Von Einem, der floh, um frei zu sein

Zekarias Kebraeb zusammen mit einem eritreeischen Flüchtling aus Dillingen
Zekarias Kebraeb zusammen mit einem eritreeischen Flüchtling aus Dillingen

Stell dir vor, du fliehst, und keiner nimmt dich auf. Mit diesem Satz lassen sich wohl die ersten Erfahrungen von Zekarias Kebraeb zusammenfassen, der aus Eritrea nach Deutschland floh, um frei zu sein. Am 18. November 2016 stellte er im Rahmen einer Autorenlesung im Kath. Kirchzentrum St. Ulrich sein Buch „Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn“ vor. Seine erste Erfahrung in Deutschland: Freiheitsstrafe, wegen unerlaubtem Aufenthalt. Wer flieht, ist nicht unbedingt willkommen.

Seine zweite: Lageraufenthalt in Nürnberg. Residenzpflicht, Ausbildungsverbot, Arbeitsverbot. Der Umkreis eines Menschen, der über 9.000 Kilometer durch einen Kontinent floh, reduziert sich auf die Größe eines deutschen Landkreises. Die Träume eines Menschen, der aus einer Diktatur flog, enden in einer Demokratie hinter hohen, kalten Mauern.

„Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut“. Dieses Lebensmotto von Sokrates steht über dem Leben von Zekarias Kebraeb, und es hat ihn getragen, bis zum Ziel: Anerkennung, deutsche Staatsbürgerschaft, Ausbildung. Selbstverständlich für Millionen Menschen, ein utopischer Traum für Milliarden. Die Ungerechtigkeit der Geburtenlotterie der Erde, die Ungerechtigkeit der alltäglichen Bürokratie – in seinem Vortrag wurde all das deutlich.

Stellen Sie sich vor, Maria und Joseph sind auf der Suche nach einer Herberge und können ihr Kind nicht einmal in eine Krippe legen, weil nirgendwo Platz für sie ist. Was würden Sie tun?

Georg Schrenk bedankt sich bei Zekarias Kebraeb für seine Lesung in Dillingen
Unser Koordinator und 1. Vorsitzende Georg Schrenk übergibt das Dankeschön an Zekarias Kebraeb

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