Schauen Sie, es ist doch wie beim Fußball: 22 unterschiedliche Menschen spielen ein Spiel miteinander. Doch egal wo sie herkommen, egal wer sie sind, egal woran sie glauben: damit es ein friedliches Spiel gibt, gibt es Regeln, an die sich alle halten müssen. Wer das nicht tut, wird bestraft: Gelbe Karte, Rote Karte, Platzverweis.

„In Deutschland gibt es Pflichten und Rechte“, sagte Georg Schrenk am 30. März 2017 laut Redemanuskript. Rund 60 anerkannte Flüchtlinge und einige Unterstützer waren auf unsere Einladung hin in das Kath. Kirchenzentrum St. Ulrich gekommen, um dort eine Informationsveranstaltung zu besuchen.
Rechte und Pflichte eines jeden Menschen in Deutschland seien im Grundgesetz und in allen übrigen Gesetzen festgeschrieben, so Schrenk weiter, der von einigen bereits länger in Deutschland lebenden Flüchtlingen übersetzt wurde. Doch es gibt noch mehr: die Rolle des „Schiedsrichters“ übernehmen Polizei und Justiz. Und nicht die Scharia-Polizei.
Das hat auch Vorteile für die Flüchtlinge: Deutschland ist ein Rechtsstaat, in dem jeder frei seine Meinung sagen kann. Und das heißt: „Man kann klagen, wenn man sich nicht richtig behandelt fühlt – auch gegen Gesetze!“ Die Polizei, dein Freund und Helfer: Das ist keine Selbstverständlichkeit in vielen Herkunftsländern.

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Keine Selbstverständlichkeit sei auch die Hilfe unseres Vereins: wir sind Ehrenamtliche, die von den genannten demokratischen Grundrechten Gebrauch machten. Denn in Deutschland sei Eigeninitiative das A und O: „Die Menschen in Deutschland haben meist durch Arbeit ihren Wohlstand erhalten!“. Natürlich gäbe es Hilfestellungen bei den zuständigen Behörden, so Schrenk weiter, beim JobCenter etwa oder bei der Wohnungslotsin. Sie helfen bei den Themen Wohnung, Umziehen und Arbeiten mit all ihren Fallstricken, von der berühmt-berüchtigten Mülltrennung über den Mietvertrag bis hin zu – nicht zu verachten – einem guten Verhältnis zu den Nachbarn.
Für die dezentralen Unterkünfte der Behörden informierte Dieter Kogge vom Landratsamt: auch hier sei Eigenverantwortung unabdingbar – insbesondere bei der Sauberkeit, bei Möbeln und dem Zusammenleben. Aber „Sie müssten als Anerkannte inzwischen selbst in der Lage sein, Behörden aufzusuchen“, gab Schrenk zu verstehen.

Er als Ehrenamtlicher jedoch fühle sich, so Schrenk zum Abschluss der Veranstaltung, zunehmend aufgrund der ständigen Weisungen an die Behörden aus Berlin und München allein gelassen. Aber ihm ist wichtig: die Flüchtlinge, die kann er nicht alleine lassen.

Die Präsentationsfolien des Nachmittages finden Sie hier.

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