Cornelia Kügel-Merkel verteilt Schutzmasken an Flüchtlinge

Seit dem 27. April 2020 gilt in ganz Bayern die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr. Unser Verein hat schnell reagiert und am Tag davor rund 150 Einwegmasken an Flüchtlinge im Stadtbereich Dillingen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz oder Hartz IV erhalten, verteilt. Die Masken wurden auf Beschluss des Vorstandes von unserem Spendenkonto finanziert. Die Verteilung übernahmen (unter Einhaltung aller Abstandsregeln) unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk und unsere 1. stellvertretende Vorsitzende Cornelia Kügel-Merkel (siehe Bild).

Wir rufen alle Flüchtlinge dazu auf, sich strikt an die verhängten Corona-Schutzmaßnahmen zu halten und sich ggf. weitere Masken selbst zu besorgen.

Erfahrungsbericht einer jungen Flüchtlingstochter

Erfahrungsbericht Flüchtlinge Corona Ausgangsbeschränkung [Symbolfoto. Quelle: pexels.com, Autor: Julia M Cameron]

Symbolfoto. Quelle: pexels.com, Autor: Julia M Cameron

Die Maßnahmen und Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie treffen alle Menschen gleich. Die 18jährige Hala ist aus Syrien nach Dillingen geflohen. Sie berichtet von ihren Erfahrungen im Alltag mit Corona.

Papst Franziskus auf dem Weg zu seiner Corona-Andacht auf dem leeren Petersplatz am 27. März 2020 [Screenshot, Quelle: Youtube – Vatican News Deutsch]

"In unserer Welt sind wir mit voller Geschwindigkeit weitergerast und hatten dabei das Gefühl, stark zu sein und alles zu vermögen. In unserer Gewinnsucht haben wir uns ganz von den materiellen Dingen in Anspruch nehmen lassen und von der Eile betäuben lassen. Wir haben vor deinen Mahnrufen nicht angehalten, wir haben uns von Kriegen und weltweiter Ungerechtigkeit nicht aufrütteln lassen, wir haben nicht auf den Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten gehört. Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden."

Papst Franziskus in seiner Corona-Andacht auf dem leeren Petersplatz am 27. März 2020

Dieses Osterfest 2020 findet unter unerwarteten und nie zuvor dagewesenen Umständen statt. Das gilt nicht nur für die Christen, die in diesen Tagen Leid, Tod und Auferstehung ihres Religionsgründers feiern, sondern auch für die beiden anderen religiösen Großfeste, die in dieser Zeit stattfinden – das jüdische Pessach-Fest und der islamische Fastenmonat Ramadan. Kirchen auf der ganzen Welt sind geschlossen, Gottesdienste finden nur im Internet statt, wo sie nicht alle Gläubigen erreichen, und der Ramadan wird vielleicht sogar verschoben. Das gilt aber auch für alle, die mit religiösen Festen nur wenig anzufangen wissen, und die sich auf das Osterfest als Familienfest gefreut haben, an dem sie Verwandte und Freunde besuchen können, die sie sonst das ganze Jahr über nicht sehen. Jetzt müssen sie zu Hause bleiben. Das gilt auch und ganz besonders für unseren Verein, der seine Aktivitäten zum größten Teil herunterfahren musste, und für die Flüchtlinge in Dillingen, die auf verschiedene Weise unter dieser Situation leiden.

In dieser schweren Stunde haben wir aber auch mehr Zeit als jemals zuvor, um in uns zu gehen, zur Ruhe zu kommen und nachzudenken. War denn diese Welt vollständig gesund, bevor Corona kam? Angesichts von 70 Millionen Menschen auf der Flucht, angesichts von fortgesetzten Kriegen in Afghanistan, Syrien und anderswo, angesichts einer fortschreitenden Klimakrise, die nun aus den Augen geraten ist, aber deswegen noch lange nicht verschwinden wird, müssen wir festhalten: Nein, gesund war diese Welt schon lange nicht mehr.

Corona ruft uns in dieser Zeit ganz besonders zur Umkehr auf. Wie wird die Welt nach der Krise aussehen? Wie viele geliebte Menschen werden wir noch verlieren? Das lässt sich heute noch nicht absehen. Aber was sich absehen lässt: Nach Corona kann es nicht mehr so weiter gehen wie zuvor. Wir müssen den "Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten", wie Papst Franziskus es ausdrückte, neu zu hören lernen. Denn wir haben nur diese eine Erde, und alle Menschen, die auf ihr leben, haben nur diese eine unveräußerliche Würde.

Die Christen glauben daran, dass Jesus Christus nach dem Martyrium am Kreuz am dritten Tage auferstanden ist. Das zeigt: Der Tod ist nicht das Ende. Das Leben wird weitergehen.

In diesem Sinne bedanken wir uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern sowie bei allen Spenderinnen und Spendern, die uns auch in dieser schweren Zeit die Treue halten. Wir sind optimistisch, dass auch unser Vereinsleben eines Tages wieder weitergehen kann, dass die eingestellten Projekte wieder fortgesetzt werden können. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen Frohe und Gesegnete Ostern – und: Bleiben Sie gesund.

Fröhliches Kindersingen und -spielen

Integration geht weiter: Auch während der Corona-Pandemie ist unser Verein aktiv, so gut es eben geht. Manche Herausforderung ist neu – andere belasten die Helfer schon seit Jahren. Ein Lagebericht.

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ERI2000

Bundespräsident Steinmeier bei seiner Rede in Yad Vashem [Quelle: wikimedia.com, Autor: kremlin.ru]

Bundespräsident Steinmeier sprach in Yad Vashem von der nie endenden Verantwortung der Deutschen für den Holocaust. Doch wie weit reicht diese? Reicht sie auch bis zu den Verfolgten von heute? Ein Kommentar.

Flüchtlingsdebatte ohne Flüchtlinge

Flüchtlingsdebatte Medienkritik Studie [Autor: Redrecords, Quelle: pexels.com]

Wenn die Medien über die Flüchtlingskrise diskutieren, dann diskutieren sie über die Politik, aber nicht mit den eigentlichen Betroffenen. Zu diesem Schluss kommt eine neu erschienene Studie der Otto-Brenner-Stiftung (OBS). Als lokal agierender Flüchtlingshelferverein überrascht uns das wenig – dass manche Politiker sich nicht für die Verhältnisse vor Ort interessieren, kritisieren wir schon seit Jahren.

Weihnachtsbotschaft 2019 Silvesterkracher

„Hörend verstehen, nachfragen, den Mensch sehen, nicht seine Religion. Und sich dem ‚Das-muss-doch-mal-gesagt-werden-Reflex‘ entziehen, manchmal auch verweigern. Das schlagende Argument nicht wie eine Verbalgranate zünden, sondern es entschärfen, auf den Knalleffekt verzichten. Dann muss keiner vorsorglich evakuiert werden. Und wir können uns immer wieder begegnen – ohne rote Ohren und kalte Füße zu bekommen. Wer die Verwundeten verbinden will, muss zu Boden gehen. Wo der 'Aufstand' zerbricht, finden sich die Kontrahenten auf Knien wieder. Es ist Zeit zum Aufstehen, um sich quasi kniend dienend und pflegend, Füße waschend auf Augenhöhe zu begegnen.“

Jürgen Mette (2019): Die Evangelikalen, S. 112f.

Die Fußwaschung. Ein Text zu Ostern, und das an Weihnachten. Geht das?

Ja, das geht. Denn zwischen Weihnachten und Ostern besteht ein Zusammenhang. Weihnachten und Ostern sind Familienfeste, Konsumklimaindex-Kaufrauschtage, Hochfeste des kulinarischen Genusses. Aber sie sind mehr als das.

Was der evangelische Theologe Jürgen Mette auf den Dialog innerhalb der Christenheit bezieht, das können wir an diesem Weihnachtsfest auch auf unsere Gesellschaft als Ganzes beziehen. Wie wäre es, wenn wir – nicht nur an Silvester, dass da ja zwangsläufig kommen muss nach Weihnachten – auf den „Knalleffekt“ verzichten: In unserem Alltag, in der Art und Weise, wie wir miteinander sprechen und umgehen?

Und wie wäre es, wenn wir diese Umgangsform nicht auf unser eigenes Umfeld beschränken würden, sondern wenn sie über uns selbst hinaus reichen würde, hin zu denen, die an diesem Weihnachtsfest keinen Frieden finden, weil sie hungrig sind und durstig, fremd sind und nackt, krank und im Gefängnis?

Wir bedanken uns bei allen Menschen, die uns im vergangenen Jahr unterstützt haben – sei es mit ihrer Stimme, mit ihren finanziellen Mitteln, oder, am Wertvollsten von allen, mit ihrer Zeit. Wir wünschen Ihnen ein Frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr 2020.

Krippenbild Seenotrettung [Quelle: https://www.agustindelatorre.com/]

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

Die beiden Bilder zeigen die Geburt von Jesus Christus. Auch Nichtgläubige erkennen meist an, dass seine Botschaft, seine Worte Grundlagen für das Zusammenleben der Menschen sind. Das untere Bild ist aus der Jetztzeit. Sie können selbst erkennen, um was es geht. Trotz aller Mahnungen ertrinken immer noch Menschen im Mittelmeer, kommen zu Tode auf den Wegen, die nach Libyen führen oder werden in ihren Herkunftsländern Opfer von Krieg und Terror. Oft wird weggeschaut. Es ist politisch nicht immer gewünscht, dass Menschen aus Staaten, in denen sie bedroht sind, wo soziale Not herrscht oder das Klima sie zur Flucht zwingt, im reichen Europa oder auch in anderen Staaten Unterschlupf finden. Gerade die Toten im Mittelmeer fordern täglich von uns, dass wir uns für sichere Wege nach Europa und für menschenwürdiges Leben einsetzen.

Sie engagieren sich in der Betreuung Geflüchteter, Sie helfen ihnen, damit sie sich bei uns integrieren und leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Ich als ehrenamtlicher Koordinator und Vorsitzender der Unterstützergruppe "Asyl/Migration Dillingen a.d.D." e.V. danke Ihnen für Ihren Einsatz. Für das Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen die Zeit, sich mit der Botschaft des vor über 2000 Jahre geborenen Jesus Christus auseinanderzusetzen und schöne, stressfreie Tage mit Ihren Familien, Freunden, Bekannten und auch Flüchtlingen.

Ihr

Georg Schrenk

Weihnachtsbotschaft Landratsamt 2019

Mehr Informationen zum Integrationsbeirat erhalten Sie hier.

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