Am 21. April 2018 besuchte ein Vertreter unseres Vereins die Fachtagung "Partizipation" der AGABY (Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migrations- und Integrationsbeiräte Bayerns) in Kempten mit ca. 200 haupt- und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern aus ganz Bayern.

von Georg Schrenk

Dr. Stefan Kordel, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, referierte zum Thema: "Zuwanderung in ländliche Räume: aktuelle Prozesse und Potenziale" sowie Dr. Kay Ruge vom Deutschen Landkreistag zum Thema: "Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen". Nachmittags diskutierten wir über die aktuellen Herausforderungen in Workshops. Ich nahm am Workshop "Wie? Wo? Mit wem? Funktioniert Integration im Landkreis" teil. Ein Politikwissenschaftler und ein Soziologe stellten dazu ihre Studie vor. Leider beschränkte sich die gesamte Veranstaltung zu sehr auf die Gruppe der Geflüchteten mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit. Ich habe deutlich zum Ausdruck gebracht, dass wir Ehrenamtlichen insbesondere durch die Herausforderungen mit den Geflüchteten mit geringer Bleibewahrscheinlichkeit gefordert sind und hier wenig Unterstützung von den zuständigen Stellen erhalten. Anstatt diesen Personenkreis bis zu einer eventuellen Abschiebung Beschäftigungserlaubnisse zu erteilen, werden diese gerade in Bayern widerrufen oder gar nicht erteilt. Das Ergebnis: die Menschen sitzen ohne sinnvolle Tätigkeit in ihren Unterkünften. Dass Dr. Kay Ruge gerade für diesen Personenkreis, wenn sie schon mehrere Jahre hier sind, Sonderlösungen anregte, wird wohl  die anwesende Politikprominenz, an der Spitze Ministerialdirektor Scheufele, kaum aufgenommen haben. Positive Änderungen sind aufgrund der bevorstehenden Landtagswahlen nicht zu erwarten.

Erfreulicherweise war die Integrationslotsin des Landratsamtes Dillingen auch anwesend. Allerdings fehlt bei uns vieles, was andere Kreise schon haben, zum Beispiel einen Integrationsbeirat mit Ehrenamtlichen, Flüchtlingen und Behördenvertretern. In manchen Landkreisen läuft dies eben besser!

 

Ostern 2018

"Friede sei mit euch!"

Mit dieser Botschaft, so berichtet es die Bibel, trat der auferstandene Jesus in die Mitte seiner Jünger. Die Christen weltweit begehen auch 2018 wieder dieses Osterfest, doch der Friedenswunsch bleibt nach wie vor eine Verheißung: über 60 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Sie finden keinen Frieden vor Hunger, Armut, Perspektivlosigkeit, Gewalt, Krieg, Naturkatastrophen, Ausgrenzung und Vertreibung.
Gleichzeitig nimmt die gesellschaftliche Spaltung in Europa und Deutschland zu: die politischen Extreme stärken sich, der Ton zwischen den verfeindeten Lagern wird rauer. Oft geht der Riss mitten durch Familien. Eine Versöhnung scheint kaum mehr möglich.

Dabei ist genau das die Botschaft des Ostermorgens: Versöhnung, zwischen Gott und Mensch, aber auch zwischen Mensch und Mensch. Wir wünschen Ihnen, dass Sie an diesem Osterfest einen Teil dieser Versöhnung, einen Teil dieses Friedens spüren können und an andere Menschen weitergeben können.

Wir bedanken uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, Patinnen und Paten, Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern, Spenderinnen und Spendern, die unsere Arbeit möglich machen. Friede sei mit euch!

Besuch aus Syrien in den 7. Klassen der Bonaventura-Realschule Dillingen/Donau

Am Morgen des 7. März 2018 hatten 40 Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen eine ganz besondere Stunde "Religionsunterricht": sie bekamen Besuch von Khadija aus Syrien und unserem 1. Vorsitzenden und stellvertretenden Koordinator Georg Schrenk. Kadija stellte überzeugend das Leben in ihrer Heimat, Eindrücke aus dem Krieg, ihre Flucht mit drei kleinen Kindern und ihr Leben in Deutschland dar. Dabei kam heraus: Es gibt immer noch Vorurteile, gegen die man ankämpfen muss. Viele Schüler verstanden nicht, dass das Handy unabdingbar ist, um mit der Heimat in Kontakt zu bleiben, aber auch, um damit Deutsch zu lernen. Wir freuen uns aber, dass wir ein bisschen Empathie für Geflüchtete vermitteln konnten, und danken der Bonaventura-Realschule für die Einladung.

Ein Filmtipp von Jan Doria

Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten: noch heute Nacht kommen die Schergen des diktatorischen Regimes, unter dem Sie leben müssen, um Sie abzuholen und auf Nimmerwiedersehen in Isolationshaft wegzusperren?

Georg Schrenk als Büttenredner beim 5. Sprachtreff "Fasching" 2017.

von Georg Schrenk

Narren ziehen durch das Land,
ihr Treiben ist mir gut  bekannt,
früher war ich ein großer Narr,
der auf vielen Sitzungen war! 

Dillinger Finken beim Sprachtreff Fasching 2017

In der „Bütt“ war ich zu Haus,
machte schöne Reim daraus,
manches war auch wahr,
mir war aber immer klar,
beleidigend durft' es nicht sein,
sonst ist man bald allein!

Zauberei beim Sprachtreff Fasching 2017

Über die Politik gäbs' viel zu sagen,
meist sind es aber nur die Klagen.
Auf Besserung kann man zwar hoffen,
ist aber meist mehr als betroffen,
wenn man die AfD im Bundestag jetzt sieht,
und merkt, dass es wenig Stil noch gibt!

Zauberei mit Klobürste beim Sprachtreff Fasching 2017

Wortbruch der war vorprogrammiert,
Schulz hat sich zum Außenminister generiert,
um dann einen Rückzieher zu machen,
über den manche jetzt auch noch lachen.
Positiv, dass hoffentlich Gabriel jetzt bleibt
und die SPD die sich nicht noch mehr entzweit.

Clownerei beim Sprachtreff Fasching 2017

Frau Merkel hat er schwer beleidigt,
bald als Innenminister wird er vereidigt!
Ich kann diese Wahl nicht verstehn',
warum muss er nach Berlin noch gehn'?
Zeit zum Gehen wärs' für ihn gewesen,
im Ruhestand könnt er die Bundesgesetze lesen,
die in Bayern seine Regierung gern umschifft,
weil  bald Landtagswahl wieder ist!

Die Dillinger Finken beim Sprachtreff Fasching 2017

Für Flüchtlinge setzt man Integrationslotsen jetzt ein,
sie sollen die neueste Entdeckung des Sozialministeriums  sein,
sie sitzen von der Basis weit entfernt ,
verwalten Papier, wie siehs' gelernt,
besuchen manchmal ein Flüchtlingsheim,
und werden das Schutzmäntelchen für Integration jetzt sein!

Essen und Gemütlichkeit beim Sprachtreff Fasching 2017

Wir werden weiter für Menschenrecht und Menschenwürde streiten,
oft wird die Kritik der Besserwisser uns begleiten,
trotzdem werden wir nicht verzagen,
weil wir den Papst hinter uns haben!

Georg Schrenk als Büttenredner beim Sprachtreff Fasching 2017

Ich wünsch Euch jetzt noch viel Kraft,
dass Ihr täglich Eure Aufgaben schafft,
bis zum 15. lass ich Euch allein,
denn Urlaub muss dem Koordinator auch sein!

Dieser Beitrag ist bebildert mit Archivaufnahmen vom 5. Sprachtreff "Fasching" 2017. Kontakt zum Autor: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Rednerin beim 5. Oberbayerischen Asylgipfel in München

Am 20. Januar 2018 fand der 5. Oberbayerische Asylgipfel in München statt. Für uns war unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk vor Ort. An dieser Stelle berichtet er von seinen Eindrücken.

von Jan Doria

Noch drei Stunden bis Mitternacht. Eine Handvoll Feierlustiger zieht durch die leeren Straßen von Basel, auf dem Weg zu irgendeiner Silvesterparty. Sie sind als Piraten verkleidet. Aus einem Lautsprecher schüttelreimt es: „Hey, Piraten, aufgepasst / jetzt beginnt der große Spaß!“
Ich komme ihnen entgegen. Ich bin auf dem Weg zu einer Kirche, wo ich den Jahreswechsel verbringen werde. Um Punkt Mitternacht werden wir dort singen: „Jésus, le Christe, lumière interieure, donne-moi d’accueilir ton amour“ – „Jesus, der Christus, inneres Licht, gib mir deine Liebe zu empfangen“.
Die europäischen Jugendtreffen von Taizé, die jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfinden, sind ein bewusstes Gegenprogramm zu einem Neujahrsfest, bei dem laut ZDF heuer wieder über 130 Millionen Euro für Feuerwerk sinnlos verballert wurden. Rund 16.000 Jugendliche aus ganz Europa verbrachten dagegen die letzten fünf Tage des Jahres in Gebet und Stille.

Auch dieses Jahr gibt es wieder liebe Weihnachtsgrüße aus dem Landratsamt Dillingen/Donau:

Weihnachtsbotschaft Flüchtlingshelfer 2017 Leo Schrell

Weihnachtsbotschaft Flüchtlingshelfer 2017 Gisela Lohmeyer

weihnachtsbild17

Fast 44 Prozent der Deutschen engagieren sich ehrenamtlich: egal ob beim Roten Kreuz, als Flüchtlingshelfer oder beim Fußballverein im Heimatort: müssten wir auf diese Ehrenamtlichen verzichten, sähe unsere Gesellschaft ganz anders aus. Wenn jede ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunde in Deutschland mit auch nur 8,50 Euro Mindestlohn vergütet würde, wurde das den Staat 35 Milliarden Euro zusätzlich kosten. Das ist mehr als doppelt so viel, wie der Bund im Jahr für Bildung und Forschung ausgibt, und immer noch zwei Milliarden mehr als die Verteidigungsausgaben des Bundes - fast 437 Euro pro Bundesbürger!

Diese Finanzkraft haben wir bei Weitem nicht ;-), aber auch bei uns liefe nichts ohne ehrenamtliche Helfer und Unterstützer. Deswegen ist es an der Zeit, DANKE zu sagen: danke für alle, welche die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben. DANKE an alle, die an eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen glauben und sich für Integration starkmachen. DANKE an alle, die uns finanziell oder auch nur im Herzen unterstützen. DANKE aber auch an alle, die uns kritisch begleiten und auf Fehler hinweisen.

Ihnen allen und ihren Familien wünschen wir für das Weihnachtsfest und das Neue Jahr 2018 das, was der Tübinger Theologe und Musiker Hans-Joachim Eckstein in einem Lied ausdrückt: "Möge Gottes Segen mit dir sein / wohin du auch gehst / was dir auch geschieht".

Quellen: Freiwilligensurvey 2014, Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend; Bundeshaushalt 2014, Bundesministerium der Finanzen; eigene Berechnungen; "Möge Gottes Segen mit dir sein" (c) Hans-Joachim Eckstein/SCM Hänssler, Holzgerlingen; Bild Palme (bearbeitet) (c) OpenClipart-Vectors | https://pixabay.com/de/insel-palmier-palme-1293115/ | Public Domain; Bild Lebkuchenhaus (bearbeitet) (c) Mamooli | https://www.flickr.com/photos/babairan/8284281676/in/photolist-dC47jG-qpstrB-5GWhKx-4dG3W9-aVTPKr-dxA3iE-7kRGc-7kRGm-5H5AmX-aUxcYX-4yjbLb-5H5XyE-qhVaAK-7cRg7-dC4368-aUxfuk-dB5KEy-5KUMFH-4aGe4E-7cR6u-8YoM91-dAZict-8YkDTD-iuXBSa-3uF23-qb3LLz-3uEHj-dBWWo8-71dKP-pg8VHs-7mChgc-7cRgV-7cR8q-5QcKYv-pg8VLo-qpHtzE-7cRes-aUxdjx-5GG18e-7cRdk-qphqkc-7cRb7-qpGk7t-7cR9W-itCcn2-5H1F9v-7cRdY-jybQZJ-itN83R-pVycLC | CC BY-NC 2.0; Design Weihnachtsfoto (c) Jan Doria 2017 | All rights reserved.

schrenkbildthumb

Auch dieses Jahr veröffentlicht unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk wieder seine "Gedanken zum Jahresende". Die wichtigsten Themen 2017 waren die anhaltenden Herausforderungen bei der Integration, die Bürokratie im Freistaat Bayern und die umstrittenen Abschiebungen nach Afghanistan.

Joomla templates by a4joomla