Zum 21. Mal trafen sich die Dillinger Flüchtlingshelfer im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich zum Rundgespräch. Die wichtigsten Themen: Arbeit, Ausbildung, der Mietwucher bei Unterkunftsgebühren und der angekündigte Besuch von Notker Wolf.

Solide Ausbildung zahlt sich aus

Ohne gute Kenntnisse in Deutsch und in Mathematik ist es schwierig, eine Ausbildung im Handwerk erfolgreich zu bewältigen.
Dies ist das Fazit von Alexander Gumpp, Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Nordschwaben und Innungsmeister der Zimmererinnung, beim 21. Rundgespräch „Asyl/Migration“. Gumpp kennt als Innungsmeister die Sorgen und Probleme der Flüchtlinge, die oft aus einem anderen Kulturkreis stammen. Deutlich stellte er die Herausforderungen für Flüchtlinge, die eine Ausbildung in einem Handwerksberuf absolvieren wollen, dar. Es bestehe ein großer Bedarf an Auszubildenden. Der betrieblichen Ausbildung sei auch immer der Vorzug vor einer Helfertätigkeit zu geben, warb Gumpp. Zwar seien die Ausbildungsvergütungen niedriger als die Entlohnung von ungelernten Arbeitern, allerdings ändere sich dies nach dem erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung.

Azubis droht Abschiebung

Mit Problemen ganz anderer Art kämpfen fünf Dillinger Asylbewerber, die gerade ihre Ausbildung zum Sozialpfleger/Altenpflegehelfer erfolgreich abgeschlossen haben: ihnen droht nun die Abschiebung. Der Dillinger Helferkreis kündigte an, sich für ihren Verbleib mit allen Möglichkeiten, auch durch entsprechende Information der Öffentlichkeit über die Medien, einsetzen zu wollen.

Horrende Unterkunftsgebühren und Probleme bei der Wohnungssuche

Einmal mehr klagten wir auf dem 21. Rundgespräch über die Höhe der Unterkunftsgebühren in Bayern. 278 € pro Monat für die Nutzung von durchschnittlich 10 qm, die Mitnutzung einer Küche und der Nassräume sowie Energiegebühr von 33 € monatlich für Alleinstehende seien ein Betrag, der in keinem Verhältnis zu den in der Region üblichen Mietkosten stehe, so Koordinator Georg Schrenk.
Man versuche daher, alle Anerkannten in Mietwohnungen unterzubringen, nur seien geeignete Wohnungen nicht im erforderlichen Umfang vorhanden. Insbesondere durch das enorme Engagement der Wohnungslotsin des Landratsamtes, Katja Finger, sei es aber schon gelungen, dass 190 Flüchtlinge in Dillingen zur Miete wohnen.


Bis dahin sei weiteres Engagement herzlich willkommen – beispielsweise im Chor der Begegnung oder auch im integrativen Fußballtreff, die beide jede Woche stattfinden. Integration besteht eben nicht nur aus guten Deutsch- und Mathekenntnissen, sondern zuallererst aus Kontakt.

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