Ein Filmtipp von Jan Doria

Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten: noch heute Nacht kommen die Schergen des diktatorischen Regimes, unter dem Sie leben müssen, um Sie abzuholen und auf Nimmerwiedersehen in Isolationshaft wegzusperren?

Georg Schrenk als Büttenredner beim 5. Sprachtreff "Fasching" 2017.

von Georg Schrenk

Narren ziehen durch das Land,
ihr Treiben ist mir gut  bekannt,
früher war ich ein großer Narr,
der auf vielen Sitzungen war! 

Dillinger Finken beim Sprachtreff Fasching 2017

In der „Bütt“ war ich zu Haus,
machte schöne Reim daraus,
manches war auch wahr,
mir war aber immer klar,
beleidigend durft' es nicht sein,
sonst ist man bald allein!

Zauberei beim Sprachtreff Fasching 2017

Über die Politik gäbs' viel zu sagen,
meist sind es aber nur die Klagen.
Auf Besserung kann man zwar hoffen,
ist aber meist mehr als betroffen,
wenn man die AfD im Bundestag jetzt sieht,
und merkt, dass es wenig Stil noch gibt!

Zauberei mit Klobürste beim Sprachtreff Fasching 2017

Wortbruch der war vorprogrammiert,
Schulz hat sich zum Außenminister generiert,
um dann einen Rückzieher zu machen,
über den manche jetzt auch noch lachen.
Positiv, dass hoffentlich Gabriel jetzt bleibt
und die SPD die sich nicht noch mehr entzweit.

Clownerei beim Sprachtreff Fasching 2017

Frau Merkel hat er schwer beleidigt,
bald als Innenminister wird er vereidigt!
Ich kann diese Wahl nicht verstehn',
warum muss er nach Berlin noch gehn'?
Zeit zum Gehen wärs' für ihn gewesen,
im Ruhestand könnt er die Bundesgesetze lesen,
die in Bayern seine Regierung gern umschifft,
weil  bald Landtagswahl wieder ist!

Die Dillinger Finken beim Sprachtreff Fasching 2017

Für Flüchtlinge setzt man Integrationslotsen jetzt ein,
sie sollen die neueste Entdeckung des Sozialministeriums  sein,
sie sitzen von der Basis weit entfernt ,
verwalten Papier, wie siehs' gelernt,
besuchen manchmal ein Flüchtlingsheim,
und werden das Schutzmäntelchen für Integration jetzt sein!

Essen und Gemütlichkeit beim Sprachtreff Fasching 2017

Wir werden weiter für Menschenrecht und Menschenwürde streiten,
oft wird die Kritik der Besserwisser uns begleiten,
trotzdem werden wir nicht verzagen,
weil wir den Papst hinter uns haben!

Georg Schrenk als Büttenredner beim Sprachtreff Fasching 2017

Ich wünsch Euch jetzt noch viel Kraft,
dass Ihr täglich Eure Aufgaben schafft,
bis zum 15. lass ich Euch allein,
denn Urlaub muss dem Koordinator auch sein!

Dieser Beitrag ist bebildert mit Archivaufnahmen vom 5. Sprachtreff "Fasching" 2017. Kontakt zum Autor: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Rednerin beim 5. Oberbayerischen Asylgipfel in München

Am 20. Januar 2018 fand der 5. Oberbayerische Asylgipfel in München statt. Für uns war unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk vor Ort. An dieser Stelle berichtet er von seinen Eindrücken.

von Jan Doria

Noch drei Stunden bis Mitternacht. Eine Handvoll Feierlustiger zieht durch die leeren Straßen von Basel, auf dem Weg zu irgendeiner Silvesterparty. Sie sind als Piraten verkleidet. Aus einem Lautsprecher schüttelreimt es: „Hey, Piraten, aufgepasst / jetzt beginnt der große Spaß!“
Ich komme ihnen entgegen. Ich bin auf dem Weg zu einer Kirche, wo ich den Jahreswechsel verbringen werde. Um Punkt Mitternacht werden wir dort singen: „Jésus, le Christe, lumière interieure, donne-moi d’accueilir ton amour“ – „Jesus, der Christus, inneres Licht, gib mir deine Liebe zu empfangen“.
Die europäischen Jugendtreffen von Taizé, die jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfinden, sind ein bewusstes Gegenprogramm zu einem Neujahrsfest, bei dem laut ZDF heuer wieder über 130 Millionen Euro für Feuerwerk sinnlos verballert wurden. Rund 16.000 Jugendliche aus ganz Europa verbrachten dagegen die letzten fünf Tage des Jahres in Gebet und Stille.

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Fast 44 Prozent der Deutschen engagieren sich ehrenamtlich: egal ob beim Roten Kreuz, als Flüchtlingshelfer oder beim Fußballverein im Heimatort: müssten wir auf diese Ehrenamtlichen verzichten, sähe unsere Gesellschaft ganz anders aus. Wenn jede ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunde in Deutschland mit auch nur 8,50 Euro Mindestlohn vergütet würde, wurde das den Staat 35 Milliarden Euro zusätzlich kosten. Das ist mehr als doppelt so viel, wie der Bund im Jahr für Bildung und Forschung ausgibt, und immer noch zwei Milliarden mehr als die Verteidigungsausgaben des Bundes - fast 437 Euro pro Bundesbürger!

Diese Finanzkraft haben wir bei Weitem nicht ;-), aber auch bei uns liefe nichts ohne ehrenamtliche Helfer und Unterstützer. Deswegen ist es an der Zeit, DANKE zu sagen: danke für alle, welche die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben. DANKE an alle, die an eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen glauben und sich für Integration starkmachen. DANKE an alle, die uns finanziell oder auch nur im Herzen unterstützen. DANKE aber auch an alle, die uns kritisch begleiten und auf Fehler hinweisen.

Ihnen allen und ihren Familien wünschen wir für das Weihnachtsfest und das Neue Jahr 2018 das, was der Tübinger Theologe und Musiker Hans-Joachim Eckstein in einem Lied ausdrückt: "Möge Gottes Segen mit dir sein / wohin du auch gehst / was dir auch geschieht".

Quellen: Freiwilligensurvey 2014, Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend; Bundeshaushalt 2014, Bundesministerium der Finanzen; eigene Berechnungen; "Möge Gottes Segen mit dir sein" (c) Hans-Joachim Eckstein/SCM Hänssler, Holzgerlingen; Bild Palme (bearbeitet) (c) OpenClipart-Vectors | https://pixabay.com/de/insel-palmier-palme-1293115/ | Public Domain; Bild Lebkuchenhaus (bearbeitet) (c) Mamooli | https://www.flickr.com/photos/babairan/8284281676/in/photolist-dC47jG-qpstrB-5GWhKx-4dG3W9-aVTPKr-dxA3iE-7kRGc-7kRGm-5H5AmX-aUxcYX-4yjbLb-5H5XyE-qhVaAK-7cRg7-dC4368-aUxfuk-dB5KEy-5KUMFH-4aGe4E-7cR6u-8YoM91-dAZict-8YkDTD-iuXBSa-3uF23-qb3LLz-3uEHj-dBWWo8-71dKP-pg8VHs-7mChgc-7cRgV-7cR8q-5QcKYv-pg8VLo-qpHtzE-7cRes-aUxdjx-5GG18e-7cRdk-qphqkc-7cRb7-qpGk7t-7cR9W-itCcn2-5H1F9v-7cRdY-jybQZJ-itN83R-pVycLC | CC BY-NC 2.0; Design Weihnachtsfoto (c) Jan Doria 2017 | All rights reserved.

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Auch dieses Jahr veröffentlicht unser 1. Vorsitzender und Koordinator Georg Schrenk wieder seine "Gedanken zum Jahresende". Die wichtigsten Themen 2017 waren die anhaltenden Herausforderungen bei der Integration, die Bürokratie im Freistaat Bayern und die umstrittenen Abschiebungen nach Afghanistan.

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Am 15. Dezember 2017 besuchten 14 Mitglieder unserer Unterstützungsgruppe zusammen mit den Gruppen aus Wertingen und Biberbach auf Einladung von MdL Johann Häusler den Bayerischen Landtag. Für alle Teilnehmer ein eindrucksvolles Erlebnis. Johann Häusler und sein Referent Fabian Mehring boten uns interessante Einblicke in die tägliche Arbeit im Landtag. Danke für diesen Tag und die stetige Unterstützung unserer Arbeit in der Flüchtlingshilfe.

Zuletzt waren wir im Oktober 2016 im Landtag zu Gast.

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Sie dürfte mittlerweile eine der ausführlichsten Linksammlungen zu Thema "Asyl & Migration" sein, die es im Netz gibt: schon mehrmals wurde unsere über 100 Links zählende kommentierte Sammlung von anderen Webseiten aufgegriffen und verlinkt. Da sich das Internet täglich ändert, viele Webseiten verschwinden und neue wieder auftauchen, wurde es im August 2017 Zeit für eine zweite Generalüberholung.

Jetzt kann man in zehn Kategorien von "Arbeiten" über "Bildung" und "Deutsch lernen und lehren", "Gesundheit", "Leben in Deutschland", "Rechtsthemen" und "Wohnen" (sowie einige weitere) sich über alle relevanten Themen rund um die Flüchtlingsthematik informieren.

Die Links stammen größtenteils aus der Auswertung von Flyer-, Info- und Werbematerial, das wir bekommen; aus den Kreisen des Bayerischen Flüchtlingsrates und aus dem monatlichen Newsletter der Bayerischen Integrationsbeauftragten. Einige wenige sind auch durch Linktausch in unsere Sammlung gelangt.
Sie haben einen Tipp, welche Seiten wir noch in die Sammlung aufnehmen können, oder wollen Ihre eigene Organisation hier eintragen? Dann kontaktieren Sie uns einfach unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Für Linktauschs sind wir immer bereit!

Wir hoffen damit, dass die Linksammlung ein noch besserer Wegweiser im Netz wird und insbesondere auch den Flüchtlingen eine Hilfestellung unter den vielen Angeboten im Netz werden kann. Schauen Sie doch einfach mal rein!

http://www.asyl.dillingen.de/index.php/linksammlung

39 Flüchtlinge haben nach zwei Jahren in den Berufsintegrationsklassen ihren mittleren Bildungsabschluss erreicht. Handwerk und Handel warten auf sie, damit die freien Ausbildungsplätze besetzt werden. Die Flüchtlinge traten bei der Schlussfeier sehr selbstbewusst auf und haben eine beeindruckende Persönlichkeitsentwicklung hinter sich. Sie beteiligten sich auch aktiv an der Gestaltung ihrer Abschlussfeier, unterstützt durch die exzellenten Darbietungen der Trommelgruppe Pimentos.

Bayerische Behörden blockieren

Jetzt geht es für die jungen Berufsschul-Absolventen darum, einen Fuß in der Wirtschaft zu fassen. Eigentlich gilt für Flüchtlinge die bundesweite 3+2-Regelung, wonach ein Auszubildender mindestens drei Jahre während der Ausbildung und noch einmal zwei Jahre nach der Ausbildung nicht abgeschoben werden darf. Diese Regelung schafft die nötige Planungssicherheit, welche die Unternehmen brauchen.
Leider ist die Umsetzung der 3+2 Regelung in Bayern mehr als schleppend. Die Ausbildungsgenehmigung wird insbesondere auch von der Vorlage von Unterlagen über die eigene Identität abhängig gemacht. Bei allem Verständnis für diese Forderung: junge Flüchtlinge afghanischer Herkunft, die im Iran geboren wurden, haben kaum eine Chance die notwendigen Unterlagen zu erhalten.
Wir denken: die Schaffung von Arbeitslosigkeit kann nicht zielführend für Integration sein. Wer arbeiten will, soll auch arbeiten dürfen.

Wir wünschen den 39 Flüchtlingen trotzdem alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg!

Korrektur:

In einer ersten Version dieses Beitrages hieß es, es hätten 49 Flüchtlinge ihren Abschluss an der Hochschule bestanden. Tatsächlich waren es 43 Flüchtlinge, die dieses Jahr aus den Berufsintegrationsklassen verabschiedet wurden, von denen 39 einen Abschluss bestanden haben. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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