Papst Franziskus auf dem Weg zu seiner Corona-Andacht auf dem leeren Petersplatz am 27. März 2020 [Screenshot, Quelle: Youtube – Vatican News Deutsch]

"In unserer Welt sind wir mit voller Geschwindigkeit weitergerast und hatten dabei das Gefühl, stark zu sein und alles zu vermögen. In unserer Gewinnsucht haben wir uns ganz von den materiellen Dingen in Anspruch nehmen lassen und von der Eile betäuben lassen. Wir haben vor deinen Mahnrufen nicht angehalten, wir haben uns von Kriegen und weltweiter Ungerechtigkeit nicht aufrütteln lassen, wir haben nicht auf den Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten gehört. Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden."

Papst Franziskus in seiner Corona-Andacht auf dem leeren Petersplatz am 27. März 2020

Dieses Osterfest 2020 findet unter unerwarteten und nie zuvor dagewesenen Umständen statt. Das gilt nicht nur für die Christen, die in diesen Tagen Leid, Tod und Auferstehung ihres Religionsgründers feiern, sondern auch für die beiden anderen religiösen Großfeste, die in dieser Zeit stattfinden – das jüdische Pessach-Fest und der islamische Fastenmonat Ramadan. Kirchen auf der ganzen Welt sind geschlossen, Gottesdienste finden nur im Internet statt, wo sie nicht alle Gläubigen erreichen, und der Ramadan wird vielleicht sogar verschoben. Das gilt aber auch für alle, die mit religiösen Festen nur wenig anzufangen wissen, und die sich auf das Osterfest als Familienfest gefreut haben, an dem sie Verwandte und Freunde besuchen können, die sie sonst das ganze Jahr über nicht sehen. Jetzt müssen sie zu Hause bleiben. Das gilt auch und ganz besonders für unseren Verein, der seine Aktivitäten zum größten Teil herunterfahren musste, und für die Flüchtlinge in Dillingen, die auf verschiedene Weise unter dieser Situation leiden.

In dieser schweren Stunde haben wir aber auch mehr Zeit als jemals zuvor, um in uns zu gehen, zur Ruhe zu kommen und nachzudenken. War denn diese Welt vollständig gesund, bevor Corona kam? Angesichts von 70 Millionen Menschen auf der Flucht, angesichts von fortgesetzten Kriegen in Afghanistan, Syrien und anderswo, angesichts einer fortschreitenden Klimakrise, die nun aus den Augen geraten ist, aber deswegen noch lange nicht verschwinden wird, müssen wir festhalten: Nein, gesund war diese Welt schon lange nicht mehr.

Corona ruft uns in dieser Zeit ganz besonders zur Umkehr auf. Wie wird die Welt nach der Krise aussehen? Wie viele geliebte Menschen werden wir noch verlieren? Das lässt sich heute noch nicht absehen. Aber was sich absehen lässt: Nach Corona kann es nicht mehr so weiter gehen wie zuvor. Wir müssen den "Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten", wie Papst Franziskus es ausdrückte, neu zu hören lernen. Denn wir haben nur diese eine Erde, und alle Menschen, die auf ihr leben, haben nur diese eine unveräußerliche Würde.

Die Christen glauben daran, dass Jesus Christus nach dem Martyrium am Kreuz am dritten Tage auferstanden ist. Das zeigt: Der Tod ist nicht das Ende. Das Leben wird weitergehen.

In diesem Sinne bedanken wir uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern sowie bei allen Spenderinnen und Spendern, die uns auch in dieser schweren Zeit die Treue halten. Wir sind optimistisch, dass auch unser Vereinsleben eines Tages wieder weitergehen kann, dass die eingestellten Projekte wieder fortgesetzt werden können. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen Frohe und Gesegnete Ostern – und: Bleiben Sie gesund.

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