Warum haben viele Flüchtlinge ein Smartphone?

Oftmals hatten die Flüchtlinge bereits vor ihrer Flucht ein Smartphone besessen. Dies wurde ihnen während der Flucht abgenommen oder es musste verkauft werden, um die Schlepper zu bezahlen. Die Handys wurden also erst in Deutschland von ihrem Taschengeld gekauft, über das sie frei verfügen können.

 

Da die Festnetz-Telefonnetze in vielen Herkunftsländern, vor allem in Afrika, praktisch nicht vorhanden sind, ist das Handy oftmals die einzige Möglichkeit, mit den Eltern, Verwandten, Kindern und Freunden zuhause in Kontakt zu bleiben. Die Flüchtlinge haben Handy-Verträge oder auch Prepaid-Karten, die sie selbst bezahlen. Die Kontakte in die Heimat werden oftmals auf das Nötigste beschränkt.

 

Des Weiteren nutzen unsere Flüchtlinge das Mobiltelefon, um mit Ehrenamtspaten, Deutschlehrern und Helfern in ganz Deutschland in Kontakt zu bleiben. Gerade während der Beschulung zuhause in Pandemiezeiten ist es auch zu einem wichtigen Hilfsmittel geworden. Auch die Organisation von Behördengängen, Deutschkursen oder einfach nur der alltäglichen Hilfe ist oft nicht anders möglich. Außerdem wurden die Flüchtlinge nach der Ankunft in Zwischenlager in ganz Deutschland ohne Rücksicht auf Freundschaften und verwandtschaftliche Beziehungen verteilt. Mithilfe von sozialen Netzwerken wie Facebook oder WhatsApp können die oftmals auf der ganzen Welt zerrissenen Familien untereinander in Kontakt bleiben. Nicht vergessen werden dürfen auch die Netzwerke, die innerhalb der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen der Flüchtlinge in Deutschland entstanden sind.

 

Auch gibt es inzwischen unzählige Apps, vom Vokabeltrainer bis zum Grammatiklexikon, die vielen Flüchtlingen helfen, sich leichter, schneller und auf eine andere Art und Weise Deutschkenntnisse anzueignen und zu trainieren. Deutsch auf dem Smartphone kann niemals den echten Deutschunterricht ersetzen, ist aber eine interessante Ergänzung, um selbstständiges Lernen fördern.

Und zu guter Letzt muss man sagen: die Flüchtlinge sind oft junge Männer. Wer möchte es ihnen verdenken, wenn sie sich für Technik interessieren? Allerdings sollte man darauf achten, dass sie nicht Verträge abschließen, die viel Geld kosten, deren Leistungen aber gar nicht notwendig sind.

Warum arbeiten nicht alle Flüchtlinge?

Flüchtlinge, die noch nicht anerkannt sind, benötigen eine Erlaubnis der Ausländerbehörde, um arbeiten zu können. Wenn er Flüchtling aus einem „sicheren Herkunftsstaat“ kommt, wird diese grundsätzlich nicht erteilt. Unter dem Eindruck der Diskussion die um sogenannten „Gefährder“ wurde außerdem die Frage der „Identitätsklärung“ zum entscheidenden Kriterium beim Zugang zum Arbeitsmarkt gemacht. Oft ist allerdings fraglich, welche Bemühungen Flüchtlingen bei der Klärung ihrer Identität wirklich zugemutet werden können (beispielsweise den Besuch der Botschaft des Verfolgerstaates mit entsprechenden Konsequenzen für die Familie im Heimatland) oder ab wann eine Identität als „geklärt“ gilt (beispielsweise bei der Anerkennung unterschiedlicher Ausweisdokumente aus Herkunftsstaaten, die über keine funktionierende Staatsverwaltung verfügen).

 

Hinzu kommen eine ganze Reihe weiterer Vergabekriterien für Geduldete, also abgelehnte Flüchtlinge, die eigentlich Deutschland verlassen müssten, es aber aus unterschiedlichen Gründen nicht können. Nach diesen Kriterien haben wenige Geduldete in Dillingen eine Chance, eine Beschäftigungserlaubnis zu erhalten. Speziell für die Langzeitgeduldeten fordern die Flüchtlingshelfer in Bayern seit Jahren den sogenannten Spurwechsel“ vom Asyl- ins Einwanderungsrecht, verbunden mit einer Stichtagsregelung, um Fehlanreize zu vermeiden. Das 2019 verabschiedete Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat sich bisher als nicht besonders hilfreich erwiesen. Darüber hinaus besagt die sogenannte 3 + 2 --Regelung (§§ 60a, 60c, 60d Aufenthaltsgesetz) eigentlich, dass ein Flüchtling, dessen Asylantrag abgelehnt wurde, eine Ausbildung bis zu drei Jahren plus zwei Jahre Beschäftigung in diesem Beruf absolvieren kann. Allerdings wird dieses Bundesgesetz von den zuständigen Ausländerbehörden sehr restriktiv umgesetzt. Der vom bayrischen Innenministerium angeblich zugestandene Ermessensspielraum wird nach unserer Einschätzung von manchen Ausländerbehörden nicht immer für positive Entscheidungen genutzt.

Das Ergebnis: Geduldete ohne Arbeitserlaubnis drohen, in die Kriminalität abzurutschen, und die dringend benötigten Nachwuchskräfte der Unternehmen werden nach Afghanistan abgeschoben. Die bayerische Asylpolitik schafft die Probleme selbst, die sie zu bekämpfen vorgibt. Selbst ein abgeschobener Flüchtling steht besser da, wenn er zuvor eine Ausbildung erhalten hat: so kann er sich in seiner Heimat etwas Neues aufbauen und macht sich mit geringerer Wahrscheinlichkeit erneut auf den Weg.

 

Wir haben auf die Gefahren dieser Politik mehrmals öffentlich hingewiesen, unter anderem mit der Aktion „Lasst sie arbeiten!“, und erhalten in dieser Forderung seit der Landtagswahl 2018 Unterstützung durch einige Politiker der Freien Wähler und Bündnis 90/Die Grünen in Bayern. Allerdings gibt es bisher keine großen Erfolge. Inzwischen hat sich auch der Verein der bayrischen Flüchtlingshelfer/innen „unserVeto“ der Problematik angenommen und hat einige Vorstellungen entwickelt, die eine Lösung bringen könnten. Allerdings müssen diese Konzepte durch die Politik nachhaltig umgesetzt werden. Wenn Flüchtlinge ihren Lebensunterhalt, wenn auch nur teilweise, selbst verdienen, steigt auch die Akzeptanz in der Gesellschaft. Vor Corona waren ca. 60 % aller in Dillingen lebenden Flüchtlinge in Arbeit oder Ausbildung. Die Flüchtlinge sind grundsätzlich hoch motiviert und wollen dem Staat nicht auf der Tasche liegen. Zahlreiche Unternehmen vor Ort zeigen sich offen und freuen sich über den dringend benötigten Arbeitskräftenachschub in Mangelberufen wie Alten- und Krankenpflegehelfer, Metzgerei, Logistik oder Gastronomie.

Nehmen die Flüchtlinge den Deutschen die Arbeitsplätze weg?

Ganz klar: nein. Im Gegenteil sogar: die Flüchtlinge werden gebraucht und schaffen teils sogar neue Arbeitsplätze. Aufgrund des demographischen Wandels, der Überalterung der Bevölkerung und der zunehmenden Akademisierung der Bildung (immer mehr Studenten, immer weniger Azubis) herrscht in einigen Berufen wie Koch oder Kranken-/Altenpfleger bereits jetzt ein Fachkräftemangel, der wegen der extrem niedrigen Geburtenrate momentan nur durch ausländische Arbeitskräfte gefüllt werden kann. Bereits jetzt wären die deutschen Sozialsysteme ohne ausländische Zuwanderer zusammengebrochen, da ein ausländischer Arbeitnehmer im Laufe seines Lebens mehr in die Sozialsysteme einzahlt, als er daraus wiedererhält.[1] Hinzu kommt der interessante wirtschaftliche Effekt, dass Flüchtlinge, egal ob anerkannt oder nicht, auch Konsumenten sind. Je mehr Flüchtlinge, desto höher der Binnenkonsum. Um die steigende Nachfrage zu befriedigen, müssen Unternehmen mehr Arbeitskräfte einstellen, um mehr Konsumgüter herstellen zu können.[2]

Darüber hinaus wies die Wochenzeitung DIE ZEIT darauf hin, dass Migranten bessere und häufigere Unternehmensgründer sind als Deutsche [3]. 21 Prozent der Unternehmensgründungen im Jahr 2013 stammten demnach von Menschen mit ausländischen Wurzeln. Und während unter einheimischen Gründern nur drei von zehn Jungunternehmern von Beginn an Arbeitskräfte einstellen, sind es unter Migranten vier von zehn.

Zum gleichen Ergebnis kam im Januar 2016 eine Studie der kfw-Förderbank: demnach habe jeder fünfte Gründer in Deutschland ausländische Wurzeln oder eine ausländische Staatsbürgerschaft, und die jährliche Gründerquote liege bei ausländischen Gründern um ein Zehntel höher als bei Einheimischen.[4]

 

Zuwanderung ist also sogar wirtschaftsfördernd. Unsere Überzeugung ist daher, dass die Aufnahme von Flüchtlingen zuerst zwar ein Zuschussgeschäft für den Staat sein mag, sich aber später, wenn der Flüchtling anerkannt wird und zu arbeiten beginnt, durch Steuereinnahmen, Sozialabgaben, demographische Rendite, Förderung des Binnenkonsums und Unternehmensneugründungen mehr als bezahlt macht. Diese positiven Effekte kommen jedoch nicht von allein. Ihnen entgegenstehen oft eine überbordende Bürokratie und sprachliche Hindernisse. Deswegen ist an dieser Stelle vor allem der Staat gefordert, anerkannte Flüchtlinge schnellstmöglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, nach dem Motto: jetzt fördern, danach davon profitieren. Diese staatlichen Angebote wurden in letzter Zeit insbesondere für Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit massiv ausgebaut. Wir tragen dennoch mit Nachhilfeunterricht  weiter unseren Teil zur Integration bei (siehe dazu auch die Frage „Wie wichtig sind Deutschkenntnisse für eine gelungene Integration, auch auf dem Arbeitsmarkt? Und was tut der Staat dafür?“).

[1]http://www.tagesschau.de/zuwanderung-101~_origin-bafe8750-68b8-40a1-a155-9e8871170e4b.pdf (zuletzt abgerufen am 16. August 2015)

[2] Elisabeth Niejahr und Mark Schieritz: „Retten Flüchtlinge unsere Rente“?, in: Josef Joffe, Helmut Schmidt (Hrsg.): DIE ZEIT. Ausgabe 33. Hamburg 13. August 2015, S. 22

[3] Jens Tönnesmann: „Deutschlands Chance“, in: Josef Joffe, Helmut Schmidt (Hrsg.): DIE ZEIT. Ausgabe 40. Hamburg 1. Oktober 2015, S. 24

[4] http://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen-fluechtlinge-101.html (zuletzt abgerufen am 30. Januar 2016)

Was ist das Dublin-II/III-Verfahren und warum ist es so umstritten?

Nach dem sogenannten Dublin-II/III-Abkommen muss jeder Flüchtling seinen Asylantrag in dem europäischen Land stellen, in dem er zuerst registriert worden ist beziehungsweise seinen Fingerabdruck abgegeben hat. Sollte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bei der Prüfung des Asylantrags feststellen, dass der Antragsteller bereits in einem anderen EU-Land registriert wurde oder gar eine Anerkennung erhalten hat, so wird er in dieses grundsätzlich zurückgeschoben. Findet diese Zurückschiebung nicht innerhalb von sechs Monaten statt, wird das Asylverfahren grundsätzlich bei uns durchgeführt. 

Dieses System ist sehr zum Vorteil der Mitgliedsstaaten ohne EU-Außengrenze, darunter hauptsächlich Deutschland und die osteuropäischen Länder. Vor allem Italien, aber auch die Staaten entlang der Balkanroute haben 2015 zum Teil auf die Registrierung der Flüchtlinge verzichtet und sie in andere EU-Länder ungehindert weiterreisen zu lassen. Viele Staaten Südosteuropas haben danach nicht nur Grenzkontrollen eingeführt, sondern ihre Grenzen mit Stacheldrahtzäunen und Äähnlichem gesichert, um Flüchtlinge abzuhalten beziehungsweise zu kanalisieren. Dadurch ist die Balkanroute für Flüchtlinge de facto geschlossen Ein solches Vorgehen schränkt jedoch die Grundfreiheiten der EU, die Reisefreiheit (Freizügigkeit), elementar ein und versetzt uns zurück in den Zustand vor 1990. Trotzdem versuchen Flüchtlinge immer wieder diesen Weg zu nutzen. Trotzdem versuchen Flüchtlinge immer wieder, diesen Weg zu nutzen. Deswegen stranden sie unter teilweise sehr schlechten Lebensverhältnissen in Anrainerstaaten der EU-Außengrenze, beispielsweise in Bosnien. Es handelt sich um de facto rechtlose Menschen, die kein Staat mehr aufnehmen möchte – ihr eigenes Heimatland nicht, und die EU auch nicht.

Die Folge ist, dass sie z.B. in Bosnien nicht weiterkommen und unter zum Teil sehr schlechten Lebensverhältnissen leben müssen.

Die momentane Regelung führt also einerseits zu Problemen innerhalb der EU, andererseits verschärft sie die humanitäre Lage an den EU-Außengrenzen. Die Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten konnten sich bisher nicht auf einen gemeinsamen Verteilungsschlüssel einigen. So lehnen verschiedene osteuropäische Staaten wie zum Beispiel Ungarn, Tschechien und Polen die Aufnahme von Flüchtlingen gänzlich ab. Selbst Urteile des europäischen Gerichtshofes, die die Rechtswidrigkeit der in diesen Staaten praktizierten Maßnahmen feststellen, haben bisher nicht zu einer Verhaltensänderung geführt. Anscheinend hat man dort die Zeiten des „Eisernen Vorhanges“ vergessen. Aus unserer Sicht steht jedoch fest, dass das Mittelmeer nicht zu einem Friedhof werden darf. Trotz der Vereinbarungen mit der Türkei kommen inzwischen wieder mehr Flüchtlinge über die Ägäis nach Griechenland. Dort ist derzeit eine menschenwürdige Unterbringung und auch eine schnelle Bearbeitung der Asylanträge nicht mehr möglich. Die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln und die zögerliche Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen, die auch die EU bezahlt hat, führen zu keinen erkennbaren Änderungen. In der noch nicht von Assads Truppen eroberten syrischen Provinz Idlib leben 11,1 Millionen Menschen, darunter. 1 Million Flüchtlinge, unter erbärmlichen Bedingungen. Auch hat sich die Situation in Libyen keineswegs verbessert. Dort werden Flüchtlinge zum Teil in KZ-ähnlichen Lagern gehalten. Die EU hat den Friedensnobelpreis nicht dafür erhalten, dass an den Außengrenzen wie den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla oder in Ungarn und Mazedonien, ja sogar der Ostgrenze Österreichs wieder Mauern und Grenzzäune errichtet worden sind und weiter ausgebaut werden. Die EU-Kommission schlug deswegen ein gemeinsames europäisches Asylsystem mit fairen Verteilquoten auf alle Mitgliedsländer vor. Ob diese Pläne jemals realisiert werden können, erscheint angesichts des neuen Nationalismus der Mitgliedsstaaten jedoch leider mehr als fraglich. Zur Lösung der Flüchtlingskrise können nationale Alleingänge aus unserer Sicht nicht beitragen.

Wie gut lernen die Dillinger Asylbewerber Deutsch?

Prinzipiell sind fast alle Flüchtlinge motiviert, die deutsche Sprache zu erlernen, auch wenn sie aus grammatikalischer Sicht eine der schwierigeren Sprachen in Europa ist. Zusätzlich erschwert wird die Situation dadurch, dass manche von ihnen weder lesen noch schreiben können oder aus einem ganz anderen Schriftsystem, wie zum Beispiel dem Arabischen, kommen. Für diese führen die zahlreichen Anbieter vor Ort – sowie bei Bedarf auch unser Verein – Alphabetisierungskurse durch. Bis 02/17 hatten wir noch sehr viele Sprachkurse unter der Leitung Ehrenamtlicher durchgeführt. Nachdem sich diese erheblich reduziert hatten, wurden sie im Zuge der Corona-Pandemie vorübergehend vollständig eingestellt. Inzwischen hat sich dies erheblich reduziert. Ständige Sprachkurse durch Ehrenamtliche erfolgen derzeit aufgrund Covid-19 nicht mehr. Allerdings erteilen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten auch Nachhilfe. Hier ist ein neuer Schwerpunkt nicht nur für Schulkinder, sondern insbesondere für Auszubildende. Dies erfolgt auch in Abstimmung mit dem Projekt „Jugend und Zukunft“ des Landratsamtes Dillingen.

Manche Schüler haben sprachliches Talent und echtes Interesse, für andere ist das Erlernen einer Fremdsprache eine ständige, mühsame Herausforderung. Wir halten die Flüchtlinge immer dazu an, die Herausforderung Deutsch anzunehmen und nicht aufzugeben. Flüchtlinge, die sich der Sprachenausbildung Deutsch komplett verweigern, werden von uns grundsätzlich nicht unterstützt. Im Integrationskurs, den alle Flüchtlinge mit einer Anerkennung besuchen müssen, ist das Ziel Deutsch B1. Oft wird jedoch nur A2 erreicht. Allerdings haben wir auch Flüchtlinge, die B2 und sogar C1 geschafft haben, was einem nahezu muttersprachlichen Niveau entspricht.

Wie wichtig sind Deutschkenntnisse für eine gelungene Integration, auch auf dem Arbeitsmarkt? Und was tut der Staat dafür?

Deutschkenntnissen sind für die Integration von zentraler Bedeutung. Den meisten Flüchtlingen ist dies auch durchaus bewusst. Manche von ihnen streben nach der Anerkennung zum Beispiel eine Ausbildung an. Voraussetzung für jede Ausbildung sind jedoch mindestens Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1 und höher. Das ist ungefähr das Niveau, auf dem ein Achtklässler auf dem Gymnasium Englisch können sollte, es wird im schulischen Unterricht also normalerweise nach ca. drei bis vier Jahren erreicht. Alles bürgerliche Engagement in Ehren gilt jedoch, dass das Niveau B1 normalerweise erst in den staatlichen Integrationskursen erreicht wird. Die Flüchtlinge erhalten in den ersten sechs Jahren nach der Einreise staatliche Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache. Der Integrationskurs ist für Flüchtlinge mit Anerkennung Pflicht. Ziel der Unterstützung ist, dass jeder, der sich in den letzten sechs Jahren mindestens drei Jahre ständig in Deutschland aufgehalten hat, sich angemessen verständigen kann. Bei Kindern wird künftig vor der Einschulung der Leistungsstand in Deutsch erhoben. Wird dieser als zu gering eingestuft, sollen diese bis zur Einschulung an einem Vorkurs zur Sprachförderung teilnehmen.

Die Integrationskurse finden grundsätzlich erst nach der Anerkennung als Asylberechtigter statt, allerdings können Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit mittlerweile bereits vor der Anerkennung auf Antrag zu diesen Kursen zugelassen werden. Darüber hinaus gibt es inzwischen auch für Geduldete von der Agentur für Arbeit unterstützte Sprachkurse.
Zahlreiche Flüchtlinge unterstützen ihren Spracherwerb auch durch selbstständige Weiterbildung. Hierzu stehen inzwischen zahlreiche Apps zur Verfügung.

Wohin gehen meine Spendengelder für die Unterstützergruppe und wie werden sie verwaltet?

Seit der Vereinsgründung wird die Verwaltung unserer Spendengelder in der Kassenordnung geregelt. Die Kassenordnung ist ein rechtsgültiges Zusatzdokument zur Satzung und wurde von der Gründungsversammlung erlassen. Demnach entscheidet über Ausgaben bis zu 100 Euro unser Schatzmeister in alleiniger Verantwortung, bei Ausgaben über 100 Euro entscheidet der gesamte Vorstand mit einfacher Mehrheit. Die beiden Kassenprüfer erstatten zum Ende des Geschäftsjahres der Mitgliederversammlung Bericht.

Die wichtigsten Verwendungszwecke sind die Unterstützung der ehrenamtlichen Deutschkurse, Kostenerstattung und die Durchführung unserer Projekte. Es wurden und werden Lehrmaterialen wie Deutschbücher und Tafeln oder sogar ein Beamer beschafft. Weiterhin werden Kosten, die unseren Helfern durch ihre Arbeit entstanden sind, wie Fahrt- oder Druckkosten, erstattet, sowie notwendige Dolmetscher, nicht staatlich bezahlte, aber notwendige ärztliche Behandlungen und sonstige Hilfen für die Flüchtlinge bezuschusst. Ausdrücklich nicht bezuschusst werden Kosten, die die Flüchtlinge von ihrem Taschengeld selbst tragen können oder die selbst von ihnen verschuldet worden sind. „Hilfe zur Selbsthilfe“ bedeutet für uns, dass die Flüchtlinge ihre allgemeinen Lebenshaltungskosten aus ihrem eigenen Taschengeld bestreiten müssen, wobei wir selbstverständlich beim Erlernen des richtigen Umgangs mit Bargeld und Bankkonten helfen. Die Flüchtlinge können Kredite bis zu 300 € für unvorhergesehene Auslagen erhalten.

Auf dieser Seite können Sie alle Kassenberichte seit Vereinsgründung abrufen.

 

Welche Rolle spielen die Kirchen in der Unterstützergruppe?

Die Zusammenarbeit der drei Kirchen, der katholischen Pfarreiengemeinschaft Dillingen, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und der FeG Dillingen-Steinheim, in unserer Unterstützergruppe ist ein beispielloses Engagement in Sachen Ökumene. Ohne über konfessionelle Haarspaltereien zu stürzen, engagieren sich Mitglieder aus allen drei Gemeinden und weiteren Kirchen und Freikirchen in unserer Unterstützergruppe. Dementsprechend ist die christliche Überzeugung der Nächstenliebe auch für viele unserer Helfer eine wichtige Motivation ihrer Arbeit.

Dennoch sind wir von jeder Kirche und kirchlichen Gemeinschaft sowohl rechtlich als auch inhaltlich unabhängig. Die Dillinger Unterstützergruppe verfolgt keinerlei kirchliche, politische oder ideologische Ziele, sondern hat sich die Achtung der Menschwürde der Dillinger Flüchtlinge im Sinne unseres Grundgesetztes zur Aufgabe gemacht. In diesem Sinne wirken wir auch aktiv mit einer positiven Öffentlichkeitsarbeit, die ebenfalls von Ehrenamtlichen getragen wird, auf die Öffentlichkeit ein.

Bekommt ein Asylbewerber mehr Geld als ein deutscher Hartz-IV-Empfänger?

Nein – zumindest solange, wie das Asylverfahren noch andauert.

Personengruppe

Leistungen für Asylbewerber*

Regelsätze Hartz IV

Alleinstehend

351€

446 €

Ehepaar/Bedarfsgemeinschaft

je 316 €

je 401 €

U25 im Haushalt der Eltern

280 €

357 €

14 bis 17 Jahre

280 €

373 €

6 bis 14 Jahre

273 €

309 €

0 bis 6 Jahre

218 €

283 €

Quelle für die Hartz-IV-Sätze: https://www.hartziv.org/regelbedarf.html
Quelle für die Asylsätze: https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/neue-leistungssaetze-asylbewerberleistungsgesetz.html

*Taschengeld, Lebensunterhalt und Kleiderzuschuss

Stand: 01.01.2021

Anmerkung: Flüchtlingen steht künftig erst dann ein voller Anspruch auf gesetzliche Leistungen zu, wenn sie sich vor Ort registriert haben und den neuen Aufenthaltsgestattungsausweis besitzen, den die für den Asylbewerber zuständige Aufnahmeeinrichtung oder Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ausstellt. Wer sich vor oder bei der Einreise seiner Personalpapiere entledigt hat, oder Leistungen durch Angabe falscher Personalien erschlichen hat, verliert für fünf Jahre den Anspruch darauf.

Ausländische Flüchtlinge bekommen also weniger Geld als deutsche Arbeitslose. Hinzu kommt die Wiedereinführung des Sachleistungsprinzips. Für die Versorgung von Flüchtlingen/Geduldeten sind die Kommunen (Landkreise, kreisfreie Städte) zuständig. Nur, wenn diese nicht in der Lage sind, die Versorgung in Form von Sachleistungen zu gewährleisten, wird das sogenannte „Taschengeld“ ausbezahlt.

Im Landkreis Dillingen gibt es grundsätzlich keine Sachleistungen außer der Kosten für Unterkünfte und ärztliche Versorgung von Flüchtlingen/Geduldeten. Hiervon ausgenommen sind lediglich abgelehnte Asylbewerber, die sich nach Einschätzung der Behörden der Identitätsklärung verweigern.

Wir begrüßen das Taschengeld ausdrücklich, da viele Flüchtlinge gerne kochen, insbesondere zu festlichen Anlässen wie Geburtstagen, gerne mit Gerichten und Gewürzen aus ihrer Heimat, die sie nur dann erwerben können, wenn sie über eigenes Geld verfügen. Die Wiedereinführung des Sachleistungsprinzips würde sie also entwurzeln und somit nicht zu einer erfolgreichen Integration beitragen.

Die genaue Höhe der Leistungen für Flüchtlinge und Geduldete ist immer wieder Gegenstand der politischen Diskussion. Dabei wird oft vergessen, dass die Leistungen nach dem AsylbLG nicht beliebig gekürzt werden dürfen: Das Bundesverfassungsgericht legte 2012 in einem Urteil fest, dass die Leistungen für Flüchtlinge immer das Existenzminimum garantierten müssten. Dies ergebe sich aus der Menschenwürde in Artikel 1 Grundgesetz und aus dem Sozialstaatsprinzip in Artikel 20.

Die Dillinger Flüchtlinge müssen mit diesem Geld natürlich haushalten. Der richtige Umgang mit Geld ist den zumeist jungen Flüchtlingen nicht vertraut, da oftmals auch grundlegende mathematische Kenntnisse fehlen, um Geldmengen dieser Größenordnung abschätzen zu können. Ebenso ist der Umgang mit einem (nicht verzinsten und nicht überziehbaren) Bankkonto und einer Girokarte für viele schwierig. Die Ehrenamtlichen helfen deswegen beim richtigen und verantwortungsvollen Umgang mit dem ihnen anvertrauten Geld, können die Flüchtlinge jedoch auch zu nichts zwingen, da sie volljährige und erwachsene Menschen sind.

Sobald ein Flüchtling als Flüchtling anerkannt ist, erhält er, wenn er keine Arbeit oder Ausbildung findet, den gleichen Satz wie ein deutscher Hartz-IV-Empfänger. Die meisten Flüchtlinge mit Familie, die eine Arbeit finden, bleiben sogenannte „Aufstocker“, das heißt, sie bekommen weiterhin einen Zuschuss aus dem JobCenter.

Was ist das Rundgespräch?

Das Rundgespräch „Asyl/Migration“ ist die größte regelmäßig stattfindende öffentliche Veranstaltung zu den Themen Asyl, Migration, Flüchtlinge und Integration im Landkreis Dillingen und weit darüber hinaus. Es findet ca. alle sechs Wochen meist im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich in Dillingen statt. Zu jedem Rundgespräch sind ein oder mehrere Referenten geladen. Dabei ist die Bandbreite groß: es handelt sich um Behördenvertreter von Landratsamt, Arbeitsagentur/JobCenter oder Zentraler Ausländerbehörde, um Politiker aus allen drei Ebenen Bund, Freistaat und Kommune oder um anerkannte Experten zu Themen wie Islam und Seenotrettung, deren Vorträge auf ein erhöhtes öffentliches Interesse stoßen.

Die Teilnahme am Rundgespräch ist kostenlos. Es schafft ein Forum der Begegnung und des informierten Austausches zu aktuellen Themen der Asylpolitik und Flüchtlingspolitik überhaupt. Anstatt sich auf Medienberichte zu verlassen, kann sich so jeder interessierte Bürger selbst vor Ort informieren. Die Einladungen werden (auch an dieser Stelle) regelmäßig vorher veröffentlicht. Da wir in einer Demokratie leben, gilt: nur wer sich einmischt, kann Verantwortung übernehmen!

Während der Corona-Lockdowns pausiert das Rundgespräch.

Warum ist die dominierende Farbe auf der Homepage Braun?

Nein, die Farbe unseres Corporate Designs hat nichts mit der Farbe des Nationalsozialismus zu tun. Sie wurde vom Arbeitskreis Homepage, der das grundlegende Konzept unseres Online-Auftritts erarbeitet hat, am 07. Juni 2015 festgelegt. Der AK wünschte sich dabei eine Farbgebung, die mit den Menschen zu tun hat, mit denen wir arbeiten: den Flüchtlingen. Das Grafikerteam erarbeitete daraufhin einen Logoentwurf in Brauntönen. Die verschiedenen Brauntöne unseres Logos sollen dabei für die verschiedenen Hautfarben aller Menschen dieser Erde stehen. Die ineinandergreifenden Hände symbolisieren die länderübergreifende Zusammenarbeit und Solidarität aller Menschen in Dillingen, egal welcher Herkunft.

Dieses Logo wurde vom 8. Rundgespräch am 10. September 2015 angenommen und die Farbgebung der Homepage wurde daraufhin dem Logo angepasst. Das Braun in unserem Logo will also eine symbolische Umdeutung der alten Nazi-Uniformen leisten: weg von einer menschenverachtenden Ideologie hin zu einer völkerübergreifenden Zusammenarbeit in allen Farben, nicht des Regenbogens, sondern der menschlichen Schutzhülle schlechthin: seiner Haut.

Warum kämpfen die syrischen Flüchtlinge nicht für ihr Vaterland?

Die konkreten Fluchtgründe, warum Menschen Zuflucht in Deutschland und Europa gesucht haben, sind von Fall zu Fall unterschiedlich. Wir können daher an dieser Stelle keine pauschale Antwort geben.

Stattdessen erlauben wir uns zwei Gegenfragen: Kann ein Land, dessen Machthaber seit Jahren brutal jegliche politische Opposition unterdrückt, dessen Regierung Bomben auf das eigene Volk werfen lässt und dem von der internationalen Gemeinschaft schlimmste Verbrechen wie Chemiewaffeneinsatz, Folter und Massenmord vorgeworfen werden, noch wirklich als „Vaterland“ gelten? In wessen Armee sollte denn ein ehrlicher Syrer kämpfen – in der des Schlächters und Diktators Assad?

Sicher nicht. Die Frage, ob der Einzelne sich stattdessen den Reihen der Opposition anschließen und gegen Assad kämpfen möchte, kann ebenfalls nur individuell beantwortet werden. In der Tat sind vor allem zu Beginn des Bürgerkriegs viele Soldaten aus Assads Reihen desertiert, um auf Seiten der Oppositionellen für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. Der Europäische Gerichtshofs hat mit Urteil vom 19.11.2020, Az. C-238/19 entschieden, dass diesen Flüchtlingen „Flüchtlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention“ zusteht. Sollten sie einen anderen Status haben, ist es empfehlenswert einen Folgeantrag gemäß § 71 des Asylgesetzes zu stellen. 

Mehr als fast ein Jahrzehnt nach Kriegsbeginn sind die meisten jedoch ernüchtert. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: würden Sie in einem Krieg wie dem Syrienkrieg zur Waffe greifen? Oder würden Sie nicht viel eher versuchen, sich und Ihre Familie zu retten? Bevor Sie eine solche Frage den syrischen Flüchtlingen stellen, überlegen Sie doch erst einmal, wie Sie sie selbst beantworten würden. Sie halten ein solches Gedankenspiel für rein hypothetisch? Dann werfen Sie einmal einen Blick auf den ARD-Spielfilm „Aufbruch ins Ungewisse“. Eine Zusammenfassung der Lage in Syrien kann man in der Mediathek von ZDF-Info finden 

Hier wird auch das Versagen der USA aber auch der EU und Deutschlands deutlich. Die Folgen müssen jetzt die Menschen in der Provinz Idlib tragen, die unter schlimmsten Verhältnisse leben müssen.

Was ist die Geschichte der Flüchtlingskrise?

Den meisten Menschen sind beim Wort „Flüchtlingskrise“ vor allem die Ereignisse im Herbst 2015 im Gedächtnis. Doch was nur wenige wissen: Flucht und Vertreibung gibt es leider, seit es Menschen gibt. Unsere Gruppe ist seit 2014 aktiv. Bereits mehrere Jahre vorher hatte sich abgezeichnet, dass Europa in der Zukunft mit einer ganz neuen Herausforderung würde umgehen müssen. Vor allem in Italien, aber auch in Griechenland und Malta landeten immer mehr Flüchtlinge. Diese Staaten waren überfordert. Die Bundesregierung verwies damals wie gelegentlich auch noch heute auf die Dublin-Regelung, wonach dasjenige EU-Land für das Asylverfahren zuständig ist, welches der Flüchtling zuerst betreten hat. Diese Regelung ist für den EU-Binnenstaat Deutschland von Vorteil.

 

Als einer der ersten überhaupt verschaffte der 2013 gewählte Papst Franziskus den Flüchtlingen öffentliche Aufmerksamkeit. Seine erste Auslandsreise führte ihn nach Lampedusa, wo kurz zuvor das erste große von vielen weiteren Bootsunglücken stattgefunden hatte. Zwei Überlebende dieses Unglücks gelangten später nach Dillingen. Ein Jahr darauf verkündete er im EU-Parlament, das Mittelmeer dürfe nicht zum Friedhof werden, und appellierte an die gemeinsame Verantwortung der gesamten Europäischen Union.

 

An der Basis formierten sich die ersten, noch losen, Flüchtlingshelfergruppen. Sie sprangen damals in eine Lücke, die der Staat hinterließ. Im Vordergrund steht die Nothilfe. Noch waren Deutschkurse nur für anerkannte Flüchtlinge zulässig. Der Staat war auf die Ehrenamtlichen angewiesen, es entstanden jedoch erste Konflikte. Die Ehrenamtlichen (so auch wir) warnten vor Überforderung.

 

Im Herbst 2015 brach das europäische Asylsystem zusammen. Die genauen Ereignisse sind umstritten, Tatsache ist: innerhalb kürzester Zeit kamen über die „Balkanroute“ um die 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland. Der Staat war auf diesen Ansturm nicht vorbereitet, das BAMF völlig überfordert. Erneut sprangen die Ehrenamtlichen ein. Gleichzeitig schlossen die Länder der Balkanroute ihre Grenzen, Ungarn baute einen Zaun. Noch herrschte in Deutschland eine Willkommenskultur. Gleichzeitig erlebte das Land eine enorme Polarisierung, die bis heute ihre Nachwirkungen zeigt: in pro und contra Flüchtlinge.

 

An der Basis fand, verstärkt durch die vielen neuen Helfer, die im Herbst 2015 dazukamen, eine Professionalisierung und Institutionalisierung statt. Die Flüchtlingshelfer vernetzten sich, betraten die öffentliche Sphäre und gaben sich feste Rechtsformen als eingetragene Vereine. Gleichzeitig erhielten sie zunehmend professionelle Unterstützung, insbesondere von den Kirchen. Der Staat verteilte zwar Ehrungen und Dankesurkunden, ließ die Helfer jedoch weiter meist allein.

 

Aus der ursprünglichen Nothilfe wurde langsam eine dauernde Hilfe. Die Themen Arbeit, Wohnung und Integration drängen sich in den Vordergrund. Viele Flüchtlinge sind nun anerkannt.

Gleichzeitig tritt eine Erschöpfung unter den Flüchtlingshelfern der Basis ein. Viele Ehrenamtliche geben auf, es kommen nur wenige Neue hinzu. Der „harte Kern“ bleibt jedoch erhalten.

 

Auf gesellschaftlicher Ebene schwindet der Rückhalt. Nach der Silvesternacht von Köln kippte die Stimmung. Ausländerfeindliche Parteien und Kräfte gewinnen an Stärke, die Ehrenamtlichen stehen unter Druck und erhalten teils persönliche Angriffe – auch hier in Dillingen. Der Staat führte die Unterscheidung zwischen Flüchtlingen mit „guter“ und „weniger guter“ Bleibeperspektive ein. Es folgen mehrere, teils überhastete, Reformen am Asylrecht.

 

Bedingt durch den Druck von Rechts und die restriktive Reaktion der Politik politisierten sich auch die Flüchtlingshelferkreise. Eine überregionale Zusammenarbeit in verschiedenen Organisationen begann. So ist unsere Gruppe inzwischen Mitglied bei unserVeto, bei matteo, bei ProAsyl und auch beim Bayerischen Flüchtlingsrat. Die Kirchen solidarisierten sich mit den Flüchtlingshelfern. Die Helferkreise meldeten sich in Form von Protestbriefen, Demonstrationen und weiteren Aktionen verstärkt zu Wort. Insbesondere in Bayern begann ein langer, mühseliger und immer noch nicht abgeschlossener Kampf gegen die Willkür der bayerischen Asylbürokratie. Die Anerkennungspraxis wurde insgesamt restriktiver, Flüchtlinge, nicht nur Straftäter, werden jetzt auch nach Afghanistan abgeschoben.

 

Das BAMF schaffte es durch Personalneueinstellungen, den Asylantragsstau abzubauen, allerdings manchmal auch zu Lasten der Qualität. Viele Flüchtlinge sind jetzt anerkannt und stehen in Arbeit oder Ausbildung. Nach wie vor sind die Verwaltungsgerichte durch die Klagen der Flüchtlinge gegen Bescheide stark in Anspruch genommen, sodass Entscheidungen teilweise immer noch Jahre auf sich warten lassen.

 

Die Corona-Pandemie (ab März 2020) bedeutet für die etablierten Strukturen der Flüchtlingshilfe einen gewaltigen Rückschlag, und das gleich im doppelten Sinne.

Auf der einen Seite trifft sie die Helfer: Bei den Ehrenamtlichen gehören zahlreiche Unterstützer der Hauptrisikogruppe an und mussten ihr Engagement teilweise komplett einstellen. Außerdem verhindern die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, dass wir weiterhin die so dringend notwendigen Orte der Begegnung zwischen Einheimischen und Flüchtlingen wie das Interkulturelle Essen, aber auch das Rundgespräch, weiter durchführen. Begegnung lässt sich eben nicht vollständig in den digitalen Raum übertragen.

Bei den Hauptamtlichen reagieren staatliche und nicht-staatliche Stellen aufgrund der hohen Kosten der Pandemiebekämpfung mittlerweile mit Mittelkürzungen und Sparprogrammen. Die langfristigen Folgeschäden von eingestellten Integrationsmaßnahmen werden jedoch viel höher sein als die jetzt eingesparten Gelder.

Auf der anderen Seite trifft sie die Flüchtlinge selbst: Sie gehören zur Hochrisikogruppe des Vergessen-Werdens von der Corona-Politik.

Das betrifft zum einen die Unterbringung in Massenunterkünften auf engstem Raum und unter schwierigsten hygienischen Bedingungen, die wir bereits vor Corona scharf kritisiert hatten. Trotz mehrfacher bayernweiter Appelle hielt es die Politik bisher nicht für notwendig, die Infektionszahlen unter diesen Gruppen zu senken.

Zum anderen betrifft das die zahlreichen Hilfs- und Förderprogramme, bei denen die Flüchtlinge durchs Raster fallen. Homeschooling ist unter den Bedingungen der engen Asylunterkünfte faktisch unmöglich. Es fehlt an stabilen Internet-Anschlüssen und entsprechender Hardware. Die soziale Isolierung droht, sämtliche Fortschritte bei der Integration zunichte zu machen. Wenn Kinder nicht mehr in die Schule gehen dürfen, verlieren sie den Anschluss zu Gleichaltrigen, vor allem in der Sprache. In den Familien wird nur noch die Muttersprache gesprochen. Gleichzeitig unternimmt die Politik nichts, um diese besonders von den Corona-Maßnahmen betroffenen Familien zu unterstützen. So wurden sie beispielsweise vom „Corona-Kindergeldbonus“ nahezu vollständig ausgeschlossen. Einmal mehr sind es die Ehrenamtlichen, die in die Lücke springen, die der Staat hinterlässt, und nach ihren Möglichkeiten versuchen, den Kontakt über digitale Kanäle nicht abreißen zu lassen.

Fazit: Die Corona-Maßnahmen haben ihren Preis, und einen großen Teil dieses Preises zahlen die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Das sind in erster Linie auch die Flüchtlinge.

 

Die Zukunft ist daher ungewisser denn je. An der Basis werden wohl Ehrenamtliche verstärkt durch Hauptamtliche abgelöst werden, sobald die Mittel dafür wieder bereitgestellt werden. Die neu angekommenen Flüchtlinge werden ihren langen Weg in Richtung Integration weitergehen – teils mit Rückschlägen, die meisten aber erfolgreich. Die europäische Union hat immer noch kein einheitliches Asylsystem. Die Krisen und Konfliktherde an ihren Grenzen – Syrien, Nordafrika, die Türkei und inzwischen auch den Kanaren– brennen weiter. Wir wagen keine Prognose, was passiert, wenn sich von dort wieder Millionen Menschen auf den Weg machen.

 

Auf außenpolitischer Ebene versuchen die Verantwortlichen, eine Wiederholung des Traumas von 2015 zu verhindern. Dies geschieht auch, indem man Zustände hinnimmt, wie sie in den Flüchtlingslagern an den Grenzen Europas herrschen oder das Ertrinken auf dem Mittelmeer zulässt, um abzuschrecken. In Deutschland gibt es nur wenige Politiker, die sich öffentlich anders äußern. Einer der wenigen ist der Entwicklungshilfeminister Gerd Müller [1] oder Gerald Knaus, Gründungsdirektor der Denkfabrik European Stability Initiative (ESI) [2], ein international anerkannter Fachmann für Fragen der Migration.

 

[1] Gerd Müller: Umdenken Überlebensfragen der Menschheit – Murmann - ISBN 978-3-86774-649-6

[2] Gerald Knaus: Welche Grenzen brauch wir? Piper-Verlag - EAN 978-3-492-05988-6

Warum äußert sich die Unterstützergruppe auch zu politischen Fragen?

Es war nie unser Ziel, uns politisch zu äußern – die Umstände haben uns dazu gezwungen. Es geht und ging uns einzig und allein darum, den in Dillingen lebenden Flüchtlingen einen menschenwürdigen Aufenthalt zu ermöglichen.

Leider interessieren sich manche Politiker wenig für die Zustände vor Ort. Unter dem Druck der Neuen Rechten, aber auch der Angst, Wählerstimmen an diese Gruppierungen zu verlieren, beschließen sie Gesetze und Verordnungen, welche die Schwierigkeiten vergrößern, an der Realität vorbeigehen und vor allen Dingen keine nachhaltigen Lösungen bringen. Auch die Zivilgesellschaft ist über die tatsächlichen Hintergründe der „Flüchtlingskrise“ und mögliche Lösungsansätze oft erstaunlich wenig informiert. Das Leiden der Menschen ist weit entfernt von der eigenen Lebensrealität, und so schaut man weg. Situationen wie sie zurzeit in den Flüchtlingslagern gerade in Griechenland und Bosnien sichtbar werden, nimmt man zur Kenntnis, geht aber wieder schnell zur Tagesordnung über.

Daher sehen wir es zunehmend auch als unsere Aufgabe an, über die Lebenssituation und die Rechte von Flüchtlingen zu informieren und öffentlich für die Grundrechte auf Menschenwürde und Asyl einzutreten. Diese beiden Ziele wurden 2016 bei der Vereinsgründung auch in die Satzung aufgenommen. Wir möchten uns dem demokratischen Dialog stellen. Wenn Sie Fragen oder Zweifel haben, kommen Sie gerne auf uns zu und besuchen Sie eine unserer Veranstaltungen, wo Sie die in Dillingen lebenden Flüchtlinge persönlich kennenlernen können.

Dennoch sind und bleiben wir überparteilich und unabhängig. Unsere Mitglieder gehören allen politischen und religiösen Richtungen an, und der Vorstand verfolgt keine politischen Ziele. Trotzdem halten wir es manchmal für notwendig, aus gewissen Erfahrungswerten aus der täglichen Arbeit Handlungsempfehlungen zur konstruktiven Lösung der „Flüchtlingskrise“ abzuleiten.

Wäre es nicht sinnvoller und billiger, die Flüchtlinge in ihren Heimatländern zu versorgen?

Schlicht und einfach: ja, natürlich. Und in der Tat sind nach Angaben der UN-Flüchtlingshilfe zwei Drittel aller Flüchtlinge weltweit sogenannte Binnenflüchtlinge, die im eigenen Land fliehen. Deutschland ist auch nicht das größte Aufnahmeland: 85 % aller Flüchtlinge fliehen in Entwicklungs- oder Schwellenländer, die mit ganz anderen Problemen kämpfen als Deutschland. Darunter sind die Türkei, Pakistan, Uganda, der Libanon oder auch Kolumbien. 

Die meisten Flüchtlinge schaffen es also gar nicht bis zu uns. Von einem „Ansturm“ kann daher keine Rede sein.

 

Dennoch sind wir der Überzeugung: diejenigen, die hier sind, verdienen eine menschenwürdige Behandlungen nach rechtsstaatlichen Standards. Unser Verein hat sich darauf konzentriert, lokal und vor Ort zu helfen – zu mehr wären wir auch gar nicht in der Lage. Wenn Sie dazu beitragen wollen, Flüchtlinge in anderen Ländern zu unterstützen, finden Sie zahlreiche Hilfsorganisationen im Netz. Sie können aber auch selbst in ihrem Alltag dazu beitragen, Fluchtursachen zu verringern, indem Sie beispielsweise auf fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Schokolade und Bananen achten.

 

Wie läuft die Integration der Dillinger Flüchtlinge?

Gemischt. Genauso wie beim Thema Spracherwerb gibt es Flüchtlinge, die sich besonders leichttun und sogar in der Öffentlichkeit auftreten, und solche, die sich schwerer tun. Das möchten wir auch keineswegs verschweigen. Allerdings sind derzeit unsere Aktivitäten durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie erheblich eingeschränkt.

Besonders große Probleme bestehen bei den Themen Wohnen und Familie.

Im Bereich Wohnen gibt es Flüchtlinge, insbesondere aus Syrien, denen es schwerfällt, den mit der Flucht verbundenen Status- und Einkommensverlust zu akzeptieren und beispielsweise in einer kleineren Wohnung zu leben, als sie es aus Syrien gewöhnt waren. Auch haben einige ein Problem damit, in Randlagen zu wohnen und den öffentlichen Nahverkehr nutzen zu müssen.

Im Bereich Familie sind es die patriarchalischen Strukturen, welche in vielen Herkunftsländern bestehen und aus denen sich einige Flüchtlinge erst lösen müssen.

Grundsätzlich gilt für uns: unsere Hilfe basiert auf Gegenseitigkeit. Wer nicht bereit ist, sich zu integrieren, kann auch nicht mit unserer Unterstützung rechnen – und Straftaten, die uns bekannt werden, bringen wir natürlich konsequent zur Anzeige.

Dies kann jedoch auch eine Chance sein: zum Dialog zwischen „entwickelten“ und „weniger entwickelten“ Ländern und zur Triebfeder sozialen und wirtschaftlichen Fortschritts in den Herkunftsländern, wenn Flüchtlinge, die länger in Deutschland lebten, wieder dorthin zurückkehren. So gibt es auch einige Erfolge zu verzeichnen: der Frauentreff beispielsweise dient dem Austausch unter den Frauen und wird gut angenommen. Einige Flüchtlinge beteiligen sich am öffentlichen Leben in Dillingen, zum Beispiel bei der Feuerwehr oder beim jährlichen zukünftig ökumenischen Kreuzweg am Karfreitag. Auch sind einige Geflüchtete ehrenamtlich im Integrationsbeirat des Landratsamtes.

Bei all diesen Aktivitäten findet gleichzeitig auch eine Wertevermittlung statt. Wir fordern selbstverständlich ein, dass Flüchtlinge die Grundwerte des Grundgesetzes einhalten. Dazu gehören besonders die Gleichheit von Mann und Frau und die Religionsfreiheit. Aber Werte sind nichts, was man in Integrationskursen verordnen oder durch Tests erfassen könnte. Werte müssen vorgelebt werden, und dafür brauchen Flüchtlinge Orte, an denen sie Kontakt zur Zivilgesellschaft aufnehmen könnte.

Wie es sich wirklich anfühlt, auf Dauer in einem vollkommen fremden Land zu leben, kann wohl nur nachvollziehen, wer bereits selbst eine solche Erfahrung gemacht hat, beispielsweise bei einem Schüleraustausch oder einem beruflichen Auslandsaufenthalt. Dabei gilt: die Vorstellung von Integration als Einbahnstraße führt in die Sackgasse. Anpassen und verändern muss sich auch die aufnehmende Gesellschaft. In Deutschland denken wir da zum Beispiel an verkrustete Behördenstrukturen, deren Sinn oft wir Deutschen selbst nicht einmal mehr durchschauen. Hier ist statt deutscher Gründlichkeit etwas mehr deutsche Flexibilität notwendig, wie sie auch Angela Merkel auf dem Höhepunkt der „Flüchtlingskrise“ anmahnte. Und das würde dann allen helfen: den Flüchtlingen und den Einheimischen.

Warum sind an den Bahnhöfen so viele Ausländer?

Man fühlt sich als „Fremder im eigenen Land“, und „an den Bahnhöfen und in den Zügen sehe ich nur noch Ausländer“. Woran liegt das? 

Dass Flüchtlinge sich vorzugsweise an Bahnhöfen treffen hat vor allem zwei Gründe.

Erstens, weil dieser Personengruppe oft kein eigenes Auto zur Verfügung steht und sie damit verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Wir halten die von uns betreuten Flüchtlinge auch ganz bewusst dazu an, Bus und Bahn zu nutzen, damit sie selbstständiger werden. Flüchtlinge zahlen übrigens den gleichen Fahrpreis wie alle anderen Fahrgäste auch.

Zweitens, weil in vielen Herkunftsländern das Leben nicht nur zu Hause, sondern auch auf der Straße stattfindet. In Deutschland gibt es traditionell keine „Kultur des öffentlichen Raumes“. Der Grund dafür mag im unterschiedlichen Klima liegen. Das heißt: Wenn man sich mit Freunden verabredet oder andere Menschen treffen will, tut man dies zu Hause oder geht in eine Bar, denn draußen ist es gerade im Winter zu kalt. In anderen Ländern übernehmen meist öffentliche Plätze diese Funktion. Hier werden Neuigkeiten ausgetauscht und Kontakte geknüpft; hier sieht man und wird gesehen. Der Italienurlauber kennt dieses Phänomen vielleicht unter dem Begriff „il corso“, in Südamerika spricht man von der „plaza“. Aufgrund der zentralen Lage übernehmen in Deutschland oftmals Bahnhöfe diese soziale Funktion. Das heißt: Wenn Flüchtlinge sich zu später Stunde an einem Bahnhof versammeln, „lungern“ sie dort nicht „herum“ oder dealen gar mit Drogen (wobei es das, leider, auch gibt), sondern pflegen soziale Kontakte.

Was ist eine Rundmail?

Seit zwei Jahren erhalten die Mitglieder unserer Gruppe, interessierte Ehrenamtliche im Landkreis, die Mitarbeiter des Teams Soziales/Asyl im Landratsamt, das Büro des Dillinger Oberbürgermeisters, interessierte Politiker und die örtlichen hauptamtlichen Flüchtlingshelfer die Rundmail. In ihr nimmt der Vorsitzende Stellung zu aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit Flucht und Integration, gibt Veranstaltungstermine bekannt und informiert über Änderungen in der Rechtslage und der Flüchtlingskrise in aller Welt.

Die Rundmails sind inzwischen bayernweit bekannt und werden von vielen externen Abonnenten deshalb besonders geschätzt, für die sie zu einer unverzichtbaren Informationsquelle geworden ist.

Hinweis: Wenn Sie die Rundmails erhalten wollen, wenden Sie sich an eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .
Sie müssen allerdings eine Datenschutzerklärung ausfüllen 

Flüchtlingshelfer beantworten kompetent die am häufigsten gestellten Fragen zu Flüchtlingen, Migration, Asyl und Integration in Deutschland [Autor: loufre, Quelle: pixabay.com]

Sie ist der älteste und erfolgreichste Beitrag auf dieser Website: die FAQ-Asyl. Fragen wie "Bekommen Asylbewerber mehr Geld als Hartz-IV-Empfänger" oder "Warum haben so viele Flüchtlinge ein Smartphone" brennen der Bevölkerung auf dem Herzen, und wir liefern mit unserer Erfahrung gerne mögliche Antwortversuche dazu. Denn nur informierte Bürger sind mündige Bürger.
Dafür bringen wir die FAQ Asyl regelmäßig auf den neuesten Stand. Zahlreiche Vorschriften im Asylrecht ändern sich laufend und die Themenschwerpunkte unseres Vereins haben sich in Richtung Arbeit, Wohnen, Integration und Grundrechtsschutz verlagert. In der neuen Fassung wurden die FAQ Asyl außerdem um Informationen zu den Rundmails erweitert. Wir wünschen beim Lesen viel Spaß!
An den Stellen, an denen konkrete Zahlen, Daten und Fakten dargelegt werden, haben wir im Sinne der Schaffung von Transparenz die entsprechende Fundstelle/Quelle hinzugefügt.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne persönlich an unserenWebsite-Beauftragten Felix Meixner (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Letzte Aktualisierung: 01.02.2021
Aktuelle Fassung: Achte Fassung (fünfte Vereinsfassung)
Weitere interessante Zahlen- und Faktensammlungen zum Thema finden Sie in den "Flüchtlingsmythen"-Plakaten, bei Pro Asyl, dem Projekt "Fakten gegen Rechts", der Website ausgefaked der Grünen Stadtratsfraktion München, in den Arbeitshilfen "Was ist Sache" von Unser Veto Bayern und bei der Bundeszentrale für politische Bildung.
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