Ein Mann mit einer klaren Botschaft: Notker Wolf begeistert 400 Zuhörer in der Kirche St. Ulrich am 18. September 2017

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"Jesus hat uns zwar das Evangelium geschenkt, aber kein gesichertes Leben." Mit dieser eindeutigen Aussage startete der ehemalige Herr über 30.000 Benediktiner weltweit seinen einstündigen Vortrag, untermalt von unserem hauseigenen Chor der Begegnung. Wolf sieht die Flüchtlingskrise nicht als "Problem", sondern als Chance: in der Begegnung mit dem Fremden würden unsere eigenen Werte wieder sichtbar. Die vielen Flüchtlingshelfer in Deutschland bewiesen, dass im Westen tatsächlich noch andere Werte vorhanden sind als Konsumismus und Materialismus, wie es viele Menschen in den Herkunftsländern glaubten: "Da treffe ich als Flüchtling auf einen Menschen mit Herz".

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Sie können das Plakat durch Klick auf das Bild als PDF herunterladen.

Der ehemalige Abtprimas der Benediktiner hat ein Buch vorgelegt, das Mut machen will. Einen bewussten Gegenentwurf gegen die „German Angst“, gegen die Bedenkenträger und Wutbürger, die gegen Flüchtlinge Stimmung machen. „Deutschland schafft sich nicht ab“, das heißt: Deutschland packt an. Aus seiner christlichen Überzeugung heraus wird Wolf tätig und fordert ein „Prinzip Hoffnung“, um die Aufgaben zur Bewältigung der Flüchtlingskrise tatkräftig anzupacken.

Das Programm: Unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk wird am 18. September eine kurze Einführung in das Thema geben und dann das Wort Notker Wolf überlassen, der aus seinem Buch lesen wird. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom hauseigenen Chor der Begegnung. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion mit dem ehemaligen Oberhaupt über 800 Klöster weltweit. Im Anschluss wird der Klosterladen sein Buch zum Verkauf anbieten. Der Eintritt zur Lesung ist frei, um Spenden wird gebeten. Die Überschüsse daraus erhält der Benediktinerorden – genauso wie übrigens auch die Honorare von Notker Wolf.

Mehr Informationen über Notker Wolf finden Sie auf der Homepage seines Verlags oder in einem Interview mit der Abendschau des Bayerischen Rundfunks auf Youtube.

Von Einem, der floh, um frei zu sein

Zekarias Kebraeb zusammen mit einem eritreeischen Flüchtling aus Dillingen

Stell dir vor, du fliehst, und keiner nimmt dich auf. Mit diesem Satz lassen sich wohl die ersten Erfahrungen von Zekarias Kebraeb zusammenfassen, der aus Eritrea nach Deutschland floh, um frei zu sein. Am 18. November 2016 stellte er im Rahmen einer Autorenlesung im Kath. Kirchzentrum St. Ulrich sein Buch „Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn“ vor. Seine erste Erfahrung in Deutschland: Freiheitsstrafe, wegen unerlaubtem Aufenthalt. Wer flieht, ist nicht unbedingt willkommen.

Seine zweite: Lageraufenthalt in Nürnberg. Residenzpflicht, Ausbildungsverbot, Arbeitsverbot. Der Umkreis eines Menschen, der über 9.000 Kilometer durch einen Kontinent floh, reduziert sich auf die Größe eines deutschen Landkreises. Die Träume eines Menschen, der aus einer Diktatur flog, enden in einer Demokratie hinter hohen, kalten Mauern.

„Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut“. Dieses Lebensmotto von Sokrates steht über dem Leben von Zekarias Kebraeb, und es hat ihn getragen, bis zum Ziel: Anerkennung, deutsche Staatsbürgerschaft, Ausbildung. Selbstverständlich für Millionen Menschen, ein utopischer Traum für Milliarden. Die Ungerechtigkeit der Geburtenlotterie der Erde, die Ungerechtigkeit der alltäglichen Bürokratie – in seinem Vortrag wurde all das deutlich.

Stellen Sie sich vor, Maria und Joseph sind auf der Suche nach einer Herberge und können ihr Kind nicht einmal in eine Krippe legen, weil nirgendwo Platz für sie ist. Was würden Sie tun?

Unser Koordinator und 1. Vorsitzende Georg Schrenk übergibt das Dankeschön an Zekarias Kebraeb

Ein langes Arbeitswochenende später sind sie fertig: unser Werbeplakat für die Autorenlesung mit Zekarias Kebraeb und der passende Flyer dazu! Laden Sie sich das Plakat einfach durch Klick auf das Bild sowie den Flyer hier herunter und verteilen Sie ihn weiter! Unser 1. Vorsitzende und Koordinator Georg Schrenk wird einige Exemplare ausdrucken und den Patinnen und Paten zum Aushang in den Flüchtlingsheimen zur Verfügung stellen.

Wir freuen uns auf zahlreiche Zuhörer bei dieser spannenden Veranstaltung!

Erneut gelingt es uns, einen spannenden Autor in die Stadt zu holen und damit zur Asyldiskussion beizutragen: nach Franz Alt im vergangenen Jahr kommt nun der Eritreer Zekarias Kebraeb mit seinem Buch „Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn“ am 18. November 2016 um 19:30 Uhr in das Katholische Kirchzentrum St. Ulrich. Bereits vor einigen Wochen war er bei Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Dillingen und faszinierte die Zuhörer.

Kebraeb verließ seine Heimat im Alter von 18 Jahren. In Eritrea herrscht eine grausame Militärdiktatur, regelmäßig landet es bei den Ranglisten der Pressefreiheit der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ auf dem letzten Platz von 180 Staaten weltweit – noch nach Nordkorea, weswegen es auch als afrikanisches Pendant zu dem asiatischen Land gilt. Journalisten kommen kaum ins Land, Nachrichten dringen nur selten nach außen. Und so befindet sich Eritrea abseits von der Weltöffentlichkeit sich seit Jahren im Dauerkrieg mit dem deutlich größeren Nachbarn Äthiopien. Junge Männer wie Kebraeb werden zum Zwangsmilitärdienst auf Lebenszeit eingezogen. Asylbewerber aus Eritrea haben daher recht hohe Anerkennungschancen.

Im Jahre 2006 wurde auch Zekarias Kebraeb Asyl in Deutschland gewährt. Doch bis dahin war es ein steiniger Weg: die ausufernde Behördenbürokratie machte ihm das Leben schwer, doch auch viele Deutsche ließen ihn spüren, dass er nicht willkommen sei. Georg Schrenk, unser erster Vorsitzende und Koordinator der Dillinger Unterstützergruppe, der das Buch gelesen hat, meint: „Er stellt nicht nur seinen Weg nach Europa, mit den vielen Hindernissen und auch Toten dar, sondern schildert dann auch seine Erlebnisse in Italien, in der Schweiz und hier in Deutschland. Dass dabei über die Erlebnisse in Deutschland nicht immer nur Positives berichtet werden kann, liegt in der Natur der Sache. Jeder, der sich über Flüchtlinge aus Afrika, insbesondere Eritrea, informieren will, sollte dieses Buch lesen!“

Als besonderes Highlight wird am wird der integrative „Chor der Begegnung“ die Autorenlesung umrahmen. Wir laden ganz herzlich zu dieser spannenden Autorenlesung ein. Der Eintritt ist frei, die Kosten der Veranstaltung wollen wir durch eine Spendensammlung decken. Das offizielle Einladungsschreiben finden Sie hier. Dazu gibt es auch noch einen Einladungsflyer und ein Einladungsplakat.

Franz Alt: Ein Visionär begeistert seine Zuhörer

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Von den an die 200 Besuchern der Buchvorstellung und des Vortrages von Franz Alt: „Flüchtling Jesus, der Dalai Lama und andere Vertriebene – Wie Heimatlose unser Land bereichern“ hat wohl niemand sein Kommen bereut! Wir hatten in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Brenner zu dieser Veranstaltung ins katholische Kirchenzentrum St. Ulrich eingeladen. Nachdem unser Chor der Begegnung die Veranstaltung mit zwei Liedern eröffnet und unser Koordinator Georg Schrenk die Gäste begrüßt sowie Franz Alt vorgestellt hatte, erlebten die Zuhörer ein rhetorisches Feuerwerk, das in Dillingen nicht alltäglich ist! Da trat ein Visionär auf, der uns mit vielen Beispielen drastisch vor Augen führte, wo die Ursachen für die Fluchtbewegungen begründet sind. Vom Klimawandel, über Waffenlieferungen, auch durch Deutschland, nachweisbar unrichtige Berufung auf Bibel und Koran, bis hin zu sozialen Ungerechtigkeiten reichen die Gründe. Er stellte den Zuhörern die Frage: Was würden Sie tun, wenn Sie Krieg, Terror oder sozialer Not ausgesetzt wären? Wichtiger als fromme Sprüche, so führte er aus, ist das aktive Handeln. An Leben und Wirken von Jesus Christus und des Dalai Lama orientiert verdeutlichte Franz Alt immer wieder Handlungsmöglichkeiten für einen Umgang mit der weltweiten Flüchtlingsbewegung. Man konnte erkennen, dass hier ein Mensch vorträgt, der in besonderer Weise Papst Franziskus und seinen Weg mit großer Empathie begleitet. Er zeigte auch auf, dass es ohne die Flüchtlinge in Deutschland nach 1945 ein Wirtschaftswunder nicht gegeben hätte. In seinen Ausführungen wies er darauf hin, dass bereits Willy Brandt als Bundeskanzler 0,7% vom Bruttosozialprodukt als Entwicklungshilfe versprochen hätte, wir heute jedoch gerade einmal 0,35 % erreicht hätten. Wenn die Entwicklung vor Ort nicht durch entsprechende Maßnahmen gestoppt werden könne, werden Stacheldrahtzäune und Armeen die Millionen Flüchtlinge nicht aufhalten. Er brachte seine Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass z.B. wöchentlich in Dresden die Aufmärsche der Pegida mit dem Kernsatz „das christliche Abendland retten zu müssen“ stattfinden, obwohl die Mehrzahl der Teilnehmer überhaupt keinen Bezug zu Jesus Christus haben. Gegen den Klimawandel und seine Folgen, die er mit wissenschaftlich begründeten Zahlen aufzeigte, stellte er die Möglichkeiten der Nutzung der Sonnenenergie dar. Die Arbeit unserer Gruppe zollte er hohen Respekt und meinte, Jesus Christus würde uns heute ermutigen mit dem Satz: Selig sind die, die Flüchtlingen helfen!

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