Bescheide an den Nerven zehren.

In der anschließenden Fragerunde erläuterte Oberregierungsrat Peter Alefeld vom Landratsamt Dillingen, dass die Unterbringung in dezentralen Unterkünften sich vorteilhaft auf das Leben der Flüchtlinge ausgewirkt habe. Fauzia aus Afghanistan, seit über drei Jahren in Deutschland, geduldet aufgrund eines Abschiebeverbots durch das BAMF, schilderte ihr bisheriges Leben als Flüchtling und dankte für die Möglichkeiten, die ihr nunmehr geboten werden. Sylvester aus Nigeria erzählte von den Differenzen in den Unterkünften, insbesondere wenn es darum geht, Ordnung und Sauberkeit in den gemeinschaftlich genutzten Räumen wie Küche und Nassraum sicherzustellen. Abdulrahman, ehemals Dozent an der Universität Damaskus, hat gerade seinen Integrationskurs hinter sich und ist jetzt, wie er sagte, „arbeitslos“. Er wohnt mit seiner Familie in Dillingen und nahm die Veranstaltung zum Anlass, Deutschland und gerade den Unterstützern für die Aufnahme und Begleitung zu danken.

Die Mitglieder unserer Gruppe, die zu Wort kamen, hatten wieder einmal als Hauptkritikpunkt den „Bürokratismus“. Dieser koste wertvolle Zeit, die dann für Integrationsmaßnahmen fehle, so Helferin Traudl Bauer. Jüngstes Beispiel ist die bereits bekannte Diskussion um die Unterkunftsgebühren, die mit für Deutschlehrer völlig unlesbaren Bescheiden zugestellt werden. Im Zeitalter der Vernetzung hätten wir uns hier eine direkte Abwicklung über die Behörden vor Ort gewünscht.

Erika Lüters, die zu unserem „Urgestein“ gehört, schilderte die Anfänge des Deutschunterrichts. Hier seien gerade für Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit, positive Veränderungen durch die Kurse beim bfz und bib eingetreten. Probleme gebe es aber bei Flüchtlingen aus Staaten mit „geringer Bleibewahrscheinlichkeit“: hier seien sowohl die Hürden für Deutschunterricht als auch für Arbeit zu groß, kritisierten wir einmütig. Auch wenn Einzelprüfungen erfolgen, würden die Vorgaben in Bayern sehr restriktiv durchgesetzt.

Die vorhandenen Möglichkeiten beim Thema „Arbeit“ stellte Michael Brodbeck vom bfz in einem Vortrag vor. Er wird Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit auf dem Weg zu einer Beschäftigung, aber auch gerade zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses beraten.
In diesem Zusammenhang muss auch auf die von Landrat Leo Schrell und der ehrenamtlichen Unterstützergruppe initiierte Jobbörse hingewiesen werden. Leider hat sie bei den Firmen noch nicht die notwendige Beachtung gefunden.
Georg Schrenk, unser Koordinator und Vorsitzender der Unterstützergruppe nahm die Veranstaltung auch zum Anlass, Erika Lüters, die ihren 75. Geburtstag feierte, mit einem Blumenstrauß zu ehren. Er wies auch auf die Geschichte der Rundgespräche hin und stellte fest, dass man scheinbar in der Öffentlichkeit kaum registriert hätte, dass hier alle sechs Wochen eine Veranstaltung mit zwischen 50 und 100 Teilnehmern, auch mit namhaften Referenten durchgeführt würde. Erfreut war er, dass beim 20. Rundgespräch auch viele Flüchtlinge anwesend waren.

Die große Überraschung des Abends war aber der Dank für Schrenk selbst: seine Stellvertreterin Jutta Libicher ergriff das Wort: „Ohne Dich hätten wir es in Dillingen nie so gut geschafft, all diese Herausforderungen zu bewältigen“, sagte sie laut Redemanuskript. „Du setzt Deinen Bekanntheitsgrad, deine Beziehungen, dein persönliches Engagement ein, um den Flüchtlingen zu helfen.“ Daher habe der Vorstand beschlossen, ihn mit einem kleinen Präsent zu ehren, woraufhin Libicher dem Oberst a.D. einen Essensgutschein für ein Mittagessen mit seiner Frau überreichte.

Georg Schrenk wurde zum Abschluss nicht müde, auf die kommenden Herausforderungen hinzuweisen: So werde, wenn sich zwei Ehrenamtliche fänden, das Projekt „Fußballmannschaft“, für das der Kasernenkommandant der Luitpoldkaserne den Sportplatz einmal wöchentlich bereitstellt, wieder aktiviert. Darüber hinaus ist eine öffentliche Veranstaltung zum Thema: „Integration – überhaupt gewollt? Sachstand und Herausforderungen!“ geplant. Wir wollen damit auch nach dem 20. Rundgespräch weiter im Dialog mit der Öffentlichkeit bleiben.

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