Der Mensch ist das Maß

2. Regenerationsseminar für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer Dillingen/Donau

Zum Teil schon seit fünf Jahren sind sie im Einsatz, die Unterstützerinnen und Unterstützer in der Flüchtlingsarbeit. Überall standen sie bereit und zeigten in Wort und Tat, dass sie das „Wir schaffen das!“ der Kanzlerin in die Realität umsetzen wollen und können. Letztlich waren nicht die zuständigen staatlichen Behörden und die Kommunen die Gewähr dafür, dass der Flüchtlingsansturm nicht in einem Chaos endete. Es waren die ungezählten Ehrenamtlichen. Ihre Zahl hat sich deutlich reduziert, sei es durch persönliche Enttäuschungen bei der Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen oder auch durch Erlebnisse mit Flüchtlingen. Sie können dem Lob aus dem politischen Bereich meist nichts mehr abgewinnen, da sie täglich erleben, dass außer dem Mindestmaß an Integrationsmaßnahmen wie Schul- und Kindergartenplätze kaum etwas geschieht.

Um für die vielfältigen Aufgaben Kraft zu schöpfen und darüber zu reflektieren, widmeten sich 12 Ehrenamtliche aus Dillingen, Wertingen und Haunsheim den Fragen: Wer bin ich? Warum engagiere ich mich? Was habe ich erreicht? Was fordert mich heraus? Unter der Leitung von Josefine Prinz von dem bischöflichen Ordinariat in Augsburg diskutierte man die Fragen und suchte nach Antworten. Dabei konnte man feststellen, dass sich die realitätsfernen Forderungen aus dem politischen Bereich, wie Ankerzentren und ähnliches oder die Arbeitsverbote für Flüchtlinge mit geringer Bleibewahrscheinlichkeit, wenig als Lösungen eignen. Es ist, wie unser Koordinator Georg Schrenk sagte, dass man um der Integration aber auch um der Menschen willen sich weiter einsetzen muss. Intensiv wurde auch über die Frage des Abschiednehmens gesprochen, wenn Geflüchtete Deutschland wieder verlassen müssen. Man war sich einig, ihnen den Abschied einfacher zu machen, sei es durch Erinnerungsgaben oder durch Kontakthalten in die Heimatländer. Abschließend sprach man über die wunderbare Brotvermehrung und die Speisung der 5000 aus dem Matthäusevangelium. Gerade das Übriggebliebene wäre bezogen auf die heutige Zeit ausreichend, um die Hungernden zu ernähren. Aber auch die Reaktion Jesu, die Menschen nicht, wie die Jünger empfohlen hatten, in Dörfer zurückzuschicken, sondern ihnen auch geistige Nahrung zu geben, erinnert an die Situation heute.

Georg Schrenk dankte der Referentin und allen Teilnehmern und bat sie, sich nicht vom Umfeld beirren zu lassen. Im Mittelpunkt steht der Mensch und nicht populistische Forderungen, die täglich auf uns niederprasseln.

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