Möbel- und Gerätelager schließt zum 31.05.2017

Bayerisches Rotes Kreuz und JobCenter übernehmen

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Über zweieinhalb Jahre war das Alte Forstamt in Dillingen Am Kasernplatz 5 samstags meist Treffpunkt vieler Flüchtlinge. Nun naht das Ende der ehrenamtlich betriebenen sozialen Einrichtung: Zum 31. Mai 2017 überführt das Bayrische Rote Kreuz (BRK) in enger Kooperation mit dem JobCenter Dillingen das bisher erfolgreiche Projekt der Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D.“ e.V. in eine Arbeitsgelegenheit (AGH), um sozialbenachteiligte und einkommensschwache Bürger im Landkreis mit einem Möbellager und Sozialkaufhaus zu unterstützen.

Dabei werden unter anderem Langzeitarbeitslose mit Unterstützung von BRK-Mitarbeitern diese Arbeitsgelegenheit in Höchstädt in der Herzogin-Anna-Straße betreiben. Ziel ist es hier auch, die Arbeitslosen durch eine geregelte Tätigkeit wieder an die Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes heranzuführen und so auch eine Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Ein Blick auf die Geschichte des Möbellagers

Das „größte Möbellager in Dillingen“, als das es der bisherige Betreiber, die Unterstützergruppe „Asyl/Migration Dillingen a.d.D.“ e.V. bezeichnete, blickt auf eine fast dreijährige Geschichte zurück. Der damalige Koordinator und heutige Vereinsvorsitzende Georg Schrenk hatte die Idee, ein Lager einzurichten, das gebrauchte Möbel, einsatzbereite Elektrogeräte, Fahrräder, später dann auch gebrauchte PCs und Laptops, annimmt und an sozial schwache Mitbürger und natürlich Flüchtlinge ausgibt. Die Immobilienverwaltung des Freistaats Bayern stellte dafür kostenfrei das Alte Forstamt zur Lagerung zur Verfügung. Anfangs waren die Fahrräder die Renner. Der Verein verlieh sie gegen eine Leihgebühr, die man zurückerstattet bekam, wenn man das Fahrrad in ordentlichem Zustand zurückbrache. 2014/15 spendeten die Lions die Finanzmittel für die notwendigen Ersatzteile und die Firma TOP-BIKE-BRACHEM stellte kostenfrei die Betriebs- und Verkehrssicherheit her. Vor knapp einem Jahr hatten Ehrenamtliche selbst diese Aufgabe selbst übernommen. Ebenso kümmerten sie sich um die gespendeten Laptops und PCs.

Flüchtlinge dankbar, aber kaum Interesse außerhalb

Bei den Flüchtlingen fand dieses Angebot großen Zuspruch: so manche Wohnung der Anerkannten im Landkreis ist mit Möbeln aus dem Lager ausgestattet. Natürlich waren die Fahrräder der Hauptrenner. Allerdings wurde auch manches Fahrrad inzwischen wieder zurückgegeben – spätestens dann, sobald die Flüchtlinge Geld für ein besseres angespart hatten.
Das Team der Dillinger Flüchtlingshelfer bedauert jedoch, dass sein Lager außerhalb der Flüchtlinge kaum Anklang fand: trotz mehrfacher Ankündigung in den Medien wollten nur wenige deutsche Sozialhilfeempfänger das Angebot nutzen, obwohl das Lager auch für sie offen stand. Niedrig war das Interesse auch in der Politik: abgesehen von den Politikern, die Mitglieder der Gruppe sind, haben kaum Kommunal- oder Landespolitiker ihren Weg an den Kasernplatz gefunden. Einmal mehr bedauerten die Ehrenamtlichen hier das Desinteresse der Politik, die nicht hält, was sie in den Sonntagsreden zur Integration verspricht.

Regelmäßige Entrümplungsaktionen

Zum Abschluss bleibt den Ehrenamtlichen nur, ihren vielen Helfern im Lager – darunter auch einige Flüchtlinge selbst – zu danken: für die halbjährlichen Entrümpelungsaktionen, die leider notwendig waren, weil manches Mal nur Möbelschrott angeliefert und entladen wurde. Der Firma Fisel GmbH & Co. KG, Recycling + Transporte, welche diese kostenlos und unbürokratisch mit Containern und Transportraum unterstütze. Sowie all denjenigen, die den Flüchtlingen beim Verladen und Transportieren ihrer Möbelstücke geholfen haben – und damit dazu beitrugen, die Ankunft in Deutschland ein Stück wohnlicher zu machen.

Die Inhalte, die auf dieser Webseite zum Möbellager zur Verfügung gestellt werden, werden wir zum 31.05. entfernen. Flüchtlinge, die noch Möbelreservierungen offen haben, werden gebeten, diese bitte bis zum 27. Mai 2017 abzuholen. Danke!

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