Interkulturelles EssenWoran denken Sie zuerst, wenn Sie an fremde Länder denken? An Urlaub? An Strand? An Fremdsprachen?
Das Team der „Kulturküche“ denkt an Essen. Zusammen mit weiteren Flüchtlingsfamilien werden wir am Samstag, den 27.10.2018, von 17 bis 21 Uhr erstmals ein „Interkulturelles Essen“ in der Kulturkneipe Chil! anbieten. Es erwartet Sie ein leckeres, selbst zubereitetes Büffet mit Speisen aus Syrien und afrikanischen Staaten wie Nigeria und Eritrea, sowie ein inhaltliches Rahmenprogramm zu den Ländern und zum Eine-Welt-Laden. Außerdem hat der Liedmacher „Tom der Wolf“ aus Jettingen mit seiner Gitarre und mit seinen Liedern seine Teilnahme zugesagt. Eine hervorragende Möglichkeit, sich abseits von Zeitung, Radio und Internet ein eigenes Bild zu machen! Denn Integration geht durch den Magen.

Das Büffet wird zum Selbstkostenpreis von 10 Euro pro Teilnehmer angeboten (ausgenommen Flüchtlinge). Für Getränke sorgt das Chil!, diese müssen selbst bezahlt werden.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Die offizielle Einladung finden Sie hier.

Auftaktkundgebung Herz statt Hetze in der Königsstraße Dillingen

Am 13. Oktober fand die erste Kundgebung von "Herz statt Hetze" in der Dillinger Altstadt mit mehr als 100 Teilnehmern statt, darunter ca. 30 aus unserer Gruppe. Die überparteiliche und überkonfesionelle Bürgerbewegung im Landkreis wird durch ein breites Bündnis getragen und richtet sich gegen einen neuen Politikstil in unserem Land, der an die dunkelsten Zeiten seiner Geschichte erinnert.

Als Flüchtlingshelfer unterstützen wir das Eintreten für Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Menschenrechte ausdrücklich. Wir wenden uns insbesondere gegen eine hasserfüllte und auf Abgrenzung ausgerichtete Sprache, die in allererster Linie gegen Geflüchtete, aber leider immer wieder auch gegen uns selbst gebraucht wird. Von denjenigen, die von Ankerzentren reden: Wie viele von ihnen kennen die reale Situation dort? Von denjenigen, die Kreuze aufhängen: Wie viele von ihnen nehmen sich tatsächlich zu Herzen, was in der Bibel steht?

Integrationsprojekt Come on! Dillingen an der Donau

Unser neues Integrationsprojekt "Come on!" hat begonnen. 13 begeisterte und engagierte Teilnehmer trafen sich am vergangenen Mittwoch, den 12. September 2018 zum ersten Mal in der Gemeinschaftsunterkunft in der Max-Planck-Straße. Wir danken allen beteiligten Haupt- und Ehrenamtlichen für ihre Unterstützung!

Sprachworkshop soll Beschäftigungslose Flüchtlinge integrieren

Nur wenige sind sich bewusst, dass das deutsche Asylrecht seit 2016 die Menschen in zwei Klassen einteilt: in diejenigen mit einer „hohen Bleibeperspektive“ – und in diejenigen, die so schnell wie möglich wieder gehen sollen. Erstere kommen beispielsweise aus Syrien, Eritrea oder dem Irak. Sie haben Zugang zu Sprach- und Integrationskursen und zu Arbeitserlaubnissen. Letztere haben nichts.
„Diese Trennung ist etwas künstlich“, beschwert sich unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk. Denn man geht bei den zuständigen staatlichen Stellen davon aus, dass Asylanträge schnell bearbeitet und abgelehnte Asylbewerber schnell abgeschoben werden. Das ist jedoch immer noch nicht der Fall. Das Ergebnis: beschäftigungslose junge Männer, die von Staats wegen dazu verurteilt sind, mehr als vier Jahre in Asylunterkünften herumzulungern und drohen, in die Kriminalität abzurutschen. Teils nachdem sie bereits in den Arbeitsmarkt integriert waren. Führende Asylexperten wie Georg Strasser aus Starnberg warnen bereits seit Jahren vor den Folgen dieser Politik für Bayern. „Die Politik stellt sich taub und lässt diese Menschen alleine“, so Schrenk. In Dillingen handele es sich schätzungsweise um einen Kreis von ca. 90 Personen.

Kursinhalte: von Bewerbung bis Waldspaziergang

Daher nehmen wir das Problem selbst in die Hand: zusammen mit der Diakonie Neu-Ulm starteten wir am 12. September das neue Integrationsprojekt „Come on!“. Es soll Flüchtlingen ohne Zugang zu Arbeit und Sprachkursen neue Perspektiven bieten. „Wir wollen ihre Kompetenzen erweitern und ihr Selbstbewusstsein stärken“, so Dieter Kogge, Flüchtlings- und Integrationsberater der Diakonie, der das Projekt betreut. Dazu werde am ersten Kurstag mit einem kleinen Deutschtest das Eingangsniveau der Teilnehmer überprüft.
Unter „Kompetenzen“ verstehen er und sein Team nicht nur Sprachkenntnisse auf einem Niveau von A1 bis A2, sondern auch Kenntnisse über das Leben in Deutschland. Die Teilnehmer sollen die wichtigsten Verkehrsregeln kennenlernen, sich mit der Rolle von Mann und Frau in unserer Gesellschaft auseinandersetzen, Bewerbungen schreiben, anhand der Zeitungslektüre einen Zugang zu Dillingen finden und sogar „die Bibel als christliches Dokument“ kennenlernen. Der passionierte Jäger Schrenk plant außerdem einen Waldspaziergang.

Im Mittelpunkt: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit

Ganz besonderes Augenmerk legt das neunköpfige Team auf zwei Tugenden, die als „typisch deutsch“ gelten: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. „Eine große Herausforderungen bei vielen Kursen, die wir bereits durchgeführt haben“, gibt Schrenk zu.
Um dieses Problem zu lösen, hat sich das Team von „Come on!“ ein Punktesystem ausgedacht. Wer sich aktiv in den Kurs einbringt, regelmäßig seine Hausaufgaben macht und Verantwortung übernimmt, erhält Bonuspunkte. Wer dagegen seine Hausaufgaben vergisst, bekommt zwanzig Punkte abgezogen. Am Ende des sechsmonatigen Kurses gibt es ein Zertifikat, das über die erreichte Punktzahl informiert. „So führen wir die Flüchtlinge an das Prinzip der Leistungsgesellschaft heran“, erläutert Schrenk. „Auch Flüchtlinge erhalten bei uns nichts geschenkt!“ Deswegen kostet die Teilnahme bei denen, die noch Geldzuwendungen erhalten, auch eine Gebühr von fünf Euro pro Monat.

Hier geht's zum offiziellen Flyer und zum Anmeldeformular von "Come on!".

Flüchtlingshelfer-Flohmarkt Dillingen an der Donau

Zahlreiche Schreibhefte, Stifte und Spiele wechselten ihren Besitzer bei unserem Flüchtlingshilfe-Flohmarkt am 15. Juni 2018 im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich. Zwar konnte sich die Spendenkasse über erstaunlich hohe Zusatzeinnahmen freuen, viel lieber wäre es uns jedoch gewesen, einige Einheimische hätten die Chance genutzt, um mit den anwesenden Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen.
Übrig gebliebenes Material geht jetzt an den Laden „Vielerlei“ in Höchstädt. Wie wir unsere Einnahmen verwenden, erfahren Sie hier.

Warten Sie schon sehnsüchtig darauf, dass endlich der Straßenwahlkampf beginnt, damit Sie wieder Kugelschreiber und Notizblöcke an den Ständen der Parteien abstauben können? Dann gibt es auch eine schnellere Lösung für Sie, bei der Sie gleichzeitig einen guten Zweck unterstützen können!

Wir veranstalten am Samstag, den 16. Juni 2018 von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr einen Flohmarkt auf dem Platz vor der St. Ulrichskirche (Bischof-Hartmann-Ring 1). Dort geben wir Schreibpapier, Schulhefte, Stifte, Umschläge, Schreibblocks und andere Utensilien des täglichen Bürobedarfs für eine Spende zugunsten unseres Spendenkontos an Flüchtlinge und sozial Schwache ab. Schauen Sie vorbei und informieren Sie sich gleichzeitig an der „Basis“ über den Stand der Flüchtlingsdebatte! Wir freuen uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Der Mensch ist das Maß

2. Regenerationsseminar für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer Dillingen/Donau

Zum Teil schon seit fünf Jahren sind sie im Einsatz, die Unterstützerinnen und Unterstützer in der Flüchtlingsarbeit. Überall standen sie bereit und zeigten in Wort und Tat, dass sie das „Wir schaffen das!“ der Kanzlerin in die Realität umsetzen wollen und können. Letztlich waren nicht die zuständigen staatlichen Behörden und die Kommunen die Gewähr dafür, dass der Flüchtlingsansturm nicht in einem Chaos endete. Es waren die ungezählten Ehrenamtlichen. Ihre Zahl hat sich deutlich reduziert, sei es durch persönliche Enttäuschungen bei der Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen oder auch durch Erlebnisse mit Flüchtlingen. Sie können dem Lob aus dem politischen Bereich meist nichts mehr abgewinnen, da sie täglich erleben, dass außer dem Mindestmaß an Integrationsmaßnahmen wie Schul- und Kindergartenplätze kaum etwas geschieht.

Vortrag Afghanistan Mittelschule Höchstädt/Donau

Bücher weg, Hefte weg, Stifte raus: was in der Schule normalerweise als gefürchtete Ansage für einen Stehgreifaufgabe gilt, entpuppte sich am 10. April 2018 für 50 Schüler der 7. Klassen an der Mittelschule Höchstädt als Auftakt zu einer ganz besonderen Schulstunde. Der Lehrer überließ das Pult Omidullah Mohammadi, der aus Afghanistan floh, seit dem 22. Oktober 2015 in Deutschland ist und seit dem 13. Dezember 2017 in Dillingen lebt. Begleitet wurde er von unserem 1. Vorsitzenden und Koordinator, Georg Schrenk.

Afghanistan ist nicht sicher

Mohammadi berichtete eindrucksvoll von den Zuständen in Afghanistan und den Gründen seiner Flucht. Das Land wird in den Medien oft als sicher für Abschiebungen dargestellt. Mohammadi korrigierte diese Vorstellung und berichtete sehr plastisch von den verschiedenen rivalisierenden Terrorgruppen, die seiner Familie dort noch heute das Leben zur Hölle machten.
Schrenk ergänze seinen Vortrag mit aktuellen Informationen zur Asylpolitik: im Schnitt werde alle drei Sekunden auf dieser Welt jemand zur Flucht gezwungen, die Hälfte aller Flüchtlinge seien Kinder. Unsere Gruppe sehe es als moralische Verpflichtung an, diesen Menschen zu helfen, sagte Schrenk, und zitierte sein großes Vorbild, den verstorbenen CDU-Politiker Heiner Geißler. Die Integration der Flüchtlinge sei nicht immer leicht, aber es gebe Erfolge: so nahm im März der erste Dillinger Flüchtling ein Studium auf, und auch dank der Arbeit der Helfer konnten mittlerweile ca. 35 % der Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung gebracht werden – trotz des stetigen Kampfes gegen die Mühlen der Bürokratie.

„Die beste Veranstaltung, die ich je besucht habe“

Schrenk warb bei seinem jungen Publikum auch für unsere Integrationsprojekte, zum Beispiel den Chor der Begegnung oder den Fußballtreff. Die 7. Klässler zeigten sich enorm interessiert und stellten ca. 30 Rückfragen, die Mohammadi souverän auf Deutsch beantwortete. „Das war die beste Veranstaltung, die ich je an einer Schule erlebt habe!“, meinte Schrenk im Nachgang der Veranstaltung. Auch teilnehmende Lehrer von der Mittelschule Höchstädt äußerte sich sehr positiv.

Deutsch-afghanisches Drachenbasteln in St. Ulrich

Drachen selbst zu basteln und sie dann in einem Wettkampf steigen zu lassen ist eine afghanische Tradition, für Kinder wie für Erwachsene – man denke zum Beispiel an den berühmten Roman „Kite Runner“ von Khaled Hosseini. Das Highlight des Drachensteigens ist während des traditionellen Neujahrsfestes Nauroz, das im Kulturkreis der persischen und afghanischen Völker seit mehr als 3000 Jahren gefeiert wird. Nauroz entspricht dabei unserem Frühlingsanfang. Wenn die Felder und Wiesen mit Tulpen und Wildblumen übersät sind, lassen Kinder, Jugendliche und Heranwachsende ihre bunten Kunstwerke am Himmel flattern.

So fand die Idee von „Julias Futterbar“ – Julia Borgreve, selbst eine begeisterte Drachenbauerin – für deutsche und afghanische Kinder und deren Eltern einen Drachenbauer-Workshop anzubieten großen Anklang. Einen Samstagnachmittag lang wurde in den Bastelräumen von St. Ulrich eifrig geklebt, Stäbe zugeschnitten, Schnüre eingezogen, Quasten angefertigt und dann an den fertigen Drachen befestigt.

Diese mussten natürlich auch gleich ausprobiert werden! Sogar bei geringem Wind stiegen einige erstaunlich hoch in den Himmel und man konnte erkennen, dass so mancher Drachenlenker nicht zum ersten Mal einen Drachen in der Hand hielt.

Stolz präsentierten die Kinder ihre Drachen beim abschließenden Gruppenfoto. Eine Aufgabe wartet noch zuhause auf die Drachenbauer: Das individuelle Anmalen des eigenen Drachens.

Der Drachenworkshop war ein gelungener Moment gelebter und erlebter Integration. Dank an dieser Stelle der Pfarrgemeinde St. Ulrich für die Beherbergung sowie der Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D.“ e.V. und Julias Futterbar für die finanzielle Unterstützung.

 

Helfergruppen aus dem Landkreis gründen Sprecherrat

„Enger zusammenrücken und sich gegenseitig unterstützen“ – das müssen die Helfergruppen im Landkreis Dillingen, so der Koordinator der Dillinger Gruppe, Georg Schrenk. Er hatte die Sprecher der Gruppen nach Dillingen eingeladen und 12 Koordinatoren/Sprecher folgten dieser Einladung. „Mit einer Stimme zu sprechen – gegenüber der Politik und den Kommunen / Behörden“ sei das Hauptziel der Vernetzung, so Schrenk. Sich abseits behördlicher Zwänge zu treffen und auszutauschen ist ein großes Anliegen der Helfer. Um diesen Austausch gegenüber der Politik, den Kommunen und den Behörden zu koordinieren, wurde ein Sprecherrat gegründet, dem Claudia Baumann aus Wittislingen, Bernd Arndt aus Wertingen, Hermann Kleinhans aus Gundelfingen und Georg Schrenk aus Dillingen angehören. Zusätzlich zu den bereits existierenden wöchentlichen Rundmails, die der Dillinger Koordinator herausgibt, wollen sich die Helfer nun auch regelmäßig zum Informationsaustausch außerhalb der vom Landratsamt angebotenen Gesprächsrunde der dortigen Integrationslotsin treffen. Bei ihrem ersten Treffen berichteten die Gruppensprecher über die Lage vor Ort.

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