Ökumenisches Friedensgebet mit Flüchtlingen im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich Dillingen Donau

Wird unsere Welt unfriedlicher? Nicht nur in den Flüchtlingsherkunftsländern, auch in Deutschland, Europa und den USA steht der gesellschaftliche Frieden und Zusammenhalt zunehmend auf dem Prüfstand. Was dagegen tun? Gemeinsam für Frieden beten. Am 7. März 2019 wirkten erstmals Dillinger Flüchtlinge am monatlichen Friedensgebet im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich mit, zwei Syrerinnen trugen Fürbitten vor. Die gemeinsame Überzeugung: unabhängig ob Christ, Muslim, Atheist oder anderes, gemeinsam können wir uns für den Frieden einsetzen.

Unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk wies in seinen einleitenden Worten darauf hin, dass sich zurzeit 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht befinden, die meisten davon in Entwicklungsländern. Migration ist also ein globales Phänomen, dass sich nicht wegdiskutieren lässt. Während gleichzeitig Bayern nach Afghanistan abschiebe, fänden dort mehrmals täglich Sprengstoffanschläge statt, so der ehemalige Oberst der Bundeswehr, der auch mehrmals in Afghanistan war. Schrenk berichtete von der Begegnung Erlebnis mit einer Frau, die mit ihren Kindern auf der Straße beschimpft wurde: "Hau ab, du gehörst nicht hierher!". Häufig höre er das Vorurteil, dass die Flüchtlinge nicht arbeiten wollten, obwohl das Gegenteil der Fall ist: der bayerische Staat lässt sie oftmals nicht arbeiten. Umso wichtiger sei es, gemeinsam für sozialen Frieden zu bitten.

Unter den anschließenen Fürbitten, die auch von Flüchtlingen vorgetragen wurden, befanden sich unter Anderem die Bitte um Frieden und Freiheit in den Herkunftsländern und um den Schutz der zurückgebliebenen Verwandten. Die Flüchtlinge baten aber auch für die Opfer von Terrorismus in Deutschland: "Immer wieder gibt es Geflüchtete, die Terror und Gewalt auch nach Deutschland tragen wollen. Lass sie die Einsicht gewinnen, dass derartiges Verhalten der Gastfreundschaft widerspricht und gib, dass es den deutschen Sicherheitskräften gelingt, Terror und Gewalt zu verhindern". Die anwesenden Dillinger Bürger baten im Gegenzug darum, die Lage der Flüchtlinge besser zu verstehen.
Allen Teilnehmern gemeinsam war wohl die Bitte um Frieden zwischen den Religionen: "Viele Auseinandersetzungen in aller Welt haben ihren Ausgangspunkt auch darin, dass sich Menschen unterschiedlicher Religionen bekriegen. Gib den Handelnden die Einsicht, dass Du ein Gott des Friedens bist und es nicht Dein Wille ist, dass aus religiösen Gründen Kriege geführt werden".

Die ökumenischen Friedensgebete finden an jedem 7. des Monats statt. Herzliche Einladung an alle, die den Frieden wünschen!

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