Die konkreten Fluchtgründe, warum einzelne Asylbewerber Zuflucht in Deutschland und Europa gesucht haben, sind von Fall zu Fall unterschiedlich. Wir können daher an dieser Stelle keine pauschale Antwort geben.

Stattdessen erlauben wir uns zwei Gegenfragen: Kann ein Land, dessen Machthaber seit Jahren brutal jegliche politische Opposition unterdrückt, dessen Regierung Bomben auf das eigene Volk werfen lässt und dem von der internationalen Gemeinschaft schlimmste Verbrechen wie Chemiewaffeneinsatz, Folter und Massenmord vorgeworfen werden, noch wirklich als „Vaterland“ gelten? In wessen Armee sollte denn ein ehrlicher Syrer kämpfen – in der des Schlächters und Diktators Assad?
Sicher nicht. Die Frage, ob der Einzelne sich stattdessen den Reihen der Opposition anschließen und gegen Assad kämpfen möchte, kann ebenfalls nur individuell beantwortet werden. In der Tat sind vor allem zu Beginn des Bürgerkriegs viele Soldaten aus Assads Reihen desertiert, um auf Seiten der Oppositionellen für Freiheit und Demokratie zu kämpfen.
Mehr als ein halbes Jahrzehnt nach Kriegsbeginn sind die meisten jedoch ernüchtert. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: würden Sie in einem Krieg wie dem Syrienkrieg zur Waffe greifen? Oder würden Sie nicht viel eher versuchen, sich und Ihre Familie zu retten? Bevor Sie eine solche Frage den syrischen Flüchtlingen stellen, überlegen Sie doch erst einmal, wie Sie sie selbst beantworten würden. Sie halten ein solches Gedankenspiel für rein hypothetisch? Dann werfen Sie einmal einen Blick auf den ARD-Spielfilm „Aufbruch ins Ungewisse“.

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