30 Geflüchtete und Ehrenamtliche diskutieren mit der Landtagsabgeordneten über Integration und die damit zusammenhängenden Herausforderungen. Ein großes Problem für Geflüchtete aus Eritrea ist die Passbeschaffung. Dabei wird von den Geflüchteten von den diplomatischen Vertretungen von Eritrea in Deutschland eine "Reueerklärung" verlangt.

Eine Forderung, die bereits von zwei Verwaltungsgerichten außerhalb Bayerns als unzumutbar erklärt wurde. Ein weiteres Ärgernis ist, dass regelmäßig kirchliche Urkunden von Geflüchteten aus afrikanischen Staaten, keine Anerkennung finden. Da bei uns sehr viele Geflüchtete in Arbeit sind, werden sie aufgrund fehlender staatlicher Heiratsurkunden der Steuerklasse 1 zugeordnet, obwohl sie hier mit ihren Familien zusammenleben. Noch fragwürdiger ist die Verfahrensweise gegenüber Geflüchteten aus Somalia. Deren Nationalpässe und Personenstandsurkunden, wenn sie nach 1991 ausgestellt sind, finden in Deutschland grundsätzlich keine Anerkennung. Frau Gülseren Demirel wird die Anregungen der Geflüchteten und der Ehrenamtlichen nicht nur in den Landtag von Bayern einbringen, sondern auch an Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Berlin weitergeben, damit sie bei den Koalitionsverhandlungen Berücksichtigung finden. Viele Fragen zum sogenannten Spurwechsel und auch zum erlebten Verhalten in den zuständigen Behörden rundeten die interessante Veranstaltung hat. Ehrenamtliche und Geflüchtete sind nur gespannt auf die konkreten Ergebnisse.

Bild: Gabriele Holland

Joomla templates by a4joomla