Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr 2018 – mit einigen Sorgenkindern

Unser Verein wählte auf seiner 2. Mitgliederversammlung am 11. Dezember 2018 im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich gleich drei neue Gesichter in sein Vorstandsteam, nachdem die bisherigen Amtsinhaber ihre Aufgaben aus persönlichen Gründen aufgaben. Schatzmeister wurde der 18 Jahre junge Lukas Firnigl, hinzu kamen die neue 1. stellvertretende Vorsitzende Cornela Kügel-Merkel und der neue Schriftführer Franz Brichta.
Im Amt wiedergewählt wurden Georg Schrenk als 1. Vorsitzender und Koordinator und Jan Doria als dessen 2. Stellvertreter und Medienbeauftragter. Außerdem konnten die Helfer vier neue junge Unterstützerinnen und Unterstützer begrüßen.

Lobende Worte von Oberbürgermeister Frank Kunz

Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU) ließ es sich zu Beginn der Versammlung trotz seines prall gefüllten Terminkalenders nicht nehmen, der nun schon seit zwei Jahren bestehenden Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D.“ e.V. seinen persönlichen Dank und Respekt auszudrücken. Dass es in Dillingen „keine größeren Probleme“ gebe, sei in erster Linie der Verdienst der Ehrenamtlichen. Kunz lobte außerdem die Zuverlässigkeit Schrenks in all seinen Funktionen.

Berichte von Schatzmeister und Medienbeauftragtem

In seinem Jahresbericht stellte der alte Vorstand noch einmal die Herausforderungen des vergangenen Jahres dar.
Der scheidende Schatzmeister Uli Pooch hob hervor, dass alle Flüchtlinge die ihnen gewährten Unterstützungskredite pünktlich zurückzahlten.
Jan Doria berichtete per Videobotschaft, da abwesend aufgrund seines Studiums, über die Medienarbeit des Vereins. Die Vereinswebseite hat unter den bayerischen Flüchtlingshelfern mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad verlangt. Doria plädierte jedoch auch dafür, angesichts der mahnenden Worte Jesu Christi, nicht nur den eigenen Nächsten, sondern auch den Feind zu lieben, in der Öffentlichkeitsarbeit behutsam vorzugehen und niemanden auszugrenzen.

Klare Worte von Georg Schrenk

Unsere Hauptaufgabe und bleibe jedoch, den in Dillingen lebenden Flüchtlingen einen menschenwürdigen Aufenthalt zu ermöglichen, so Georg Schrenk.
Zu diesem Zweck führten wir 2018 einige auch über die Vereinsgrenzen hinweg bekanntgewordene Veranstaltungen durch, so zum Beispiel eine Lesung mit dem Benediktinerpater Notker Wolf, das 29. Rundgespräch mit der Hebamme Stefanie Hofstetter von Ärzte ohne Grenzen oder das Interkulturelle Essen im Chili!.
Dennoch sahen wir uns im Laufe der letzten zwei Jahre gezwungen, mehrere unserer Projekte einzustellen, darunter den Chor der Begegnung aus mangelndem Interesse auf Seiten der Flüchtlinge, das Möbellager, welches im Laden Vielerlei des Bayerischen Roten Kreuzes in Höchstädt aufging, und das Frauenschwimmen.
Schrenk kritisierte mit scharfen Worten, dass abgelehnte Flüchtlinge, die seit drei oder mehr Jahren in Dillingen ausharren, durch die bayerische Asylpolitik quasi gezwungen würden, von Sozialleistungen zu leben. Der Zugang zu Arbeitserlaubnissen und die überbordende Bürokratie seien immer noch große Probleme. Er dankte jedoch dem Team des Landratsamtes und der Asylsozialberatung für die hervorragende Zusammenarbeit, genauso wie der Wohnungslotsin Katja Finger. Der Wohnungsmarkt in Dillingen sei jedoch zunehmend erschöpft – was aber auch daran liege, dass manche Vermieter Vorbehalte gegen Menschen anderer Hautfarbe hegen würden.

Ausblick: Mehr Hilfe zur Selbsthilfe

Im neuen Jahr sei es daher entscheidend, so Schrenk, die bereits gut integrierten Flüchtlinge stärker in die Vereinsarbeit einzubinden. Darüber hinaus müssten wir uns das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ neu zu Herzen nehmen. Schrenk kündigte an, dass der neu gewählte Vorstand stärker nach dem Prinzip „Task Force“ arbeiten werde, da wir nicht mehr in der Lage seien, alle ca. 550 in Dillingen lebenden Flüchtlinge ehrenamtlich zu betreuen. Neue Helfer seien jedoch jederzeit willkommen.

Nach diesen Schlussworten klang er Abend mit libanesisch-syrischem Essen aus. Den vollständigen Jahresbericht finden Sie hier.

Einladung zum 31- Rundgespräch Asyl/Migration

Herzliche Einladung dazu. Unseren Mitgliedern geht die Einladung in Kürze per Post zu. Sie können die Einladung auch durch Klick auf das Bild als PDF herunterladen.

Natalie Wochowski von der Zentralen Rückkehrberatung Augsburg (ZRB) beim 30. Rundgespräch

Wussten Sie, dass das Entwicklungsministerium in verschiedenen Staaten dieser Welt Zentren unterhält, um Rückkehrern aus Deutschland den Neustart in der Heimat zu erleichtern? Alles über die „freiwillige Rückkehr“ erfuhren die rund 30 Zuhörer, darunter MdL Georg Winter (CSU), beim 30. Rundgespräch „Asyl/Migration“ am 14. November 2018 im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich.

Know-How aus Dillingen im Sénégal

Nina Hoferichter von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in München informierte unter anderem über die Zentren im Sénégal und in Nigeria. Dort werden Rückkehr unter Anderem in den Bereichen Landwirtschaft und Textil geschult. Dabei kommt das Ausbildungskonzept "Bau eines Solarkoffers" zum Einsatz, bei dem der Dillinger Berufspädagoge Manfred Wolf mitwirkt – so auch in einem Berufsbildungszentrum in Thiés, Sénégal, im Dezember 2018.

Der erste Flug des Lebens – nach Hause

Wer kann diese Zentren nutzen? Alle Flüchtlinge aus den genannten Staaten, die sich für eine freiwillige Rückkehr entscheiden, egal, ob ihr Asylantrag angenommen wurde oder nicht. Der erste Schritt ist meist der Kontakt zur Zentralen Rückkehrberatung (ZRB) in Augsburg. Natalie Wochowski erläuterte beim 30. Rundgespräch, dass ihre „Klienten“ dort eine „Rückkehrberatung in Würde“ erhielten. Die Beratung sei vertraulich, über ihre Inhalte erführen weder die Auslandsbehörden noch andere Ämter. Auch stünden genügend Dolmetscher zur Verfügung. Die Beratung umfasse nicht nur finanzielle, organisatorische und rechtliche Fragen, sondern auch ganz persönliche: für viele Flüchtlinge sei der organisierte Rückflug in ihr Heimatland der erste Flug ihres Lebens und daher mit großer Aufregung verbunden, erzählte Wochowski. Dennoch gelte: zur Rückkehr gezwungen werde niemand. Wer sich für eine freiwillige Rückkehr entscheide, könne jedoch mit 1.200 Euro Starthilfe und 200 Euro Reisebeihilfe rechnen. Hinzu kämen Ausbildungshilfen nach der Rückkehr vor Ort und die Aussetzung einer eventuell geplanten Abschiebung. 2017 hätten 807 Menschen diese Beratung in Anspruch genommen, 363 seien letztlich ausgereist.

Einige Fragen bleiben offen

Im Anschluss diskutierten die Zuhörer des 30. Rundgesprächs die Möglichkeiten der freiwilligen Ausreise. Darunter waren auch kritischen Fragen wie beispielsweise zur Korruption im Sénégal. In der Heimat wieder neu Fuß zu fassen, sei oft nicht einfach, führte unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk aus. Abgeschobene Flüchtlinge kehrten als „Verfemte“ in ihre Heimatländer zurück: als Gescheiterte und Versager, denen es nicht gelungen sei, in Europa zu bleiben, nachdem sie unter Aufwendung aller Ersparnisse ihrer Familien dorthin geschickt worden seien.

Dennoch wurde deutlich: ZRB und GIZ geben Flüchtlingen in ihrer Heimat wieder Startchancen. Solange jedoch Terror, Krieg, soziale Not und sich negativ verändernde klimatische Bedingungen den Menschen für ein besseres Leben kaum eine andere Alternative als die Flucht lassen, werden sie sich weiter auf den Weg dorthin machen, wo sie ein besseres Leben erhoffen. Am Ende galt der Dank den beiden Referentinnen verbunden mit dem Hinweis an die Besucher, für Mitwirkende in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit zu werben, da die vorhandenen Ehrenamtlichen bei weitem nicht mehr in der Lage sind, alle Herausforderungen zu meistern.

Stefanie Hofstetter Ärzte ohne Grenzen 30. Rundgespräch

Einen eindrucksvollen Vortrag mit zahlreichen Bildern erlebten die über 90 Zuhörerinnen und Zuhörer des 30. Rundgesprächs "Asyl/Migration" im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich. Die Hebamme Susanne Hofstetter von Ärzte ohne Grenzen schilderte ihre persönlichen Erfahrungen auf dem Rettungsschiff "Aquarius" im zentralen Mittelmeer vor der libyschen Küste, auf dem sie von Januar bis Mai 2018 eingesetzt war. Das Schiff "Aquarius" wurde seither zum Spielball der europäischen Politik und wird momentan aus politischen Gründen festgehalten, doch Frau Hofstetters Vortrag war ein klares Bekenntnis zum Prinzip der Rettung Schiffbrüchiger, wie es in Artikel 98 des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen festgeschrieben ist. Herzlichen Dank dafür!

28. Rundgespräch

28. Rundgespräch – dieses Mal in lockerer Runde im Albangarten des Kirchenzentrums St. Peter zu Dillingen. Die Stimmung war gut. Wir tauschten uns aus und stellten fest, dass noch viel zu tun ist. Besondere Sorge bereitet uns, dass zwar von Integration viel geredet wird, wir außer den gesetzlichen Mindestaufgaben aber wenig erkennen können. Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch die Geflüchteten, die schon mehrere Jahre hier sind, gemäß Amtsdeutsch geringe oder keine Bleibeperspektive haben und jetzt, da es kaum Beschäftigungserlaubnisse für sie gibt, in den Unterkünften vor sich hin vegitieren. Wenn auch manches Gesicht fehlte, weil schon im Urlaub oder keine Zeit, beschloss man derartige Veranstaltungen zu wiederholen. Das Essen kam diesen Mal aus dem Falafel Beirut und schmeckte hervorragend.

Dillinger Flüchtlingshelfer befragen Frank Kunz und Leo Schrell beim 27. Rundgespräch

Der Saal des Kirchenzentrums St. Ulrich in Dillingen war bis auf den letzten Platz gefüllt, als unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk die Veranstaltung eröffnete. Beim 27. Rundgespräch "Asyl/Migration" stellten Landrat Leo Schrell (FW) und Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU) sich den Fragen der Teilnehmer.
Landrat Leo Schrell erläuterte die derzeitigen und geplanten Maßnahmen zur Integration. Oberbürgermeister Frank Kunz berichtete, dass alle Flüchtlingskinder einen Kindergarten- oder einen Schulplatz erhalten würden. Danach stellten die Teilnehmer Fragen und Stadtpfarrer Wolfgang Schneck moderierte das Geschehen. Die meisten Fragen wurden zur Nichterteilung von Beschäftigungserlaubnissen, den desolaten Wohnungen, die zum Teil angeboten und angemietet werden aber auch die Wartezeiten bei der Beurkundung von Geburtsfällen gestellt. Landrat und Oberbürgermeister beantworteten die Fragen aus ihrer Sicht. Die Zeit reichte gar nicht aus, um alle Fragen zu stellen oder zu beantworten.

Schrenk betonte in seiner Vorstellung der Lage in Dillingen, dass die Flüchtlingshelfer zwar von vielen Seiten Unterstützung erhielten, aber auch vor gewaltigen Herausforderungen stünden. So habe die Zahl der Unterstützer seit 2015 stetig abgenommen. Der stetige Kampf gegen die Behörden, welche beispielsweise die 3+2-Regelung nicht vollständig umsetzen; aber auch die Diskussion mit Flüchtlingen, die sich nicht an Empfehlungen hielten, sei "ärgerlich und frustrierend". Schrenk versprach den Anwesenden jedoch, nicht aufzugeben, und verwies beim Thema Arbeitserlaubnisse auf die Aussagen des Deutschland-Chefs von "Ärzte ohne Grenzen" bei der Verleihung des St.-Ulrichspreises.

Am Schluss war man sich einig, dass die Veranstaltung wiederholt werden sollte.

26. Rundgespräch mit Salah Arafat in Dillingen an der Donau

Was so leicht klingt, gestaltet sich in der Praxis aber schwieriger. Die Unterschiede zwischen der deutschen und der arabischen Arbeitswelt sind enorm. Salah Arafat leistete beim 26. Rundgespräch Aufklärung.

Stephan Theo Reichel beim 25. Rundgespräch in Dillingen an der Donau

Ein Abend voller Antworten: das 25. Rundgespräch mit Stephan Theo Reichel

„Das Kirchenasyl ist die Ultima Ratio. Wir machen das nur, wenn es um Gefahr für Leib, Leben, Menschenwürde geht“. Das sagt nicht irgendwer, das sagt Stephan Theo Reichel, der zuerst für die Evangelische Landeskirche in Bayern drei Jahre lang rund 700 Kirchenasyle betreut hat und nun den neugegründeten Verein „matteo – Kirche und Asyl e.V.“ als Geschäftsführer leitet. Und doch klingt es so, als wolle Reichel seinen eigenen Job am liebsten abschaffen: „Jedes Kirchenasyl ist ein Skandal“. Wie kann das sein? Das 25. Rundgespräch am 06. März 2018 im vollgefüllten Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich gab Antworten.

100 Zuhörer beim 24. Rundgespräch in Dillingen

Friede sei mit dir! Das war eine der Botschaften von Salah Arafat am 1. Februar. Friede zwischen den Kulturen ist Grundvoraussetzung nicht nur für die Lösung internationaler Konflikte, sondern auch für die Integration vor Ort.

Was passiert, wenn zwei verschiedene Kulturen aufeinandertreffen? Eine äußerst spannende Frage. Manchmal kommt es zu Missverständnissen, zu Konflikten gar, doch im Idealfall lernen beide voneinander.
Salah Arafat hat genau dies erlebt. Seit 40 Jahren lebt der gebürtige Palästinenser mit Sohn und Enkeln in Deutschland. Seit einigen Jahren gibt er seine Erfahrungen im Rahmen von Vorträgen weiter. So auch am 1. Februar 2018, als er auf Einladung der Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a. d. D.“ e. V. vor 100 Zuhörern im Kath. Kirchenzentrum sprach. Das Thema: „Sitten und Gebräuche in der islamischen Welt“.

Erste Mitgliederversammlung und 23. Rundgespräch

Blick auf die Teilnehmer des 23. Rundgesprächs

Ein Jahr ist nun seit der Gründung unseres Vereins vergangen. Mit rund 78 Ehrenamtlichen betreuen wir 300 Flüchtlinge von ca. 480 in der Stadt Dillingen. Am 23. November zogen wir in unserer ersten Mitgliederversammlung Bilanz.

Weitere Informationen finden Sie im Jahresbericht für das Rumpfgeschäftsjahr 2016 und das Geschäftsjahr 2017.

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