Vorstand schließt sich einer Regensburger Petition an

Viele unserer Flüchtlingshelfer glauben nicht an das von der Bayerischen Staatsregierung eingeführte Konzept der „Ankerzentren“, das nun deutschlandweit ausgebaut werden soll. Dabei handelt es sich um zentrale Einrichtungen, in denen Flüchtlinge für die komplette Dauer ihres Asylverfahrens untergebracht werden sollen. In Bayern existieren bisher drei solcher auch „Transitzentren“ genannter Lager: in Regensburg, Bamberg und Manching.

Transitzentren sind Gift für die Integration

„Die Bezeichnung „Transitzentrum“ suggeriert, dass die Flüchtlinge dort nur wenige Wochen verbringen würden. In Wirklichkeit handelt es sich wegen der langen Dauer der Asylverfahren oft um Monate und Jahre“, erklärte unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk. Seine Kollegen aus Regensburg berichteten von „desaströsen Zuständen“ in dem dortigen Transitzentrum: „Die Unterbringung im Transitzentrum schürt ab dem ersten Tag Angst und Hoffnungslosigkeit bei den Bewohnern. Wir betrachten diese langfristige soziale Isolation als entwürdigend und als Missachtung der Menschenrechte“, heißt es in der Petition, die nun auch von Dillinger Kollegen unterstützt wird. Konkret werde für die kasernierten Flüchtlinge beispielsweise der Zugang zu Rechtsberatung, Sozialhelfern, Bildung und vor allem zu Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung eingeschränkt. „In der Folge beobachten wir eine Zunahme von Depression und Aggression, die sich unmittelbar auf das Konfliktpotential innerhalb der Unterkunft auswirkt“, so die Regensburger. Das ist Gift für die Integration.

Transitzentren schaffen nicht mehr Sicherheit, sondern weniger

Der ehemalige Soldat Schrenk vergleicht diesen Zusammenhang mit seinen Erfahrungen bei der Bundeswehr: „Als es bei der Bundeswehr noch Großübungen gab und im Kasernendienst noch keine liberale Ausgangsregelung für Mannschaften, waren die Vorkommnisse vorprogrammiert – es sei denn, man sorgte für ständige, fordernde Beschäftigung. Schlägereien, aber auch Alkoholmissbrauch und vieles andere traten immer wieder auf. Wenn man jetzt unterschiedliche Ethnien, Kinder, Heranwachsende und Erwachsene in derartigen Sammellagern zusammenpfercht, wird genau dasselbe geschehen.“ Wenn sogar die Gewerkschaft der Polizei als Sicherheitsorgan massiv vor den Ankerzentren warne, sollte das den sonst so sicherheitsorientierten Politikern zu denken geben.

Wir hoffen daher, dass sich das aus unserer Sicht menschenunwürdige Konzept nicht durchsetzen wird. Den vollen Wortlaut der Petition kann man hier nachlesen.

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