Eigentlich war ja Kirchweih, an diesem Festsonntag, dem 18.10.2015. Einige unserer Unterstützer machten sich jedoch auf den Weg zur Asylwallfahrt ins rund 30 Kilometer entfernte Biberbach.

Die Abteilung Mission-Entwicklung-Frieden der Diözese Augsburg hatte dorthin zum Gottesdienst mit anschließendem Vortrag und Begegnung für Flüchtlinge, Asylsuchende und Helferkreise eingeladen. Pfarrer Ulrich Riedl und der Pfarrer der afrikanischen Gemeinde Augsburg feierten mit uns den Gottesdienst. Beim anschließenden Vortrag im Pfarrzentrum schilderte uns Bruder Hans-Dieter Ritterbecks von den Comboni-Missionaren von seinen Erfahrungen im Südsudan. Der beste Weg, um die Menschen in diesen Ländern zum Bleiben zu bewegen, sei, ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und vor allem mit der Ausbeutung der afrikanischen Staaten, auch durch unsere Großkonzerne, aufzuhören. Darüber hinaus müsse den Menschen geholfen werden, ihre staatliche Identität zu finden. Noch immer schwelen in ganz Afrika zahllose Bürgerkriege, die auf die willkürlichen Grenzziehungen der Europäer zurückgehen, die im Kolonialzeitalter keinerlei Rücksicht auf ethnische oder geographische Gegebenheiten nahmen. Hinzu kommen die zahlreichen Waffenlieferungen, auch Deutschlands, in die Krisenregionen der Welt, die einen Konflikt naturgemäß nur weiter anheizen, statt ihn zu befrieden. Viele der Probleme, mit denen wir uns auf globaler Ebene konfrontiert sehen, sind also „hausgemacht“, und können sicher nicht gelöst werden, indem – wie am selben Tag vorgeschlagen – in Deutschland erneut Mauern errichtet wäre. Nötig wäre ein großer Wurf. Bezeichnend ist dabei, dass leider war der Bundesentwicklungshilfeminister nicht vor Ort war, obwohl er vorher ausdrücklich eingeladen wurde.

Alles in einem war es dennoch eine bemerkenswerte Veranstaltung, die es verdient, an anderen Orten und unter Einbeziehung der Helferkreise bei der Vorbereitung und Durchführung wiederholt zu werden.

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