Weihnachtsbotschaft 2019 Silvesterkracher

„Hörend verstehen, nachfragen, den Mensch sehen, nicht seine Religion. Und sich dem ‚Das-muss-doch-mal-gesagt-werden-Reflex‘ entziehen, manchmal auch verweigern. Das schlagende Argument nicht wie eine Verbalgranate zünden, sondern es entschärfen, auf den Knalleffekt verzichten. Dann muss keiner vorsorglich evakuiert werden. Und wir können uns immer wieder begegnen – ohne rote Ohren und kalte Füße zu bekommen. Wer die Verwundeten verbinden will, muss zu Boden gehen. Wo der 'Aufstand' zerbricht, finden sich die Kontrahenten auf Knien wieder. Es ist Zeit zum Aufstehen, um sich quasi kniend dienend und pflegend, Füße waschend auf Augenhöhe zu begegnen.“

Jürgen Mette (2019): Die Evangelikalen, S. 112f.

Die Fußwaschung. Ein Text zu Ostern, und das an Weihnachten. Geht das?

Ja, das geht. Denn zwischen Weihnachten und Ostern besteht ein Zusammenhang. Weihnachten und Ostern sind Familienfeste, Konsumklimaindex-Kaufrauschtage, Hochfeste des kulinarischen Genusses. Aber sie sind mehr als das.

Was der evangelische Theologe Jürgen Mette auf den Dialog innerhalb der Christenheit bezieht, das können wir an diesem Weihnachtsfest auch auf unsere Gesellschaft als Ganzes beziehen. Wie wäre es, wenn wir – nicht nur an Silvester, dass da ja zwangsläufig kommen muss nach Weihnachten – auf den „Knalleffekt“ verzichten: In unserem Alltag, in der Art und Weise, wie wir miteinander sprechen und umgehen?

Und wie wäre es, wenn wir diese Umgangsform nicht auf unser eigenes Umfeld beschränken würden, sondern wenn sie über uns selbst hinaus reichen würde, hin zu denen, die an diesem Weihnachtsfest keinen Frieden finden, weil sie hungrig sind und durstig, fremd sind und nackt, krank und im Gefängnis?

Wir bedanken uns bei allen Menschen, die uns im vergangenen Jahr unterstützt haben – sei es mit ihrer Stimme, mit ihren finanziellen Mitteln, oder, am Wertvollsten von allen, mit ihrer Zeit. Wir wünschen Ihnen ein Frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr 2020.

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