Erste Mitgliederversammlung und 23. Rundgespräch

Blick auf die Teilnehmer des 23. Rundgesprächs

Ein Jahr ist nun seit der Gründung unseres Vereins vergangen. Mit rund 78 Ehrenamtlichen betreuen wir 300 Flüchtlinge von ca. 480 in der Stadt Dillingen. Am 23. November zogen wir in unserer ersten Mitgliederversammlung Bilanz.

Weitere Informationen finden Sie im Jahresbericht für das Rumpfgeschäftsjahr 2016 und das Geschäftsjahr 2017.

Beim bisher geplanten Termin für die Mitgliederversammlung gab es leider eine Terminkollision. Der Vorstand legte daher einen neuen Termin für die 1. Mitgliederversammlung fest:

23. November 2017, 19:30 Uhr
im
Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich, Dillingen an der Donau

Dort werden alle Vorstands- und Beiratsmitglieder einen kurzen Bericht über ihren Aufgabenbereich abgeben. Eine Neuwahl der Vorstandschaft ist nicht notwendig, da der Vorstand gem. § 9 Abs. 1 der Satzung für zwei Jahre gewählt ist. Die offizielle Einladung samt Tagesordnung finden Sie hier. Unsere Mitglieder melden Beschlussanträge bitte bis zum 17. November 2017 bei unserem 1. Vorsitzenden und Koordinator Georg Schrenk (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) an.
Neben den Berichten der einzelnen Vorstandsmitgliedern und dem Kassenprüfungsbericht ist der wichtigste Tagesordnungspunkt eine Änderung der Kassenordnung. Die Kassenordnung regelt die Verwendung unserer Spendengelder. Der Vorstand beantragt, dass künftig der Schatzmeister über Beträge bis zu 100 Euro alleine entscheiden darf. Außerdem sollen Darlehen an Flüchtlinge aus dem Spendenkonto jetzt auch für Rechtsanwaltskosten gewährt werden können. Die einzelnen Anträge finden Sie ebenfalls in der Einladung.
Die Versammlung wird mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.

Da die Mitgliederversammlung ein wichtiges Instrument der demokratischen Kontrolle und Transparenz ist, hoffen wir auf zahlreiches Erscheinen unserer Mitglieder.

22. Rundgespräch debattiert über Gebührenbescheide und Identitätsklärung

Die Dillinger Flüchtlingshelfer bewerten die aktuell erhobenen Unterkunftsgebühren als „unfair“. Beim 22. Rundgespräch am 17. Oktober im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich forderten sie daher eine Neuregelung.

Die von ihrem 1. Vorsitzenden und Koordinator Georg Schrenk vorgestellte Petition mit 150 Unterschriften fordert, die Höhe der Unterkunftsgebühren für arbeitende Flüchtlinge an die ortsüblichen Vergleichsmieten anzupassen. Bisher verlangt der Freistaat Bayern von einem Flüchtling, der ein eigenes Einkommen oder Vermögen vorzuweisen hat, eine pauschale Gebühr in Höhe von 278 Euro pro Monat für den Haushaltsvorstand und 97 Euro für jede weitere Person. Hinzu kommt eine monatliche Gebühr für Haushaltsenergie in Höhe von 33 Euro für den Haushaltsvorstand plus 25 Euro pro weiterem Erwachsenen. Das ergibt einen Quadratmeterpreis von mindestens 18,53 Euro. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Dillingen an der Donau beträgt aber nur neun Euro, in Sozialwohnungen sechs.

Noch dazu erhebt der Freistaat die genannten Gebühren auch rückwirkend ab Einzugsdatum, ohne dass die Flüchtlinge aber beim Einzug darüber informiert worden sind. Die Helfer bezeichnen diesen Zustand als „treuwidrig“ und fordern seine Abschaffung.

Sie können die Petition im Wortlaut hier einsehen. Die Veröffentlichung zog außerdem ein breites Medienecho nach sich, welches Sie im Pressespiegel dokumentiert finden.

Auf dem 21. Rundgespräch war auch Andreas Weber zu Gast, der den neuen Gebrauchtwarenladen "Vielerlei" für Flüchtlinge und Bedürftige vorstellte. Der Gebrauchtwarenladung in der Herzogin-Anna-Straße ist der Nachfolger des von uns betriebenen Möbellagers. Weitere Informationen, auch zu Öffnungszeiten, finden sich bei der DonauZeitung.

Zum 21. Mal trafen sich die Dillinger Flüchtlingshelfer im Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich zum Rundgespräch. Die wichtigsten Themen: Arbeit, Ausbildung, der Mietwucher bei Unterkunftsgebühren und der angekündigte Besuch von Notker Wolf.

Wir feierten unser Jubiläums-Rundgespräch mit dem Film „Asyland“

Der Film führte den zahlreichen Besuchern im Katholischen Kirchenzentrum St. Ulrich am 25. April 2017 deutlich vor Augen, dass Integration mehr ist als Formulare ausfüllen und sich als Flüchtling möglichst ruhig zu verhalten. Eindringlich stellten vier Asylbewerber, untergebracht in Mönchengladbach, Stuttgart und Berlin ihr Leben mit all den täglichen Herausforderungen dar. Immer wieder war zu erkennen, dass die Suche nach Arbeit im Mittelpunkt steht. Deutlich wurde aber auch, wie die Wartezeiten auf Bescheide an den Nerven zehren.

In der anschließenden Fragerunde erläuterte Oberregierungsrat Peter Alefeld vom Landratsamt Dillingen, dass die Unterbringung in dezentralen Unterkünften sich vorteilhaft auf das Leben der Flüchtlinge ausgewirkt habe. Fauzia aus Afghanistan, seit über drei Jahren in Deutschland, geduldet aufgrund eines Abschiebeverbots durch das BAMF, schilderte ihr bisheriges Leben als Flüchtling und dankte für die Möglichkeiten, die ihr nunmehr geboten werden. Sylvester aus Nigeria erzählte von den Differenzen in den Unterkünften, insbesondere wenn es darum geht, Ordnung und Sauberkeit in den gemeinschaftlich genutzten Räumen wie Küche und Nassraum sicherzustellen. Abdulrahman, ehemals Dozent an der Universität Damaskus, hat gerade seinen Integrationskurs hinter sich und ist jetzt, wie er sagte, „arbeitslos“. Er wohnt mit seiner Familie in Dillingen und nahm die Veranstaltung zum Anlass, Deutschland und gerade den Unterstützern für die Aufnahme und Begleitung zu danken.

Die Mitglieder unserer Gruppe, die zu Wort kamen, hatten wieder einmal als Hauptkritikpunkt den „Bürokratismus“. Dieser koste wertvolle Zeit, die dann für Integrationsmaßnahmen fehle, so Helferin Traudl Bauer. Jüngstes Beispiel ist die bereits bekannte Diskussion um die Unterkunftsgebühren, die mit für Deutschlehrer völlig unlesbaren Bescheiden zugestellt werden. Im Zeitalter der Vernetzung hätten wir uns hier eine direkte Abwicklung über die Behörden vor Ort gewünscht.

Erika Lüters, die zu unserem „Urgestein“ gehört, schilderte die Anfänge des Deutschunterrichts. Hier seien gerade für Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit, positive Veränderungen durch die Kurse beim bfz und bib eingetreten. Probleme gebe es aber bei Flüchtlingen aus Staaten mit „geringer Bleibewahrscheinlichkeit“: hier seien sowohl die Hürden für Deutschunterricht als auch für Arbeit zu groß, kritisierten wir einmütig. Auch wenn Einzelprüfungen erfolgen, würden die Vorgaben in Bayern sehr restriktiv durchgesetzt.

Die vorhandenen Möglichkeiten beim Thema „Arbeit“ stellte Michael Brodbeck vom bfz in einem Vortrag vor. Er wird Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit auf dem Weg zu einer Beschäftigung, aber auch gerade zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses beraten.
In diesem Zusammenhang muss auch auf die von Landrat Leo Schrell und der ehrenamtlichen Unterstützergruppe initiierte Jobbörse hingewiesen werden. Leider hat sie bei den Firmen noch nicht die notwendige Beachtung gefunden.
Georg Schrenk, unser Koordinator und Vorsitzender der Unterstützergruppe nahm die Veranstaltung auch zum Anlass, Erika Lüters, die ihren 75. Geburtstag feierte, mit einem Blumenstrauß zu ehren. Er wies auch auf die Geschichte der Rundgespräche hin und stellte fest, dass man scheinbar in der Öffentlichkeit kaum registriert hätte, dass hier alle sechs Wochen eine Veranstaltung mit zwischen 50 und 100 Teilnehmern, auch mit namhaften Referenten durchgeführt würde. Erfreut war er, dass beim 20. Rundgespräch auch viele Flüchtlinge anwesend waren.

Die große Überraschung des Abends war aber der Dank für Schrenk selbst: seine Stellvertreterin Jutta Libicher ergriff das Wort: „Ohne Dich hätten wir es in Dillingen nie so gut geschafft, all diese Herausforderungen zu bewältigen“, sagte sie laut Redemanuskript. „Du setzt Deinen Bekanntheitsgrad, deine Beziehungen, dein persönliches Engagement ein, um den Flüchtlingen zu helfen.“ Daher habe der Vorstand beschlossen, ihn mit einem kleinen Präsent zu ehren, woraufhin Libicher dem Oberst a.D. einen Essensgutschein für ein Mittagessen mit seiner Frau überreichte.

Georg Schrenk wurde zum Abschluss nicht müde, auf die kommenden Herausforderungen hinzuweisen: So werde, wenn sich zwei Ehrenamtliche fänden, das Projekt „Fußballmannschaft“, für das der Kasernenkommandant der Luitpoldkaserne den Sportplatz einmal wöchentlich bereitstellt, wieder aktiviert. Darüber hinaus ist eine öffentliche Veranstaltung zum Thema: „Integration – überhaupt gewollt? Sachstand und Herausforderungen!“ geplant. Wir wollen damit auch nach dem 20. Rundgespräch weiter im Dialog mit der Öffentlichkeit bleiben.

20. Rundgespräch startet mit „Asyland“ und einer Podiumsdiskussion

Was würden Sie sich zum Geburtstag wünschen? Einen Kuchen? Eine Reise, ein neues Auto? „Seit dem 19.8.2014 führen wir regelmäßig zur Information unserer Mitglieder, aber auch der interessierten Öffentlichkeit, das Rundgespräch durch“, so unser erster Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk. „Kaum ein Verein in Dillingen organisiert regelmäßig Veranstaltungen auf derart hohem Niveau.“ Hohe Worte, aber Schrenk hat Recht: das Rundgespräch brilliert regelmäßig mit hochkarätigen Gästen und Referenten – egal ob es sich um den Islambeauftragten der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (10. Rundgespräch), den Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrates (19. Rundgespräch) oder gleich die Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher (13. Rundgespräch) handelt.

Nun haben sich Schrenk und sein Team zum 20. Geburtstag etwas ganz Besonderes ausgedacht: kein Kuchen, kein Auto: ein Kinofilm mit anschließender Podiumsdiskussion soll es sein.

Gezeigt wird die Dokumentation „Asyland“. Der einstündige Film, der 2015 in rein ehrenamtlicher Arbeit entstand, will aus der Perspektive der Flüchtlinge eine Reise durch Deutschland fragen. Wie ist die Situation in Deutschlands Flüchtlingsheimen?
Die Rückkopplung dieser Fragen nach Dillingen leistet das Expertenteam vor Ort: eine Gruppe aus Flüchtlingen, Helfern und Behördenvertretern wird im Anschluss an den Film in einer Podiumsdiskussion sich der interessierten Öffentlichkeit stellen. Eingeladen ist auch Michael Brodbeck, der neue Jobberater beim bfz. Das Rundgespräch bleibt damit auch in der 20. Ausgabe seiner Tradition treu: qualifizierte Experten aus der Praxis geben Auskunft über die Lage der Flüchtlinge in Dillingen, Bayern, Deutschland und der Welt.

Mehr Informationen über den Film "Asyland" erhalten sie auf seiner Homepage www.asyland.de. Mehr Informationen zum Rundgespräch erhalten Sie in der offiziellen Einladung hier.

New: The official invitation to our Rundgespräch is now available in English, too! Just click here.

  • Vortrag Dr. Stephan Dünnwald: Siehe Bericht Donau-Zeitung
  • Möbellager: Entscheidung bis Ende Mai über Übernahme durch BRK/Jobcenter
  • Netzwerk Arbeitsvermittlung: Aufbau durch Josef Firnigl. Weitere Informationen folgen.
  • Geplant: Informationsveranstaltung für Flüchtlinge
  • Verweis auf Tutzinger Resolution
  • Hand auf's Herz: Wir brauchen mehr Helfer! Siehe hier.

Wir suchen noch Unterstützer!

Das 18. Rundgespräch Asyl/Migration am 12. Januar im Kath. Kirchzentrum St. Ulrich hielt für die anwesenden ca. 40 anwesenden Helfer gleich mehrere Überraschungen bereit: einerseits ein reichhaltiges Abendessen-Büffet und andererseits wichtige Ankündigungen unseres 1. Vorsitzenden und Koordinators Georg Schrenk. Er will zwei neue Integrationsprojekte für Flüchtlinge starten.

Das erste Projekt ist eine Nachbarschaftshilfe in Dillingen für hilfsbedürftige Bürger durch Asylbewerber. Wir wollten dadurch auch Flüchtlinge, die sonst kaum die Möglichkeit dazu haben, in Arbeit/eine Beschäftigung zu gelangen, eine Betätigungsmöglichkeit bieten, so Schrenk.
Beim zweiten Projekt handele es sich um eine Idee von Pfarrer Lothar Hartmann: er wolle mindestens zwei Mal im Monat ein Hallenballspielangebot schaffen.
Für beide Projekte sind nach wie vor Helfer dringend gesucht, weitere Informationen finden Sie im gesonderten Bericht hier. Ein ähnliches Projekt läuft bereits mit Klemens Kissner mit Eritreern in Steinheim.

Darüber hinaus kündigte Schrenk an, einen 10-Finger-Tastschreibkurs organisieren zu wollen, vorausgesetzt, dass sich genügend Teilnehmer melden, sich eine Räumlichkeit findet, und für das Möbellager zukünftig einen Möbeltransporter bei toom anzumieten, wenn dies notwendig sein sollte.

Längere Zeit widmete Schrenk noch dem Problem der Integrationskurse. Diese hätten zwar zum Ziel, mit ihrem Abschluss den Flüchtlingen das Deutsch-Niveau B1 zu vermitteln; das würde jedoch oftmals nicht erreicht. Er erinnerte daher erneut an das Konzept „Flüchtlinge helfen Flüchtlingen“: gute Deutschlerner sollten schlechteren Kollegen Nachhilfe geben, regte er an.

Während des 18. Rundgesprächs fand auch eine Diskussion zum Thema „Wohnungssuche“ im Beisein von Oberbürgermeister Frank Kunz, Hausmanager Dieter Kogge, Landratsamtskoordinatorin Gisela Lohmeyer und ihrer Kollegin Petra Gorhau als Nachfolgerin von Sebastian Bundschuh bei der Stadtverwaltung Dillingen statt. Zwar konnten insbesondere durch den unermüdlichen Einsatz der Wohnungslotsin des Landratsamtes, Katja Finger, mittlerweile rund 32 Wohnungen akquiriert werden, doch nach wie vor lebten ca. anerkannte 125 Flüchtlinge als Fehlbeleger in Unterkünften des Landratsamts, informierte Schrenk. Sie können allein aus Toleranz des Landratsamts momentan dort noch wohnen bleiben. Kogge betonte daher, die Flüchtlinge dürften keine allzu hohen Ansprüche an Wohnungen stellen und sollten auch Wohnungen außerhalb der Stadt Dillingen annehmen. „Ich setze die Flüchtlinge da schon unter Druck. Wir müssen da zusammen eine deutliche und klare Sprache sprechen. Natürlich werden wir nachher keine Obdachlosen zulassen, das wird dann aber nur Notlösungen geben“, appellierte er an die Stelle unseres Vereins gerichtet. Oberbürgermeister Kunz stellte fest, dass die Stadt Dillingen, wenn anerkannte Flüchtlinge obdachlos werden sollten, ihren Verpflichtungen nachkommen werde.

Mit Meinungsaustausch zwischen den Unterstützerinnen und Unterstützern bei Häppchen und Getränken klang der Abend aus.

Am 23. November fand im Kath. Pfarrzentrum St. Ulrich das 17. Rundgespräch statt. Mit dabei: Dr. Georg Strasser, Vorsitzende des Sprecherrates der ehrenamtlichen Arbeitsvermittler für Flüchtlinge im Landkreis Starnberg sowie Irene Stürze von der Leitung der Arbeitsagentur Donauwörth, Michael Müller, der Leiter des JobCenters Dillingen und Oberregierungsrat Peter Alefeld vom Landratsamt Dillingen. Unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk fasst den Verlauf des Abends zusammen.

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