Einladung zum 38. Rundgespräch

Herzliche Einladung an Mitglieder und Nicht-Mitglieder zu unserer 3. Mitgliederversammlung/38. Rundgespräch. In diesem Jahr finden keine Vorstandswahlen statt, da die zweijährige Amtszeit des amtierenden Vorstandes erst 2020 endet (§ 9 Abs. 1 Satz 1 der Satzung). Sie können die Einladung durch Klick auf das Bild als PDF herunterladen. Unsere Mitglieder erhalten die Einladung satzungsgemäß (§ 7 Abs. 3) vorab per Post. Bitte beachten Sie die Antragsfristen.

37. Rundgespräch: Unternehmer aus der Region berichten von erfolgreich ausgebildeten Flüchtlingen, aber auch von den Herausforderungen

Podiumsdiskussion über die Herausforderungen bei der Integration von Geflüchteten in Berufsausbildungen

„Ohne Deutschkenntnisse ist es fast unmöglich, eine Ausbildung zu machen. Dabei hilft es nicht besonders, wenn die Meinung besteht, man könnte auf dem Fußballplatz als ‚Ronaldo‘ Karriere machen. Nur mit harter Arbeit erreicht man den Abschluss“. Das war das Fazit von unserem Vorstandsmitglied, dem ehemaligen Unternehmer Franz Brichta, nach einer Stunde Podiumsdiskussion mit Unternehmern und Berufsschullehrern aus der Region auf dem 37. Rundgespräch am 24. Oktober 2019. „Die Ausbildung in Deutschland ist anspruchsvoller als in den meisten Herkunftsländern“, erklärte Brichta nach der Veranstaltung. „Allein die ‚Fachkunde Metall‘ aus meinem Fachgebiet beispielsweise ist ein 700 Seiten dickes Buch, das ein Industriemechaniker nach 3,5 Jahren im Kopf haben sollte.“ Die Mühe lohne sich aber auch: eine ausgebildete Fachkraft verdiene bis zu 35 % mehr als ein Ungelernter, und in Krisenzeiten verspreche der Berufsabschluss eine höhere Jobsicherheit.

Zeitzeugen berichten beim 36. Rundgespräch in fünf Jahren von ihren multikulturellen Erlebnissen

Jamal Antar, Irmgard Faul, Islam Saiev, Erika Lüters, Louis Omorgbe und Beatrice Wörrle berichteten beim 36. Rundgespräch von ihren Erfahrungen in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe

Einladung zum 35. Rundgespräch

Herzliche Einladung an alle Mitglieder und Unterstützer. Sie können die Einladung durch Klick auf das Bild als PDF herunterladen.

34. Rundgespräch bemängelt Abschreckungspolitik der Staatsregierung / MdB Beate Walter-Rosenheimer (Grüne): „Wenn’s nach uns ginge, würde es anders aussehen!“

Blick in den Saal des Kath. Kirchenzentrums St. Ulrich mit MdL Eva Lettenbauer und MdB Beate Walter-Rosenheimer (beide Bündnis 90/Die Grünen) [Autor: Jan Doria]

Selten war auf einem Rundgespräch so viel geballte politische Prominenz vertreten wie am vergangenen 29. April: mit MdB Beate Walter-Rosenheimer, MdL Eva Lettenbauer und MdL a.D. Christine Kamm (alle Bündnis 90/Die Grünen) konnte unser 1. Vorsitzende und Koordinator der Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D.“ e.V., Georg Schrenk, neben den Honoratioren der Stadt gleich drei Vertreter der Landes- und Bundespolitik begrüßen. Der Bundeswehroberst außer Dienst ließ es sich nicht nehmen, zu Beginn des mittlerweile 34. Rundgesprächs zu scherzen, er wolle „bis zu seiner Pensionierung“ noch auf die Runde Zahl von 40 Veranstaltungen gelangen.

Die Abgeordneten waren nach Dillingen gekommen, um sich vor Ort und persönlich über die Lage der Flüchtlingshelfer „an der Basis“ zu informieren – wofür leider nur Politiker sehr weniger Parteien den Mut aufbrächten, so Schrenk, der sich auf diese Weise gegen den Vorwurf verteidigte, der Verein habe ganz bewusst nur Vertreterinnen der Grünen eingeladen.

33. Rundgespräch Asyl/Migration

Es liegen viele Steine auf dem Weg zur legalen Arbeit für Flüchtlinge in Deutschland. Einer dieser Steine ist die Anerkennung ausländischer Schul- und Berufsabschlüsse. Mostafa Sghir vom Café Tür an Tür Augsburg, das die Migranet-Anerkennungsberatung in Schwaben durchführt, machte den Teilnehmern des 33. Rundgesprächs am 21. März 2019 im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich allerdings Hoffnung und zeigte auf, wie zumindest diese Hürde genommen werden kann.

Zuerst stellte Sghir klar, dass bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen zwischen reglementierten Berufen wie Arzt oder Ingenieur und unreglementierten Berufen zu unterschieden sei, wobei die meisten Berufe in Deutschland in die letztgenannte Kategorie fallen. Für ihre Ausübung ist gar keine Anerkennung eines ausländischen Zeugnisses notwendig. Außerdem sei ein gültiger Aufenthaltsstatus des Flüchtlings keine Voraussetzung für die Anerkennung eines ausländischen Zeugnisses.

Die Antwort auf einen Antrag auf Anerkennung, so Sghir weiter, müsse auch nicht unbedingt nur „ja“ oder „nein“ lauten: es gäbe auch die Möglichkeit einer Anerkennung unter Auflagen, beispielsweise Sprachkenntnisse nachzuholen, welche für einige Berufe notwendig sind. Insgesamt empfahl Sghir den anwesenden ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern, immer auf den Einzelfall zu schauen und die Flüchtlinge zur Anerkennungsberatung in Augsburg weiterzuleiten.

Projekt Jugend und Zukunft unterstützt mit gezielter Nachhilfe

Im Anschluss stellte Christina Mayer vom Landratsamt das Projekt „Jugend und Zukunft“ vor, ergänzt durch die praktischen Erfahrungen der Ehrenamtlichen Franz Brichta und Bernhard Hartmeier. „Jugend und Zukunft“ versucht durch gezielte Nachhilfe, nicht nur jungen Migranten, sondern auch Einheimischen den Weg zu einem guten Bildungsabschluss und einem Ausbildungsplatz zu helfen. Genauso wie bei den Asylhelfern freut sich dieses Projekt über einen weiteren Zuwachs an Helfern.

FW wollen Anfrage an Innenministerium zu Arbeitserlaubnissen stellen

Zu guter Letzt berichtete der 1. Vorsitzende und Koordinator der Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D.“ e.V., Georg Schrenk, von seinem Gespräch mit Landtagsabgeordneten der Freien Wähler in München. Leidiges Thema war einmal mehr der Zugang zu Arbeitserlaubnissen, bei dem die Flüchtlingshelfer seit Jahren Verbesserungen für Asylbewerber und Geduldete fordern. Die teilnehmenden Landtagsabgeordneten der Freien Wähler haben nun zugesagt, im Juni 2019 eine Anfrage an das Innenministerium zu stellen, um herauszufinden, wie viele Flüchtlinge aufgrund einer jüngst erschienen neuen Dienstanweisung zum Umgang mit dem sogenannten „Ermessensspielraum“ bei der Erteilung einer Arbeitserlaubnis tatsächlich leichter eine solche erhielten.

Geburtstagsständchen für Georg Schrenk

Geburtstagsständchen für Georg Schrenk auf dem 32. Rundgespräch

Das 32. Rundgespräch begann mit einer kleinen Überraschung: die anwesenden Flüchtlingshelfer sangen Georg Schrenk, der rund zwei Monate zuvor 70 Jahre alt geworden war, ein Geburtstagsständchen. Schrenk ist seit der Gründung unseres Vereins unser 1. Vorsitzender und Koordinator und war eine der treibenden Kräfte, als sich im Herbst 2014 erstmals ein loser Zusammenschluss der Asyl-Ehrenamtlichen in Dillingen organisierte. Sein Berufsleben verbrachte Schrenk bei der Bundeswehr, unter anderem als Regimentskommandeur der Dillinger Luitpold-Kaserne und in Afghanistan. Der Oberst außer Dienst, der an 13 Standorten in ganz Deutschland eingesetzt war, betonte immer, dass er zu Beginn seiner Karriere einen Eid auf das Grundgesetz geleistet habe, insbesondere auf den Artikel 1: "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Nach dieser Maxime richtet der kritische Katholik sein Engagement für Flüchtlinge aus.

Die anwesenden Ehrenamtlichen dankten ihrem Vorsitzenden für seinen Einsatz und überreichten ihm einen Wellness-Gutschein, den er zusammen mit seiner Frau einlösen darf. Der Gutschein wurde nicht aus Spendengeldern finanziert.

Georg Schrenk überreicht Khadija Alkhatib nach dem 32. Rundgespräch einen Blumenstrauß [author: Heide Terporten]

Der Dialog zwischen Christen und Muslimen ist manchmal einfacher als der zwischen Flüchtlingshelfern und Politik. Das wurde auf dem 32. Rundgespräch deutlich

„Wer satt zu Bett geht, während sein Nachbar hungert, ist nicht von uns!“. So zitierte Khadija Alkhatib den Propheten Mohammed auf dem 32. Rundgespräch. Alkhatib war Englischlehrerin und Moderatorin in Syrien, bis sie 2016 mit ihren drei Kindern ihr Land über die Balkanroute verlassen musste. Seit etwas über einem Jahr lebt sie mit einem sogenannten „subsidiären Schutzstatus“ in Dillingen, seit diesem Monat arbeitet sie  an der Mittelschule Höchstädt. Am Abend des 12. Februar 2019 waren 80 Interessierte aus dem gesamten Landkreis in das Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich gekommen, um zu hören, was eine junge, freiwillig kopftuchtragende Frau zum Thema Islam zu sagen hat.

Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr 2018 – mit einigen Sorgenkindern

Unser Verein wählte auf seiner 2. Mitgliederversammlung am 11. Dezember 2018 im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich gleich drei neue Gesichter in sein Vorstandsteam, nachdem die bisherigen Amtsinhaber ihre Aufgaben aus persönlichen Gründen aufgaben. Schatzmeister wurde der 18 Jahre junge Lukas Firnigl, hinzu kamen die neue 1. stellvertretende Vorsitzende Cornela Kügel-Merkel und der neue Schriftführer Franz Brichta.
Im Amt wiedergewählt wurden Georg Schrenk als 1. Vorsitzender und Koordinator und Jan Doria als dessen 2. Stellvertreter und Medienbeauftragter. Außerdem konnten die Helfer vier neue junge Unterstützerinnen und Unterstützer begrüßen.

Lobende Worte von Oberbürgermeister Frank Kunz

Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU) ließ es sich zu Beginn der Versammlung trotz seines prall gefüllten Terminkalenders nicht nehmen, der nun schon seit zwei Jahren bestehenden Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D.“ e.V. seinen persönlichen Dank und Respekt auszudrücken. Dass es in Dillingen „keine größeren Probleme“ gebe, sei in erster Linie der Verdienst der Ehrenamtlichen. Kunz lobte außerdem die Zuverlässigkeit Schrenks in all seinen Funktionen.

Berichte von Schatzmeister und Medienbeauftragtem

In seinem Jahresbericht stellte der alte Vorstand noch einmal die Herausforderungen des vergangenen Jahres dar.
Der scheidende Schatzmeister Uli Pooch hob hervor, dass alle Flüchtlinge die ihnen gewährten Unterstützungskredite pünktlich zurückzahlten.
Jan Doria berichtete per Videobotschaft, da abwesend aufgrund seines Studiums, über die Medienarbeit des Vereins. Die Vereinswebseite hat unter den bayerischen Flüchtlingshelfern mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad verlangt. Doria plädierte jedoch auch dafür, angesichts der mahnenden Worte Jesu Christi, nicht nur den eigenen Nächsten, sondern auch den Feind zu lieben, in der Öffentlichkeitsarbeit behutsam vorzugehen und niemanden auszugrenzen.

Klare Worte von Georg Schrenk

Unsere Hauptaufgabe und bleibe jedoch, den in Dillingen lebenden Flüchtlingen einen menschenwürdigen Aufenthalt zu ermöglichen, so Georg Schrenk.
Zu diesem Zweck führten wir 2018 einige auch über die Vereinsgrenzen hinweg bekanntgewordene Veranstaltungen durch, so zum Beispiel eine Lesung mit dem Benediktinerpater Notker Wolf, das 29. Rundgespräch mit der Hebamme Stefanie Hofstetter von Ärzte ohne Grenzen oder das Interkulturelle Essen im Chili!.
Dennoch sahen wir uns im Laufe der letzten zwei Jahre gezwungen, mehrere unserer Projekte einzustellen, darunter den Chor der Begegnung aus mangelndem Interesse auf Seiten der Flüchtlinge, das Möbellager, welches im Laden Vielerlei des Bayerischen Roten Kreuzes in Höchstädt aufging, und das Frauenschwimmen.
Schrenk kritisierte mit scharfen Worten, dass abgelehnte Flüchtlinge, die seit drei oder mehr Jahren in Dillingen ausharren, durch die bayerische Asylpolitik quasi gezwungen würden, von Sozialleistungen zu leben. Der Zugang zu Arbeitserlaubnissen und die überbordende Bürokratie seien immer noch große Probleme. Er dankte jedoch dem Team des Landratsamtes und der Asylsozialberatung für die hervorragende Zusammenarbeit, genauso wie der Wohnungslotsin Katja Finger. Der Wohnungsmarkt in Dillingen sei jedoch zunehmend erschöpft – was aber auch daran liege, dass manche Vermieter Vorbehalte gegen Menschen anderer Hautfarbe hegen würden.

Ausblick: Mehr Hilfe zur Selbsthilfe

Im neuen Jahr sei es daher entscheidend, so Schrenk, die bereits gut integrierten Flüchtlinge stärker in die Vereinsarbeit einzubinden. Darüber hinaus müssten wir uns das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ neu zu Herzen nehmen. Schrenk kündigte an, dass der neu gewählte Vorstand stärker nach dem Prinzip „Task Force“ arbeiten werde, da wir nicht mehr in der Lage seien, alle ca. 550 in Dillingen lebenden Flüchtlinge ehrenamtlich zu betreuen. Neue Helfer seien jedoch jederzeit willkommen.

Nach diesen Schlussworten klang er Abend mit libanesisch-syrischem Essen aus. Den vollständigen Jahresbericht finden Sie hier.

Einladung zum 31- Rundgespräch Asyl/Migration

Herzliche Einladung dazu. Unseren Mitgliedern geht die Einladung in Kürze per Post zu. Sie können die Einladung auch durch Klick auf das Bild als PDF herunterladen.

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