Wir suchen noch Unterstützer!

Das 18. Rundgespräch Asyl/Migration am 12. Januar im Kath. Kirchzentrum St. Ulrich hielt für die anwesenden ca. 40 anwesenden Helfer gleich mehrere Überraschungen bereit: einerseits ein reichhaltiges Abendessen-Büffet und andererseits wichtige Ankündigungen unseres 1. Vorsitzenden und Koordinators Georg Schrenk. Er will zwei neue Integrationsprojekte für Flüchtlinge starten.

Das erste Projekt ist eine Nachbarschaftshilfe in Dillingen für hilfsbedürftige Bürger durch Asylbewerber. Wir wollten dadurch auch Flüchtlinge, die sonst kaum die Möglichkeit dazu haben, in Arbeit/eine Beschäftigung zu gelangen, eine Betätigungsmöglichkeit bieten, so Schrenk.
Beim zweiten Projekt handele es sich um eine Idee von Pfarrer Lothar Hartmann: er wolle mindestens zwei Mal im Monat ein Hallenballspielangebot schaffen.
Für beide Projekte sind nach wie vor Helfer dringend gesucht, weitere Informationen finden Sie im gesonderten Bericht hier. Ein ähnliches Projekt läuft bereits mit Klemens Kissner mit Eritreern in Steinheim.

Darüber hinaus kündigte Schrenk an, einen 10-Finger-Tastschreibkurs organisieren zu wollen, vorausgesetzt, dass sich genügend Teilnehmer melden, sich eine Räumlichkeit findet, und für das Möbellager zukünftig einen Möbeltransporter bei toom anzumieten, wenn dies notwendig sein sollte.

Längere Zeit widmete Schrenk noch dem Problem der Integrationskurse. Diese hätten zwar zum Ziel, mit ihrem Abschluss den Flüchtlingen das Deutsch-Niveau B1 zu vermitteln; das würde jedoch oftmals nicht erreicht. Er erinnerte daher erneut an das Konzept „Flüchtlinge helfen Flüchtlingen“: gute Deutschlerner sollten schlechteren Kollegen Nachhilfe geben, regte er an.

Während des 18. Rundgesprächs fand auch eine Diskussion zum Thema „Wohnungssuche“ im Beisein von Oberbürgermeister Frank Kunz, Hausmanager Dieter Kogge, Landratsamtskoordinatorin Gisela Lohmeyer und ihrer Kollegin Petra Gorhau als Nachfolgerin von Sebastian Bundschuh bei der Stadtverwaltung Dillingen statt. Zwar konnten insbesondere durch den unermüdlichen Einsatz der Wohnungslotsin des Landratsamtes, Katja Finger, mittlerweile rund 32 Wohnungen akquiriert werden, doch nach wie vor lebten ca. anerkannte 125 Flüchtlinge als Fehlbeleger in Unterkünften des Landratsamts, informierte Schrenk. Sie können allein aus Toleranz des Landratsamts momentan dort noch wohnen bleiben. Kogge betonte daher, die Flüchtlinge dürften keine allzu hohen Ansprüche an Wohnungen stellen und sollten auch Wohnungen außerhalb der Stadt Dillingen annehmen. „Ich setze die Flüchtlinge da schon unter Druck. Wir müssen da zusammen eine deutliche und klare Sprache sprechen. Natürlich werden wir nachher keine Obdachlosen zulassen, das wird dann aber nur Notlösungen geben“, appellierte er an die Stelle unseres Vereins gerichtet. Oberbürgermeister Kunz stellte fest, dass die Stadt Dillingen, wenn anerkannte Flüchtlinge obdachlos werden sollten, ihren Verpflichtungen nachkommen werde.

Mit Meinungsaustausch zwischen den Unterstützerinnen und Unterstützern bei Häppchen und Getränken klang der Abend aus.

Am 23. November fand im Kath. Pfarrzentrum St. Ulrich das 17. Rundgespräch statt. Mit dabei: Dr. Georg Strasser, Vorsitzende des Sprecherrates der ehrenamtlichen Arbeitsvermittler für Flüchtlinge im Landkreis Starnberg sowie Irene Stürze von der Leitung der Arbeitsagentur Donauwörth, Michael Müller, der Leiter des JobCenters Dillingen und Oberregierungsrat Peter Alefeld vom Landratsamt Dillingen. Unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk fasst den Verlauf des Abends zusammen.

Vereinsgründung im zweiten Anlauf erfolgreich

„Damit etwas Neues entstehen kann, muss etwas Altes aufhören“: Mit diesen Worten begann Stadtpfarrer Wolfgang Schneck, der freundlicherweise die Moderation und später auch die Wahlleitung übernahm, unsere Gründungsversammlung. Nachdem Koordinator Georg Schrenk und sein Stellvertreter Peter Schromm ihren Rücktritt erklärt hatten, wobei Schromm eine Kandidatur für den Vereinsvorstand ausschloss, erklärte Schneck die bisherige Struktur unserer Unterstützergruppe für „nicht mehr existent“.

Es ist, nach zwei Jahren Engagement im Asyl- und Migrationsbereich in Dillingen an der Donau, ein Epochenwechsel, den dei Gründungsversammlung im Dillinger Kirchenzentrum St. Ulrich da beschloss: bei fünf Enthaltungen und keiner Gegenstimme wurde aus unserer bisher nur lose organisierten Gruppierung ein ordentlicher Verein. Rechtsanwalt Thomas Demel stellte den überarbeiteten Satzungsentwurf vor. Kontrovers diskutiert wurde die endgültige Höhe des Mitgliedsbeitrags (die schließlich auf 10 Euro festgesetzt wurde) und die Anzahl der Stellvertreter im künftigen Vereinsvorstand: mit 25 zu 19 Stimmen setzte sich nur knapp der Teil der Anwesenden durch, der einen erweiterten Vorstand mit zwei Stellvertretern bevorzugte. Insbesondere, weil Georg Schrenk betonte, dass es „aus eigenen Erfahrung“ genug Arbeit für zwei Vorstände gebe und er „froh sei“, wenn er zwei Stellvertreter hinter sich habe.

Nach Beschluss einer Kassenordnung schritten die verbliebenen 39 Gründungsmitglieder zur Wahl ihres ersten Vereinsvorstandes. Gewählt wurden jeweils ohne Gegenkandidaten:

Funktion

Name

ja/nein/Enthaltung

1. Vorsitzender

Georg Schrenk

37/1/1

1. stellvertretende Vorsitzende

Jutta Libicher

38/0/1

2. stellvertretender Vorsitzender

Jan Doria

32/0/7

Schatzmeister

Uli Pooch

38/0/1

Schriftführerin

Rebekka Jähnig

38/0/1

sowie die beiden Kassenprüfer Heinz Swetelsky und Christian Munz. Wir gratulieren an dieser Stelle den Kandidaten zu ihrer Wahl und danken für ihre Bereitschaft zur Kandidatur. Wir bedanken uns ebenfalls bei Stadtpfarrer Wolfgang Schneck für die Moderation des Abends und bei Rechtsanwalt Thomas Demel für die Unterstützung bei der Ausarbeitung der Satzung.

„Der Abend ist beendet“, schloss Stadtpfarrer Wolfgang Schneck gegen 21:30 Uhr die Gründungsversammlung, doch wie geht es nun weiter? Zuerst einmal bleibt zu betonen: nach der neuen Satzung kann man auch dann weiter bei uns mitarbeiten, ohne Mitglied des Vereins zu sein. Dann hat man jedoch kein Stimmrecht auf der Mitgliedsversammlung.
Nach dem Beschluss der Satzung muss der neue Verein nun im Vereinsregister in Augsburg eingetragen werden. Bis es so weit ist, trägt unser Verein den Angaben von Rechtsanwalt Demel zufolge das Kürzel „i.G.“: Verein in Gründung.
Gleichzeitig wird der Vorstand sich satzungsgemäß eine Geschäftsordnung geben und ca. fünf Beiräte ernennen. Diese Beiräte sollen im Vorstand die wichtigsten Projekte und tragenden Säulen unseres Vereins repräsentieren: den Chor der Begegnung, den Sprachtreff, die integrative Fußballmannschaft, das Möbellager, die Paten sowie die Deutschlehrer und den Kontakt zu den Schulen.
Auch auf dieser Homepage wird sich einiges ändern. Mit der Vereinsgründung gibt es einige neue Gesichter im Vorstand. Ansprechpartner ändern sich, Zuständigkeiten werden neu verteilt. Wir halten Sie auch in Zukunft auf dem Laufenden und bitten noch um etwas Geduld, bis alle Änderungen eingearbeitet sind.

Auf dieser neuen Basis wollen wir in die Zukunft schauen. Wir freuen uns, dass die Vereinsgründung gelungen ist und die neue Vorstandschaft ihre Arbeit aufnehmen kann. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Paten, Deutschlehrern, Helfern, Unterstützern und Spendern. Sie haben dieses Werk begonnen und sie werden es weiterführen. Und auch Sie, lieber Leser, sind herzlich eingeladen: werden Sie Teil unserer Teams! Die Beitrittserklärungen finden Sie hier. Einfach an Georg Schrenk (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) schicken und schon kann’s losgehen. Etwas Altes hat aufgehört, etwas ganz Neues hat begonnen. Wir freuen uns auf die Zukunft. Wir freuen uns auf Sie.

Es ist soweit! Wir laden ein - und zwar zur Gründungsversammlung unseres Vereins. Der Satzungsentwurf wurde im Nachgang des 16. Rundgesprächs an alle Unterstützerinnen und Unterstützer per Mail versandt. Am 30. September 2016 endete die Frist zur Einreichung von Änderungsvorschlägen an unseren Koordinator Georg Schrenk (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), nun ist es bald so weit. Am

06. Oktober 2016
um 19:45 Uhr
im Pfarrzentrum St. Ulrich, Dillingen an der Donau

beginnt das 17. Rundgespräch als Gründungsversammlung unseres Vereins. Wir laden alle unsere Unterstützerinnen und Unterstützer sowie alle an der Asylarbeit interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich ein! Wer dem Verein beitreten möchte, der bringt am besten die vorausgefüllte Beitrittserklärung mit.

Wir freuen uns auf rege Teilnahme!

Die offizielle Einladung finden Sie hier.

Das 16. Rundgespräch hat am 13. September 2016 die geplante Vereinsgründung mit 23 zu 20 Stimmen verschoben. Mehrere Teilnehmer kritisierten, dass der Satzungsentwurf nicht vorher von Koordinator Georg Schrenk und seinem Team allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt worden sei. Man habe somit nicht die Möglichkeit gehabt, sich im Voraus ausführlich mit dem Entwurf zu beschäftigen und eventuelle Änderungswünsche einzureichen. Die andere Seite hielt dem entgegen, dass es sich bei diesem Entwurf lediglich um einen Musterentwurf gehandelt habe, da die meisten Punkte sowieso durch das Vereinsrecht vorgeschrieben seien, und man die wichtigsten Punkte auch jetzt auf der Versammlung diskutieren und nötigenfalls abändern könne.

Zwar erklärten ungefähr 85 Prozent der Anwesenden ihre grundsätzliche Bereitschaft, einem möglichen Verein beizutreten, jedoch wurde letztlich mit nur drei Stimmen Mehrheit die Vereinsgründung auf das kommende 17. Rundgespräch verschoben. Keiner der Teilnehmenden votierte grundsätzlich gegen den Vorschlag, eine Verein zu gründen. Rechtsanwalt Thomas Demel, der die Satzung juristisch wasserdicht gemacht hatte, wies noch einmal auf die Vorteile einer Vereinsgründung hin: so läge bisher die Haftung für sämtliche Ereignisse im Zusammenhang mit unseren Aktivitäten rein privatrechtlich allein bei den beteiligten Unterstützern. Die Arbeit der Unterstützer selbst sei zwar durch die Bayerische Ehrenamtsversicherung abgedeckt, Vorkommnisse mit Flüchtlingen, die an einer unserer Maßnahmen teilnehmen, jedoch nicht. Wenn zum Beispiel beim Nachmittag der Kulturen ein Flüchtlingskind auf einem Salatblatt ausgerutscht wäre oder sich an einer Stuhlkante das Auge ausgestochen hätte, so hätte dafür allein derjenige, der den Mietvertrag für den Stadtsaal unterschrieben hat, als Privatperson mit seinem gesamten Vermögen gehaftet. Es sei, so fügte der Systemadministrator unserer Homepage Jan Doria in Entgegnung auf den stellvertretenden Koordinator Peter Schromm hinzu, pures Glück, dass ein solcher Fall bisher noch nicht vorgekommen ist. Bei Gründung eines Vereins jedoch, so Rechtsanwalt Demel, könne man als Verein eine Haftpflichtversicherung abschließen und dadurch die Haftungsfrage zum Vorteil aller Helfer lösen.

Koordinator Schrenk versprach daraufhin, nachzubessern und den Satzungsentwurf allen Unterstützern per Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zukommen zu lassen. Dies ist mittlerweile bereits geschehen. Schrenk legte die Frist zur Einreichung von Änderungsvorschlägen am Satzungsentwurf für Freitag, den 30. September fest. Die Unterstützer hätten damit 17 Tage Zeit, sich mit dem ausgearbeiteten Entwurf zu beschäftigen. Schrenk betonte, dass diese Frist unbedingt einzuhalten sei. Nach Ablauf der Frist könnten keine weiteren Änderungsvorschläge mehr berücksichtigt werden. Dann werde er erneut das Rundgespräch einberufen, und dort solle dann über die Satzung und die Vereinsgründung entschieden werden.

Weitere Themen des 16. Rundgesprächs waren die Vorstellung des Berichts zum einjährigen Jubiläum unserer Homepage sowie der aktuelle Sachstand der ehrenamtlichen Deutschausbildung.

„Tag der Kulturen“ stand im Mittelpunkt

Verschiedene Vorkommnisse wie die eingeworfene Fensterscheibe im Möbellager, aber auch Aussagen zu den Flüchtlingen und Verhalten gegen Flüchtlinge bei Begegnungen sind der Auslöser für die Unterstützergruppe „Asyl/Migration“ Dillingen a.d.D. einen „Tag der Kulturen“ zu planen.

Wie die dafür zuständige Teamleiterin, Rebekka Jähnig, beim 15. Rundgespräch „Asyl/Migration“ ausführte, sollen am 17.7.16, 1400-1730 Uhr die Hauptfluchtländer durch Flüchtlinge vorgestellt werden. In einer Tafelausstellung werden darüber hinaus nicht nur Land und Leute vorgestellt, sondern Ehrenamtliche tragen auch vor was die Beweggründe für ihr Engagement sind und stellen sich der Diskussion. Abgerundet werden diese Präsentationen durch ein Programm mit Musik und nachdenklichen Präsentationen. Die Unterstützergruppe freut sich über regen Zuspruch!

Während des 15. Rundgesprächs ging der Koordinator, Georg Schrenk auf die eigene Arbeit ein und rief weitere Aktionen, wie den Chor der Begegnung oder auch die integrative Fußballmannschaft in Erinnerung. Er informierte auch über den Zustand eines schwer erkrankten Flüchtlings aus dem Senegal, der von einer Unterstützerin der Gruppe vorbildlich betreut wird. Nicht nur der Koordinator sieht es als ein Zeichen der Bestätigung der eigenen Arbeit, dass dieses Mal wieder über 50 Unterstützerinnen und Unterstützer sowie einige Flüchtlinge der Einladung gefolgt waren. Bei einem gemeinsamen Abendessen, bei dem auch von den Flüchtlingen selbst zubereitete Spezialitäten aus Syrien und Eritrea angeboten wurden, tauschte man Erfahrungen aus und vermittelte den geladenen Gästen, unter ihnen Oberbürgermeister Frank Kunz, einen Eindruck von der alltäglichen ehrenamtlichen Arbeit. So konnte der Koordinator, Georg Schrenk dem Christlichen Zentrum Dillingen für die Bereitstellung der Räume und Getränke, der Großen Kreisstadt Dillingen für die Übernahme der Kosten für das Abendessen und den beteiligten Flüchtlingen und Ehrenamtlichen für die Vorbereitung danken.

Unser Zukunftsprojekt: "Flüchtlinge helfen Flüchtlingen"

„Hilfe zur Selbsthilfe“ war schon immer ein Leitsatz der ehrenamtlichen Dillinger Flüchtlingshelfer. Jetzt, da die ersten Flüchtlinge ihre Anerkennung in den Händen halten, möchte die Unterstützergruppe dieses Konzept ausbauen. Über 70 Teilnehmer, darunter auch 10 Flüchtlinge, kamen daher zum 14. Rundgespräch Asyl/Migration, um sich von Koordinator Georg Schrenk das neue Konzept „Flüchtlinge helfen Flüchtlingen“ vorstellen zu lassen.

Die Idee ist simpel: Flüchtlinge, die schon länger in Dillingen sind, sollen ihre Landsleute anleiten und bei der Integration helfen. Sei es bei Behörden- und Arztbesuchen, bei Einkäufen oder, entsprechende Deutschkenntnisse vorausgesetzt, auch bei der Hausaufgabenbetreuung und beim Deutschunterricht. Das entlastet zum einen die ehrenamtlichen Helfer und schafft zum anderen einen neuen Anreiz zur Integration.

„Integration verlangt den Einsatz vieler Menschen, wenn sie gelingen soll“, stellte Koordinator Georg Schrenk dazu fest. Die Gruppe begrüßte auf ihrem Treffen daher auch die Entscheidung der Stadt Dillingen, einen Ansprechpartner für Migration im Rathaus zu installieren. Darüber hinaus stellten die Helfer ein weiteres neues Integrationsprojekt vor: „Integration durch Sport“. Nach dem Vorbild der erfolgreichen Projekte „Chor der Begegnung“ und „Sprachtreff“ steht nun die Bildung einer Fußballmannschaft aus Flüchtlingen und Einheimischen im Fokus. Zwei Mal pro Woche soll auf dem Auwaldplatz trainiert werden, ein fachkundiger Trainer ist schon in Aussicht, ein Organisator wird noch gesucht! Wer mitmachen will, möge sich beim Koordinator melden!

Doch nicht nur dafür sind neue Helfer willkommen, die Anerkennung der betreuten Flüchtlinge stellt die Gruppe vor neue Herausforderungen. Zwar sei mangels Neuankünften in Dillingen momentan eine Ruhephase eingetreten, für die anerkannten Flüchtlinge gelte es jetzt jedoch, eine Wohnung und eine Arbeit zu finden. Auch die Deutschkurse würden ihren Teil dazu beitragen, ein neuer Lehrraum mit Beamer und PC wurde aus den Mitteln der Landesarbeitsgemeinschaft für Freiwilligenagenturen (lagfa) und dem Spendenkonto der Gruppe erst kürzlich eingerichtet. Schrenk kritisierte jedoch nicht zum ersten Mal die Lage der vielen Flüchtlinge aus Afghanistan, Nigeria, Senegal, Somalia und anderen Staaten, deren Asylverfahren sich schon seit Jahren hinzieht und die Integration verzögert.

Auch wenn die Flüchtlingszahlen momentan sinken, so bleibt für die Helfer nach wie vor viel Arbeit übrig. Schrenk verwies dazu insbesondere auf die Situation in Syrien. Seine Helfer erreichten zahlreiche Fotos über die Facebook-Accounts der betreuten Flüchtlinge, die ein anderes Bild der Kriegssituation zeichneten, als sie in den deutschen Medien dargestellt werde. Einige der Fotos sind auch auf der Homepage der Unterstützergruppe www.asyl.dillingen.de abrufbar. Schrenk dankte abschließend allen Helfern, die sich diesen moralischen Appell zu Herzen nähmen und auch weiter ihre Arbeit kostenlos und unentgeltlich zur Verfügung stellten. Er wies auch auf den nächsten Sprachtreff im Chil! am 31.5.16 um 1630 Uhr hin wo Syrien im Mittelpunkt steht.

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Aktuelle Informationen aus allererster Hand: das war seit eh und je der Zweck der Informationsplattform „Rundgespräch Asyl/Migration“. Das galt noch viel mehr, als uns bei seiner 13. Ausgabe am 31. März sogar Frau MdB Gabriele Fograscher (SPD) persönlich als Referentin zur Verfügung stand. Sie und ihre Partei, betonte das Mitglied des Innenausschusses, stünden in der Flüchtlingsfrage ganz klar an der Seite der Kanzlerin. Danach führte sie die wichtigsten Eckpunkte der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung aus. Im Anschluss stellte sie sich den Fragen der versammelten Helfer.

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Über 60 Angehörige der Unterstützergruppe „Asyl/Migration“ sowie einige Interessierte konnte der Koordinator, Georg Schrenk, im kath. Pfarrzentrum St. Ulrich begrüßen. Zu Beginn stellte er den Sachstand in Deutschland und Dillingen dar. In der Stadt sind in dezentralen Unterkünften derzeit 397 Asylbewerber (einschließlich der unbegleiteten Jugendlichen) untergebracht. Darunter sind auch 65 Anerkannte, die noch auf Wohnungssuche sind. Danach stellte Martin Scherer von der Kolpingsakademie Donauwörth/Dillingen die Aus- und Weiterbildungsangebote vor, die für Asylbewerber in den nächsten Monaten interessant werden. Ergänzt wurden seine Ausführungen von Franz Gerstmeir von der Agentur für Arbeit Dillingen. Zusammen mit dem Koordinator wies er eindringlich darauf hin, dass das Erlernen der deutschen Sprache Grundvoraussetzung für eine qualifizierte Berufsausbildung bzw. –ausübung ist. Franz Gerstmeir hob auch deutlich hervor, dass das Engagement der Unterstützerinnen und Unterstützer dafür verantwortlich ist, dass manch Schwierigkeiten bereinigt werden konnten und größere soziale Spannungen bei uns ausgeblieben sind. Björn Kirstein vom Jobcenter Dillingen stand dann für Fragen im Rahmen des Übergangs der Zuständigkeit vom Landratsamt/Sozialamt zum Jobcenter nach der Anerkennung zur Verfügung. Von Unterstützerinnen und Unterstützern wurde der Umfang der Fragebogen, die ausgefüllt werden müssen, aber auch die Tatsache bemängelt, dass es immer noch keine Vernetzung zwischen den Behörden gibt. Außerdem machten sie deutlich, dass die Anerkannten ohne Begleitung insbesondere auch durch Sprachkundige, meist gar nicht in der Lage sind, die entsprechenden Vordrucke auszufüllen. Georg Schrenk wies darauf hin, dass derzeit Versuche stattfänden und voraussichtlich ab April 2016 Datennetze zwischen den zuständigen Dienststellen geschaffen werden sollen, die dann den Datenaustausch erleichtern. Im weiteren Verlauf wurde über die Möglichkeiten für die Sprachausbildung durch Paul Weishaupt und Jutta Libicher informiert. Dazu wäre es wünschenswert, wenn die Asylbewerber in den Unterkünften Zugang zum Internet erhielten. Auch auf der Internetseite der Unterstützergruppe „Asyl/Migration“ www.asyl.dillingen.de sind immer wieder interessante Informationen zum Deutschunterricht zu finden. Mit Hinweisen auf die Fortsetzung der vom bayerischen Justizminister angeregten Rechtsbildung durch Beamte des Amtsgerichts Dillingen am 03.03.16 sowie dem Termin für das 13. Rundgespräch am 31.03.16 mit MdB Gabriele Fograscher (SPD) beschloss der Koordinator die Veranstaltung verbunden mit einem Dank an die Mitwirkenden, aber auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

"Manch Helfergruppe ist professioneller aufgestellt als die zuständigen Behörden"

Herr Schrenk, ich gratuliere Ihnen recht herzlich zu Ihrer Wiederwahl. Freuen Sie sich über diesen Wahlsieg?
Es gab ja leider keine Gegenkandidaten. Ich sah mich in die Pflicht genommen und mir wurde von einigen Mitgliedern unserer Gruppe klar gemacht, dass ich weitermachen muss, da sie ansonsten ihre Mitarbeit einstellen.

Wenn Sie einen Blick zurückwerfen: was sehen Sie?
Wir haben einiges erreicht, trotzdem sind wir nicht optimal aufgestellt. Mir fehlt manchmal die Rückkopplung des ein oder anderen Unterstützers!

Vor einem Jahr klagten Sie, der Staat lasse Sie und Ihr Team in der Flüchtlingsfrage alleine. Hat sich in dieser Einschätzung, mit Blick auf die vergangenen Debatten der letzten Monate, etwas geändert?
So deutlich habe ich nie geklagt. Mein Kritikpunkt ist die Art der Organisation. Da wird noch zu viel unkoordiniert gearbeitet. Man will zwar jetzt ein gemeinsames Netz schaffen, das geht aber alles zu langsam! Manch Helfergruppe ist professioneller aufgestellt als die zuständigen Behörden.

In Ihrer vergangenen Amtszeit haben Sie mehrere offene Briefe, unter anderem an das BAMF, die Bayerische Staatsregierung, die Bundesregierung, das Europaparlament und die EU-Kommission geschrieben. Haben Sie darauf irgendeine Reaktion erhalten?
Von der Bayerischen Staatsregierung und dem Büro von Herrn Junker gibt es eine Antwort. Die anderen Stellen haben sich nicht gemeldet. Mein Brief an den damaligen Präsidenten des BAMF führte zu einer Einladung zur Außenstelle München und einem 60-Minuten-Gespräch. Allerdings fehlen mir realisierte Ergebnisse auf unsere Vorschläge.

Was bräuchten die Ehrenamtlichen in Dillingen an der Donau momentan am dringendsten?
Wenn der Zulauf an Asylbewerbern so weiter geht: Weitere Unterstützerinnen und Unterstützer! Außerdem halte ich nach wie vor im LRA Dillingen ein Projektgruppe „Asyl“ unter einheitlicher Leitung bestehend aus Mitarbeitern der Fachbereiche Soziales, Ausländerbehörde, Jugendamt und Gesundheitsamt für erforderlich.

Können Sie einen Ausblick geben, welchen Herausforderungen sich die Unterstützergruppe Asyl/Migration Dillingen im kommenden Jahr gegenübergestellt sieht?

  • sicherstellen, dass in den Unterkünften keine soziale Spannungen auftreten
  • Koordination der Deutschausbildung insbes. mit den Akademien, die Ausbildung anbieten
  • Integration der anerkannten Asylbewerber in unsere Gesellschaft
  • Wecken von Verständnis bei der Bevölkerung für die Flüchtlinge, die aus Kriegsgebieten kommen.

Herzlichen Dank für diese Einschätzung.

Das Interview wurde schriftlich per E-Mail geführt.

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