Vortrag Afghanistan Mittelschule Höchstädt/Donau

Bücher weg, Hefte weg, Stifte raus: was in der Schule normalerweise als gefürchtete Ansage für einen Stehgreifaufgabe gilt, entpuppte sich am 10. April 2018 für 50 Schüler der 7. Klassen an der Mittelschule Höchstädt als Auftakt zu einer ganz besonderen Schulstunde. Der Lehrer überließ das Pult Omidullah Mohammadi, der aus Afghanistan floh, seit dem 22. Oktober 2015 in Deutschland ist und seit dem 13. Dezember 2017 in Dillingen lebt. Begleitet wurde er von unserem 1. Vorsitzenden und Koordinator, Georg Schrenk.

Afghanistan ist nicht sicher

Mohammadi berichtete eindrucksvoll von den Zuständen in Afghanistan und den Gründen seiner Flucht. Das Land wird in den Medien oft als sicher für Abschiebungen dargestellt. Mohammadi korrigierte diese Vorstellung und berichtete sehr plastisch von den verschiedenen rivalisierenden Terrorgruppen, die seiner Familie dort noch heute das Leben zur Hölle machten.
Schrenk ergänze seinen Vortrag mit aktuellen Informationen zur Asylpolitik: im Schnitt werde alle drei Sekunden auf dieser Welt jemand zur Flucht gezwungen, die Hälfte aller Flüchtlinge seien Kinder. Unsere Gruppe sehe es als moralische Verpflichtung an, diesen Menschen zu helfen, sagte Schrenk, und zitierte sein großes Vorbild, den verstorbenen CDU-Politiker Heiner Geißler. Die Integration der Flüchtlinge sei nicht immer leicht, aber es gebe Erfolge: so nahm im März der erste Dillinger Flüchtling ein Studium auf, und auch dank der Arbeit der Helfer konnten mittlerweile ca. 35 % der Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung gebracht werden – trotz des stetigen Kampfes gegen die Mühlen der Bürokratie.

„Die beste Veranstaltung, die ich je besucht habe“

Schrenk warb bei seinem jungen Publikum auch für unsere Integrationsprojekte, zum Beispiel den Chor der Begegnung oder den Fußballtreff. Die 7. Klässler zeigten sich enorm interessiert und stellten ca. 30 Rückfragen, die Mohammadi souverän auf Deutsch beantwortete. „Das war die beste Veranstaltung, die ich je an einer Schule erlebt habe!“, meinte Schrenk im Nachgang der Veranstaltung. Auch teilnehmende Lehrer von der Mittelschule Höchstädt äußerte sich sehr positiv.

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