Vandalismus, Drogenhandel, Prostitution

Georg Strasser Helferkreis Starnberg

Flüchtlinge sind nicht kriminell, doch immer mehr von ihnen könnten es werden – in Folge eines Freistaats Bayern, der die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer aus wahlkampftaktischen Gründen bei der Integrationsarbeit alleine lässt. Ein Gastkommentar vom CSU-Mitglied und Starnberger Aktiven GEORG STRASSER.

Michael Berzl beschreibt in der Süddeutschen Zeitung „Integration als nächste Aufgabe“, die bei rund 1700 Asylbewerbern im Landkreis Starnberg noch zu leisten sei. Der Erfolg sei stark gefährdet, denn das ehrenamtliche wie das hauptamtliche Personal hat seine Tätigkeit zu mehr als 50% eingestellt. Die Ursachen, das verschweigt der Artikel leider, sind hausgemacht. Bayern hat die Hälfte der bisher tätigen Asylsozialarbeiter ohne Not entlassen. Landratsämter sperren Asylbewerber von Arbeit und Berufsausbildung aus. Bildungsausgaben für schulpflichtige Asylbewerber werden in mehrstelliger Millionenhöhe in die Luft geblasen. Arbeitsagenturen bleiben auf ihren Mitteln für Fortbildung und Eingliederung sitzen. Die Betroffenen sind ein gefundenes Fressen für kriminelle Banden und psychiatrische Anstalten. Insgesamt plündert die bayerische Regierung ihre Sozialkassen und verschwendet ein gigantisches wirtschaftliches Arbeitskräftepotential. Kriminalität und Verwahrlosung entstehen stattdessen. Der Friede vor Ort, dort wo wir wohnen, wird geopfert, um der CSU in Bayern Landtagsmandate zu sichern. Sie will den Eindruck erwecken, dass es das „freundliche Gesicht“ gegenüber Geflüchteten in Bayern nicht gibt. Andernfalls droht Wählerwanderung zur AfD.

Wollen wir das?

Als CSU-Mitglied und Asylhelfer zugleich bin ich dennoch erschüttert über den strategischen Fehler, der hierhinter steckt. Denn die CSU weckt Erwartungen, die sie niemals erfüllen kann. Abschiebungen scheitern ja nicht, weil man „konsequenter“ sein müsste. Sie scheitern, weil Geflüchtete von ihren Herkunftsländern nur in homöopathischen Mengen zurück genommen werden. In den meisten Fällen entscheiden diese Länder das, nicht wir. Das ist auch bei Straftätern nicht anders. Wenn Horst Seehofer diese „konsequenter“ zurück schicken will, dann frage ich mich sowieso, wie viele deutsche Mitbürger bestohlen, körperverletzt oder ermordet werden müssen, damit unser neuer Innenminister ausreichend Straftäter vorfindet und damit deutlich höhere Abschiebezahlen erreicht als sein Vorgänger. Wollen wir all das?

Abschiebung ist kein wirksames Mittel der Asylpolitik

Abschiebung ist kein wirksames Mittel der Asylpolitik – ob man das begrüßt oder beklagt ist nicht von Belang. Unsere einzige realistische Chance ist, die Geflüchteten zu produktiven und anständigen Mitbürgern zu machen. Mit derselben Fürsorge, Kraft und Strenge, mit der wir auch unsere eigenen Bürger „integrieren“. Wir müssen freilich verhindern, dass zu viele neue Geflüchtete kommen. Wir müssen sie auch besser in Europa verteilen. Das alles muss arbeitsteilig und gleichzeitig geschehen. Eine Regierung, die all dies unterlässt und stattdessen das eigene Volk über Möglichkeiten des Abschiebens in die Irre führt, wird zu Recht stark dezimiert werden. Wer Nähkurse bietet, dort wo echte Integration gefordert ist, hat sich bereits selber vom Platz gestellt.

Die Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D.“ e.V. schließt sich der in diesem Kommentar geäußerten Meinung vollständig an. Wir sehen die Situation in Dillingen sehr ähnlich gelagert.

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